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München - Erst CR7, nun de Ligt und Pogba? Juventus Turin hat eine enorme Strahlkraft auf dem Transfermarkt entwickelt. Doch woher kommt dieser urplötzliche Status?

Es war der Transfer des vergangenen Sommers.

Cristiano Ronaldo verließ Real Madrid nach neun Jahren und begann ein neues Abenteuer in Turin. Der Transfer war ein Meisterwerk der Juve-Macher, das so gar nicht geplant war.

Der Mann hinter den Kulissen: Fabio Paratici. Der Sportdirektor fädelte den Deal damals ein und erzählte später, wie es dazu kam: "Das Ganze begann, als wir in der Champions League gegen Real Madrid spielten. Wie so oft traf ich dabei Jorge Mendes (Ronaldos Berater, Anm. d. Red) und er sagte mir: 'Du wirst es nicht glauben, aber falls Cristiano Real Madrid verlässt, würde er nur zu Juventus wechseln wollen. Glaub mir, es wäre einfacher als du denkst.'"

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Präsident Agnelli hat nicht nur Kohle

Sofort berichtete Paratici Klub-Präsident Andrea Agnelli von der Möglichkeit, Ronaldo zu verpflichten - und dieser stimmte zu. Paratici macht seinen Präsidenten mitverantwortlich für den großen Erfolg: "Andrea ist nicht nur unser Präsident. Er kennt sich im Fußball und dem Business sehr gut aus und will Juventus so groß wie nur möglich machen."

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Gelingt nun auch noch der Transfer von Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam, sind die Juve-Macher diesem Ziel einen weiteren Schritt näher gekommen. Der italienische Meister soll sich bereits mit dem niederländischen Supertalent geeinigt haben. Nicht der einzige große Name, der in diesen Tagen in Verbindung mit Juve genannt wird. Es scheint, als habe der Klub seine Finger überall im Spiel.

Die Ablösefrei-Könige aus Turin

In neun Jahren der Kombination Agnelli/Paratici ist nur ein wirklicher Fehleinkauf entstanden. Die Verpflichtung von Gonzalo Higuaín für 90 Millionen Euro im Jahr 2016 kann zweifelsfrei in diese Kategorie eingeordnet werden. Sonst konnte nahezu jeder Neuzugang seinen Teil zum Erfolg beitragen.

Für viele Leistungsträger zahlte Juventus zudem keinen Cent. Kaum ein anderer Verein hat so viele brauchbare Spieler zum Nulltarif verpflichtet. Unter Agnelli und Paratici waren das unter anderem Andrea Pirlo, Paul Pogba, Sami Khedira, Dani Alves, Emre Can und zuletzt gleich ein Dreifachschlag mit Aaron Ramsey, Adrien Rabiot und Gianluigi Buffon.

Klub-Legende Nedved als Joker

Die Kombination zwischen Agnelli und Paratici wurde vor vier Jahren um einen Faktor erweitert. Pavel Nedved - die ewige Juventus-Legende - arbeitet seither als Vizepräsident im Verein.

Dass der hochtalentierte Zehner damals als Spieler zu den Bianconeri wechselte, ist einem Mann zu verdanken, der ihm jetzt das Leben schwer macht: Mino Raiola. Der Star-Berater leitet nun die Transfergeschicke der Spieler, die Nedved und Juventus verpflichten wollen. Das gute Verhältnis beider ist aber sicherlich vorteilhaft, um Verhandlungen voranzubringen. 

So ist es auch Nedved persönlich, der aktuell die Verhandlungen mit Raiola in Sachen Pogba und de Ligt führt. Die Beziehung der früheren Partner ist ein Bonus für Juventus - in einer Zeit, in der Berater immer mehr Anteil an Transfergeschäften haben.

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CR7 nicht nur sportlich wichtig

Die 117 Millionen Euro für die Dienste von Cristiano Ronaldo hat Juventus nicht nur in die fußballerischen Qualitäten des Portugiesen investiert. Sein Anteil an der Vermarktung gegenüber Fans, aber auch anderen Spielern ist enorm.

Nach dem Finale der UEFA Nations League zwischen Portugal und den Niederlanden soll CR7 sogar aktiv auf de Ligt zugegangen sein, um ihn von einem Wechsel zu Juve zu überzeugen: "Er hat mich gebeten, zu Juventus zu kommen. Ich war geschockt von der Bitte, darum habe ich auch gelacht", berichtete der Youngster anschließend.

De Ligt wird womöglich nicht der letzte Spieler sein, der auch wegen der Strahlkraft des großen Superstars nach Turin kommt.

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