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Mit seinem Image als Playboy bediente Rene Weller gekonnt den Boulevard und sorgte für viele bunte Storys
Mit seinem Image als Playboy bediente Rene Weller gekonnt den Boulevard und sorgte für viele bunte Storys © imago
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Rene Weller wird 65. Früher war er ein talentierter Box-Europameister, dann wurde er zum C-Promi. Noch heute achtet der "schöne Rene" auf seinen Körper.

Rene Weller lässt beim Schattenboxen immer noch die Fäuste fliegen, er stemmt täglich Gewichte oder läuft eine Stunde durch den Wald. Älter werden muss auch der "schöne Rene", aber der Körper soll dabei bitte schön knackig bleiben.

Von Ruhestand will Weller auch mit 65 nichts wissen. Nur Boxkämpfe mutet sich der Pforzheimer nicht mehr zu.

"Ich kämpfe nur noch mit meiner Frau. Sie gewinnt meistens", sagte Weller mit einem Schmunzeln. Ihm geht es gesundheitlich gut, am Mittwoch feiert der frühere Box-Europameister im Familienkreis in Pforzheim seinen 65. Geburtstag und gleichzeitig den fünften Hochzeitstag mit Ehefrau Rosemarie.

Weller sieht Qualitätsverlust im Boxen

Weller war früher Kult, der Sohn eines Faustkämpfers sorgte für gute Unterhaltung. Das Boxen heute langweilt den neunmaligen deutschen Meister eher. "Ich meine, dass die Qualität nachgelassen hat", sagte Weller.

Nach seiner Einschätzung wollen sich die jungen Boxer nicht mehr so quälen. "Es gibt keine Kämpfer mehr, die alle Leute in Deutschland kennen", sagte er.

Das war zu seiner Zeit in den 80er Jahren anders. Den "schönen Rene" kannte in Deutschland fast jeder, auch deshalb, weil es der gelernte Heizungsmonteur und Goldschmied verstand, außerhalb des Rings  Schlagzeilen zu schreiben.

Mit seinem Image als Playboy bediente der Leichtgewichtler gekonnt den Boulevard und sorgte für viele bunte Storys - nächstes Jahr soll seine Biografie erscheinen.

Frauentausch, Sommerhaus der Stars, Big Brother

Wellers Vergangenheit ist schillernd - und auch ein wenig skurril. Ausgelassen hat er so gut wie nichts. Boxtitel, Frauen, Partys, Showbiz, Gefängnis. "Andere müssten drei Leben haben, um das zu erleben, was ich erlebt habe", sagte Weller einst.

Auch als Weller kein Profi mehr sein konnte, ging seine Show weiter - allerdings als C-Promi. In TV-Formaten wie "Big Brother", "Frauentausch", "Das Sommerhaus der Stars" oder "Das perfekte Promi-Dinner" spielte sich der selbst ernannte "Golden Boy" selbst: Ein sportverrückter Macho mit Goldkettchen und Westernstiefeln.

Dass Weller in den 70er Jahren der beste Leichtgewichtsboxer in Deutschland war und von 55 Profikämpfen nur einen verlor, gerät zunehmend in Vergessenheit. Spötter nannten ihn schon den Lothar Matthäus des Boxsports.

Weller pflegt Playboy-Image

In Erinnerung bleiben auf jeden Fall legendäre Fotoaufnahmen, auf denen ein durchtrainierter Weller seinem Playboy-Image reichlich Futter gibt. Mal allein auf einer Harley, mal umringt von schönen Frauen auf einer Luftmatratze im Pool - aber immer mit nacktem Oberkörper und in Macho-Pose. "Ich bin der einzige Deutsche, der nackt besser aussieht als angezogen", sagte er mal.

Auf YouTube erheitert Wellers Auftritt von 1984 in der Musik-Fernsehshow "Flashlights" nach wie vor die Internetgemeinde. Mit seinem "Boxer-Rap" ("Plötzlich, peng, ist wieder was los! Die Manager strahlen, der Zauber geht los!"), aber auch mit einem Versprecher beim anschließenden Interview: "Ich stehe auf die Frauen, ich bin vollkommen anspruchslos."

Im Film "Macho Man" spielt Weller - wie originell - den Box-Weltmeister Dany Wagner, der eine junge Frau aus der Gewalt von drei Drogendealern rettet.

Im realen Leben wurde Weller 1999 selbst unter anderem wegen Drogengeschäften zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er sei reingelegt worden, betont Weller, mit Drogen habe er nie etwas zu schaffen gehabt.

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