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In der Premier League bahnt sich eine große Revolution an. Es geht dabei um die Ligagröße und die Abstiegsregeln.

Kommt in der Premier League bald die große Revolution?

Nach einem der Bericht des Daily Telegraph sollen die Liga verkleinert, die Abstiegsregeln verändert und Wettbewerbe abgeschafft werden. 

Vor allem die Spitzenteams FC Liverpool um Trainer Jürgen Klopp und Manchester United wollen diese Veränderungen unter der Regie der English Football League (EFL) herbeiführen. 

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Die Premier League reagierte bereits mit großer Kritik. Es geht um einen Plan mit dem Namen "Big Picture" (Das große Ganze). 

Die Gespräche über die Vorschläge begannen bereits 2017, wurden jedoch in den vergangenen Monaten beschleunigt, da die Corona-Pandemie die Klubs im englischen Fußballsystem stark in Mitleidenschaft zieht.

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Die EFL bildet den Unterbau des englischen Fußballs von der zweiten bis zur vierten Liga. Die Premier League arbeitet autonom. Beide Verbände müssen sich also einigen.

Premier League nach Vorbild der Bundesliga?

Der Plan der EFL sieht die Reduzierung der Premier League auf 18 Teams, die Abschaffung des englischen Superpokals Community Shield und das Ende des League Cups vor.

Zudem soll eine neue Abstiegs-Relegation eingeführt werden. Nach dem Modell würden aus der zweiten Liga die ersten beiden Teams direkt aufsteigen. Der Dritte, Vierte und Fünfte gehen dann in die Entscheidungsspiele gegen den Tabellen-16. aus der Premier League und ermitteln den letzten Startplatz im Oberhaus. 

"Es wird definitiv eine Herausforderung sein. Und es ist eine enorme Veränderung, sodass es nicht ohne Schmerzen passieren wird", sagte EFL-Vorsitzender Rick Parry dem Daily Telegraph. "Glaube ich aber wirklich, dass es zum Wohle des Spiels als Ganzes ist? Auf jeden Fall!"

Für die Umsetzung des Planes muss aber erst einmal eine entscheidende Hürde genommen werden: die Veränderung des Stimmrechts der Vereine aus der Liga bei solchen Ideen. 

Man United, Chelsea, Liverpool und Co. sollen Macht bekommen

Bisher galt immer die Regel: ein Klub hat eine Stimme. Die EFL will nun aber, dass die Premier League die Entscheidungsgewalt an die neun Teams übergibt, die am längsten in der Liga spielen. 

Das wären mit Manchester United, Liverpool, Arsenal, Tottenham, Manchester City und Chelsea die großen Sechs des englischen Fußballs sowie Everton, Southampton und West Ham. Für Änderungen in den Regularien der Liga wären die Stimmen von nur sechs dieser Klubs erforderlich.

Laut dem Bericht des Daily Telegraph würde die Premier League im Rahmen des Planes zudem 25 Prozent ihrer jährlichen TV-Gelder an die EFL-Klubs sowie 250 Millionen Pfund an die Liga spenden, um die Klubs während der Pandemie zu unterstützen. Weitere 100 Millionen Pfund würden zudem an den Fußballverband fließen.

EFL-Boss Parry ist der Antreiber der Pläne

Die Premier League bestätigte Gespräche, reagierte aber mit scharfer Kritik auf die Vorstöße von Parry. 

Der Mann hinter den großen Plänen: Rick Parry. Er ist der Boss der English Football League (EFL).
Der Mann hinter den großen Plänen: Rick Parry. Er ist der Boss der English Football League (EFL). © Imago

"Nach Ansicht der Premier League könnte eine Reihe von Vorschlägen in dem veröffentlichten Plan schädliche Auswirkungen auf das gesamte Spiel haben. Und wir sind enttäuscht, dass der Vorsitzende der EFL, Rick Parry, seine Unterstützung zugesagt hat. Die Premier League hat in gutem Glauben mit ihren Klubs und der EFL zusammengearbeitet, um eine Lösung für die Forderung nach einer COVID-19-Rettungsfinanzierung zu finden. Diese Arbeit wird fortgesetzt", schrieb die Liga in einem offiziellen Schreiben.

Es geht um die Sorge, dass die großen Sechs in England ihre Macht ausnutzen und Entscheidungen in Zukunft treffen, die nur sie begünstigen. 

EFL-Boss Parry ist das egal. "Was sollen wir tun? Es genau so lassen, wie es ist, und die kleineren Vereine verkümmern lassen? Oder tun wir etwas dagegen?", fragte er.

Es droht nun der große Streit zwischen EFL und Premier League. 

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