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München - Bruno Fernandes schlägt in Manchester voll ein. Die ersten Auftritte überzeugen, sein Coach vergleicht den Portugiesen bereits mit United-Legenden.

Führungstreffer erzielt, Dreh- und Angelpunkt im ManUnited-Mittelfeld, Vorlage zum 3:0 geliefert - Bruno Fernandes war der überragende Mann beim Heimerfolg gegen den FC Watford.

Dabei kam der Portugiese erst im Winter von Sporting Lissabon. Doch er ist schon jetzt eine echte Größe bei den Red Devils. Das gab es lange nicht mehr, im roten Teil Manchesters. Sein Coach überschüttete ihn nach dem Spiel mit Lob: "Er ist wie eine Mischung aus Scholes und Verón".

Hat Manchester United mit Fernandes tatsächlich seine nächste Mittelfeldgröße gefunden? Einen neuen Paul Scholes?

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Wer ist Fernandes?

Bruno Miguel Borges Fernandes, wie er mit vollem Namen heißt, wurde am 8. September 1994 in Maia im Norden Portugals geboren. Schon in jungen Jahren wagte er den Schritt ins Ausland.

Mit 16 Jahren ging er nach Italien zu Novara Calcio, nur ein Jahr später wechselte er zu Udinese Calcio. Schließlich verdiente er sich bei Sampdoria Genua seine ersten Sporen in der Serie A.

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Sporting Lissabon klopfte 2017 bei ihm an und holte ihn als 22-Jährigen zurück nach Portugal. Im gleichen Jahr feierte er sein Debüt für die Nationalmannschaft.

Seine Zahlen bei dem Verein, von dem auch ein gewisser Cristiano Ronaldo einst zu Manchester United wechselte, sind überragend. In 137 Pflichtspielen erzielte der Mittelfeldspieler 63 Tore und legte 52 Treffer auf. Bei Sporting entwickelte sich Fernandes vom unscheinbaren zum flexiblen, offensiven Mittelfeldstrategen, der auch Verantwortung übernimmt.

Fernandes übernimmt Verantwortung bei ManUnited

Genau diese Verantwortung bringt er nun bei United ein. Der 25-Jährige holte gegen Watford nicht nur den Strafstoß zum 1:0 heraus, er nahm sich auch direkt danach den Ball, schickte Keeper Ben Foster in die falsche Richtung und verwandelte abgeklärt in die rechte Ecke. "Er ist gekommen und hat allen einen großen Schub gegeben - nicht nur dem Team, sondern auch den Fans", freute sich Solskjaer nach der Partie.

Anders gesagt: Fernandes ist genau der Spieler, der den Red Devils fehlte. Gerade gegen einen Abstiegskandidaten wie Watford ging United schon seit längerem das Selbstverständnis ab, souverän aufzutreten und aus eigenem Ballbesitz heraus den Gegner zu dominieren. Dass Fernandes auch eine tolle Übersicht hat, zeigte er beim 3:0. Uniteds Eigengewächs Mason Greenwood lauerte an der Strafraumkante, Fernandes legte auf ihn ab und Greenwood knallte den Ball in den Winkel.

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Lange brauchte Fernandes nicht, um sich bei United einzuleben. Gegen den FC Chelsea, beim 2:0-Auswärtssieg, setzte er einen Freistoß an den Pfosten. Kurz danach fand er bei einer Ecke Harry Maguire, der einköpfen konnte. Schon in seinem zweiten Auftritt für United bewies er, dass er auch ein Standard-Experte ist.

Der Vergleich zu United-Legende Paul Scholes kommt also nicht von ungefähr.

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Immerhin ließ sich United die Dienste von Fernandes satte 55 Millionen Euro kosten. Eine gewisse Erwartungshaltung ist also durchaus berechtigt.

"Bruno Fernandes ist schneller, als er aussieht, ich freue mich sehr, ihn dabei zu haben", zeigte sich Solskjaer im Gespräch mit der BBC zufrieden mit seinem Winter-Coup.

Ist Fernandes das Puzzlestück für Pogbas Abgang?

In England spekuliert man nun sogar, dass Fernandes (endlich) die Posse um Paul Pogba beenden könnte. Der Franzose will United verlassen, drängt bereits seit letzter Saison auf einen Wechsel. In dieser Spielzeit stand er gerade einmal in acht Pflichtspielen auf dem Feld. Fernandes liefert nun genau die Leistung, die man sich eigentlich von Pogba erhofft. Tore, Vorlagen und einen gewissen Führungsstil im Mittelfeld.

Der Vertrag Pogbas läuft ohnehin 2021 aus, Juventus will den "verlorenen Sohn" angeblich unbedingt wieder zurück nach Italien lotsen. Für United kann sich der Fernandes-Transfer also auch insofern lohnen, als dass Pogba doch noch für eine stattliche Summe ziehen gelassen werden kann.

Anders als Pogba könnte Fernandes in Manchester nicht glücklicher sein. Die Fans gewann er mit seiner Aussage nach dem Sieg gegen Chelsea: "Ich fühle mich wohl hier, für mich ist ein Traum wahr geworden. Ich bin beim größten Klub in England unter Vertrag".

Fernandes, so scheint es, könnte tatsächlich ein Spieler sein, der United zu alter Stärke führen könnte. Seine Auftritte zeugen von eben jenem Selbstvertrauen, das den Red Devils lange fehlte.

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