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München - Der FC Liverpool kooperiert mit einer IT-Firma, die an Roboter-Trainern arbeitet. Die Möglichkeiten klingen visionär - ohne ein Menschen-Modell wie Klopp.

Spannende Idee - oder nicht doch eher beängstigend? Ein neuer Geschäftspartner des FC Liverpool träumt von "Robo-Coaches".

Die Reds arbeiten zukünftig mit der IT-Firma Acronis zusammen, wobei es zunächst um eher technische Dinge wie Cloud-Lösungen und die allgemeine Verbesserungen digitaler Prozesse geht. Der in Russland geborene und angeblich 600 Millionen Dollar schwere Unternehmensgründer Serguei Beloussov hat aber noch viel größere Visionen.

Irgendwann werde man "Robo-Trainer erschaffen, weil in Zukunft keine Trainer gebraucht werden", verkündete der 48-Jährige, der nun Singapurer Staatsbürger ist bei einem Event im Anfield Stadium: "Man wird ohne Trainer gewinnen können." Ein Champions-League-Titel oder der Triumph bei der Klub-WM am Samstag - braucht Liverpool dazu künftig keinen Jürgen Klopp mehr?

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Klopp bald überflüssig? "Daten werden der ultimative Trainer"

Beloussov (unten links im Bild) meinte das völlig ernst, wenngleich es ihm nicht darum ging, Klopp durch eine Science-Fiction-Figur á la "Terminator" oder - das Wortspiel ließ sich Englands Boulevard natürlich nicht entgehen - "RoboKlopp" auszutauschen.

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Es geht stattdessen um "Maschinelles Lernen", Künstliche Intelligenz, um das Nutzen von Daten und Algorithmen, das aus Sicht des umtriebigen Beloussov künftig eine viel größere Rolle spielen wird.

Acronis soll demnach eine "Liverpool-Technologie" installieren, ein System, das Teile der Aufgaben übernimmt, die bisher den Coaches vorbehalten sind: Dieses System soll "von Trainer zu Trainer weitergegeben werden, so dass jeder neue sie verbessern kann, aber sie soll Eigentum des Klubs sein." Die Konsequenz: "Daten werden der ultimative Trainer!"

Liverpool-Partner entwirft gewagtes Szenario

Wie das in der Praxis aussehen soll? Auch hier entwirft Beloussov ein gewagtes Szenario: "Stand jetzt sitzen die IT-Leute im Klub und sagen: 'Oh, wir haben gewonnen. Oh, wir haben verloren.' In Zukunft werden die IT-Leute für Niederlagen verantwortlich gemacht werden - nicht der Trainer!"

Kommen richtig harte Zeiten auf Fußball-Romantiker zu, denen schon die Einführung des Videobeweises zu viel war? Rufen Fans kriselnder Klubs künftig "IT-Team raus!" von den Rängen? Fragen über Fragen ...

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Stand jetzt will Beloussov Jürgen Klopp bei Liverpool auch nicht gleich ersetzen - nur besser machen: "Liverpools Trainer ist großartig, aber Trainer verändern sich und maschinelles Lernen kann dem Trainer helfen."

Technologie sei "Teil des Lebens, also ist es doch besser, sie als Hebel einzusetzen statt Angst davor zu haben, dass dadurch irgendjemand ersetzt wird."

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