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Sami Zayn (r., mit Shane McMahon) durfte beim WWE Greatest Royal Rumble 2018 nicht auftreten
Sami Zayn (r., mit Shane McMahon) durfte beim WWE Greatest Royal Rumble 2018 nicht auftreten © WWE 2018 All Rights Reserved
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München - Beim WWE Greatest Royal Rumble in Saudi-Arabien wird eine weitere politische Kontroverse offenbar: Auch der syrischstämmige Sami Zayn darf nicht mitmischen.

Schon im Vorfeld des WWE Greatest Royal Rumble hat die große Wrestling-Show in Saudi-Arabien für Kontroversen jenseits des Show-Drehbuchs gesorgt - am Tag der Veranstaltung ist eine weitere hinzugekommen.

Wie sich im Zuge des Rumble herausstellte, hat WWE nicht nur ihre weiblichen Kämpferinnen aus Rücksicht auf die Sittengesetze im Land zu Hause gelassen.

Auch ein männlicher Topstar bekam aus politischen Gründen Antrittsverbot: Sami Zayn. Zayn ist syrischstämmig und engagiert sich humanitär im Syrien-Konflikt - und war in Saudi-Arabien nicht willkommen.

Sami Zayn (r., mit Shane McMahon) durfte beim WWE Greatest Royal Rumble 2018 nicht auftreten
Sami Zayn (r., mit Shane McMahon) durfte beim WWE Greatest Royal Rumble 2018 nicht auftreten © WWE 2018 All Rights Reserved

Sami Zayn in Saudi-Arabien unerwünscht

"WWE ist unterstützt engagiert Menschen aller Hintergründe, während es auch örtliche Sitten und kulturelle Unterschiede auf der Welt respektiert", antwortete WWE auf Anfragen, warum Zayn beim Rumble nicht dabei war.

Im Klartext heißt das, wie auch von diversen US-Medien bestätigt wurde: Die saudischen Gastgeber wollten nicht, dass Zayn antritt.

Der 33 Jahre alte Zayn (bürgerlich: Rami Sebei) ist im kanadischen Quebec als Sohn syrischer Eltern geboren, seine Familie lebt in dem seit Jahren im Krieg lebenden Land.

WWE-Star engagiert sich für syrische Kriegsopfer

Im vergangenen Jahr startete der gläubige Muslim die Aktion "Sami for Syria", die in Zusammenarbeit mit der syrisch-amerikanischen Hilfsorganisation SAMS (Syrian American Medical Society) Geld sammelt, um medizinische Versorgung für Kriegsopfer zu leisten. Auch auf den sozialen WWE-Kanälen hatte er dafür eine Plattform bekommen.

Saudi-Arabien ist - wie so viele Regional- und Großmächte - in den Syrien-Konflikt involviert. Der Bündnispartner der USA unterstützt islamistische Widerstandskämpfer gegen das Regime des Diktators Baschar al-Assad.

Der saudische Staat - der Rumble ist Teil eines auf zehn Jahre angelegten WWE-Deals mit dem staatlichen Sportbund der Golf-Monarchie - nimmt vor diesem Hintergrund offensichtlich Anstoß an Zayn.

An Zayns Herkunft allein kann es in jedem Fall nicht liegen: Beim Rumble traten schließlich auch die iranischstämmigen Ariya und Shawn Daivari auf, in der Rolle der Bösewichte, um das Publikum vor Ort zu provozieren. Der Iran ist ebenfalls mit Saudi-Arabien verfeindet. Hinzu kommt, dass Zayn 2014 - als der Syrien-Krieg schon ausgebrochen war - noch in Saudi-Arabien antreten durfte.

Finn Balor lässt Regenbogen-Farben weg

Zayn bemüht sich eigentlich enorm, sein Hilfsprojekt von den politischen Konfliktlinien fernzuhalten. In Interviews betonte er, darauf geachtet zu haben, ein rein humanitäres Projekt auf die Beine zu stellen - und sich bewusst für die Zusammenarbeit mit einer Organisation entschieden zu haben, die auch in Kriegszeiten eigentlich als neutrale Instanz gelten sollte.

Der Fall Zayn ist nicht die einzige politische Kontroverse der Saudi-Arabien-Show: Beim Rumble durften auch die weiblichen WWE-Stars nicht auftreten, weil in Saudi-Arabien ein öffentliches Sportverbot für Frauen gilt.

Selbstzensur übte auch Zayns WWE-Kollege Finn Balor, der zuletzt mit Regenbogen-Farben antrat, um seine Solidarität mit der homosexuellen Community auszudrücken. Am Schauplatz des Rumble, wo ausgelebte Homosexualität verboten ist und drakonisch bestraft wird, ließ er sie weg.

Balor hat sich dazu inzwischen geäußert und festgehalten, dass er das Regenbogen-Outfit auch schon bei anderen Shows nach WrestleMania nicht getragen hätte. Es ändere nichts an seiner Haltung zum Thema.

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