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Anthony Joshua ist wieder im Besitz von drei WM-Gürteln. Kommt es nun zum spektakulären Vereinigungskampf mit Deontay Wilder? Der ätzt.

Anthony Joshua thronte nach seinem Sieg über Andy Ruiz Jr.  (Boxen: WM-Fight zwischen Andy Ruiz und Anthony Joshua  - die Highlights am Sonntag ab 23.15 Uhr im TV auf SPORT1) mit verschränkten Armen wie der Dschinni aus der Wunderlampe in der Mitte des Rings.

Triumphale Genugtuung sprach aus dem Blick des Box-Weltmeisters, der schon abgeschrieben war und sich in der Wüste Saudi-Arabiens alle verlorenen WM-Gürtel zurückholte.

Der Brite brach die ungeschriebene Regel "They never come back" ("Sie kommen nie zurück") und darf sich jetzt mit einigen der größten Faustkämpfer in einem Atemzug nennen. Zuvor hatten nur Floyd Patterson, Muhammad Ali und Lennox Lewis ihre Schwergewichts-Titel gleich im Rückkampf nach einer Pleite zurückerobert.

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In seiner britischen Heimat wurde er gefeiert. "Ein linker Jab wie ein Kolben, intelligente Bewegungen, eine Fußarbeit, die den übergewichtigen Ruiz nach Luft schnappen ließ und ein brillant umgesetzter Plan - so dominant hat Joshua seine süße Rache bekommen", schrieb die Daily Mail.  Der Mirror hob den Sieger gleich wieder auf den Box-Thron: "AJ regiert wieder die Welt, der brillante Brite liefert ein Meisterstück um Ruiz nach Punkten zu besiegen."

Duell mit Deontay Wilder? Joshua skeptisch

Die ganze Box-Welt wartet nun auf das Duell zwischen Joshua und dem US-Amerikaner Deontay Wilder. Joshua gab sich aber noch verhalten: "Diesem Kampf nachzujagen, hat mir nicht gutgetan, also lasse ich die Dinge ihren Gang gehen." Zudem gibt es noch Pflichtherausforderer für Joshuas WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO, IBF. Dort sind als erstes der Russe Oleksandr Usyk und der Bulgare Kubrat Pulev zu nennen. Die WBO kündigte bereits an, dass Joshua innerhalb von 180 Tagen gegen ihren Pflichtherausforderer Usyk antreten muss. 

Wilder hingegen wird wohl erst einmal das Rematch gegen Tyson Fury am 22. Februar 2020 bestreiten, der ihm im Hinkampf ein Remis abtrotzte. Sollte der US-Amerikaner Fury unterliegen, könnte es für Joshua in der mittelfristigen Zukunft auch zum britischen Vereiningsungskampf gegen Fury um die vier Schwergewichtsgürtel kommen.

Doch ist dieser Traum aller Schwergewichts-Fans auch der Wunsch von Joshua und Co.?

"Wir werden niemals einen Vereinigungskampf sehen. Ich möchte nicht, dass die Menschen darauf hoffen, denn es wird nicht passieren", sagte Wilder im Gespräch mit dem US-Portal The Athletic und bezog sich dabei auf einen möglichen Fight gegen Joshua.

Wilder kritisiert Joshua: "Fans wollen Knockouts sehen"

Der "Bronzed Bomber" glaubt, dass Joshua und dessen Promoter Eddie Hearn ihn mieden und stattdessen nach anderen Herausforderern suchen, weil er "zu gefährlich" sei, denn "ich spiele nicht."

Joshua hingegen warf er vor, dass er nur "das Nötigste" getan habe. "Er rannte im Ring herum. Er hatte Klitschko in seinem Camp und verhielt sich sehr wie Klitschko. Diese Jab-Clinch-Halten-Methode war alles was er gemacht hat", ergänzte Wilder. Joshua hatte zuvor nach dem Sieg über Ruiz bei DAZN folgendes gesagt: "Der Fight gegen Wladimir hat diese Nacht hier erst möglich gemacht."

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Für Wilder bot Joshua nicht genügend Spektakel: "Fans wollen Knockouts sehen. Sie wollen etwas Dramatisches sehen und das ist meine Einstellung. Joshua hatte viele Chancen auf den K.o. als er seine Rechte anbringen konnte."

"Aber er war so zögerlich. Joshuas Einstellung war zu überleben. Die Klitschko-Methode", meinte Wilder abschließend. "AJ", der nicht über Wilders brutale K.o.-Fähigkeiten verfügt, hatte schlichtweg seine Lehren aus dem ersten Duell gegen Ruiz  gezogen, als dieser ihn phasenweise vorführte.

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Mit einer weiteren Niederlage wäre sein Ruf in der Box-Welt erst einmal ramponiert gewesen. Doch nun stehen Joshua wieder alle Türen auf. 

Doch der Brite wird das Risiko eines jeden Kampfes sicherlich genau abwägen, um nicht erneut eine Situation wie gegen Ruiz vorzufinden.

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