vergrößernverkleinern
Dillian Whyte, Doping, Deontay Wilder
Dillian Whyte (l.) wird des Dopings bezichtigt © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Am Wochenende schwang sich Dillian Whyte zum Herausforderer von Deontay Wilder auf. Nun aber droht wegen einer zwielichtigen Affäre eine Mega-Sperre.

Erst am Wochenende sicherte sich Dillian Whyte durch seinen Punktsieg gegen Oscar Rivas den Interims-Titel der WBC im Schwergewicht und schwang sich dadurch zum Pflichtherausforderer von Weltmeister Deontay Wilder auf.

Doch nur wenige Tage danach droht der Mega-Fight schon wieder zu platzen und Whytes Karriere am Scheideweg zu stehen. Denn wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll der 31-Jährige bereits drei Tage vor dem Kampf gegen Rivas positiv auf eine noch nicht näher bestimmte Substanz getestet worden sein.

Sollte sich das positive Ergebnis der UK Anti Doping Agentur auch in der B-Probe bestätigen, würde Whyte eine achtjährige Sperre drohen.

Anzeige

Whyte reagiert auf Vorwürfe

Dillian Whyte reagierte mittlerweile auf die Vorwürfe und wies die Dopingvorwürfe mehr oder weniger zurück. "Ich wurde für den Kampf freigegeben und habe diesen Kampf fair und ehrlich gewonnen", stellte der 31-Jährige klar.

Dazu kündigte er rechtliche Schritte gegen diese Vorwürfe an, weswegen er keine weiteren Äußerungen dazu machen könne. "Ich habe Anwälte engagiert, die sich damit befassen. Die haben mir gesagt, dass ich aus juristischen Gründen nicht darüber sprechen kann."

Allerdings scheint sich der Brite keiner Schuld bewusst zu sein. "Ich bin so enttäuscht von dem Müll, der die letzten Tage über mich gesagt wurde."

Sperre erst nach positiver B-Probe möglich

Trotz des positiven Befunds, der sowohl dem Whyte-Camp, Matchroom als Promoter und dem britischen Boxverband zugesandt worden war, fand der Kampf gegen den Kolumbianer in der Londoner O2-Arena wie geplant statt. Nach britischem Recht konnte der Boxer Beschwerde einlegen und gilt damit so lange als unschuldig, bis der Prozess endgültig abgeschlossen ist. 

Meistgelesene Artikel

Erst mit der Auswertung der B-Probe beginnt die rechtskräftige Entscheidung, der eigentliche Prozess über eine Sperre kann sich dann sogar bis zu einem Jahr hinziehen und wird letztendlich vom Nationalen Anti Doping Gremium ausgewertet.

In einem VADA-Verfahren (Voluntary Anti-Doping Association) wird bei einem positiven Befund normalerweise auch der Weltverband sowie das gegnerische Team informiert, was in diesem Fall jedoch nicht geschehen ist.

WBC will nichts von positivem Dopingtest wissen

Whytes Promoter Eddie Hearn meldete sich inzwischen via Twitter zu Wort und erklärte, dass sowohl sein Schützling als auch Rivas ausführlichen Tests der VADA und der UKAD (United Kingdom Anti-Doping) unterzogen wurden. "Beide Kämpfer wurden von beiden Organisationen und dem BBBoC zum Kampf freigegeben."

Die UKAD hat es bislang abgelehnt, öffentlich zu kommunizieren, wie es nun weitergeht. Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass der Fall nun an die unabhängige nationale Anti-Doping-Stelle weitergeleitet wird. Auf Seiten der WBC heißt es, dass bislang nichts über einen positiven Dopingtest des gebürtigen Jamaikaners bekannt ist.

DAZN gratis testen und Kampfsport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

"Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Pressemitteilung hat die WBC von niemandem eine Benachrichtigung, über einen positiven Anti-Doping-Test erhalten, der angeblich von Dillian Whyte im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Oscar Rivas um den WBC-Interims-Titel im Schwergewicht, am vergangenen Samstag durchgeführt wurde", heißt es in einem Statement.

Erneute Dopingsperre käme Karriereende von Whyte gleich

Sollte es tatsächlich zu einer Sperre kommen, würde dies für mächtig Durcheinander im Schwergewicht sorgen. Durch den Sieg gegen Rivas hatte sich Whyte eigentlich als Pflichtherausforderer von Champion Deontay Wilder aufgeschwungen und hätte damit dem anvisierten Rückkampf zwischen diesem und Tyson Fury einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zugleich könnte es auch sein Karriere-Ende bedeuten. Bereits 2012 war er wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Damals hatte er gesagt, er habe einen dummen Fehler begangen, indem er eine beliebte und leicht erhältliche Trainingsergänzung zu sich genommen habe, ohne die Inhaltsstoffe zu überprüfen.

Seit seinem Comeback im Jahr 2014 hat er 18 Kämpfe bestritten und lediglich einen verloren. Vor knapp vier Jahren ging er gegen den inzwischen entthronten Weltmeister Anthony Joshua in der siebten Runde k.o.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image