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München - Zehn Monate hat WWE Neville nach einem Backstage-Eklat kaltgestellt. Nun darf er offenbar gehen - der nächste Schritt deutet sich an.

Im vergangenen Herbst sorgte der britische Wrestler Neville für einen Eklat hinter den WWE-Kulissen - zehn Monate danach scheint das Kapitel nun beendet zu sein.

Wie das gewöhnlich gut informierte Portal Pro Wrestling Sheet am Freitag berichtete, steht der 32-Jährige nicht mehr unter Vertrag mit der größten Showkampf-Liga der Welt. Dies bestätigt nun auch der Wrestling Observer. Demnach ist auch Nevilles 90-tägige Nicht-Antritts-Klausel für andere Ligen schon abgelaufen.

Es ist das Ende einer für Neville überaus folgenschweren Machtprobe - und es deutet sich auch schon an, wie sein neuer Anfang aussehen könnte.

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Neville seit zehn Monaten verschollen

Der frühere Cruiserweight-Champion ist seit Oktober vergangenen Jahres in der Versenkung verschwunden: keine Matches, keine sonstigen Auftritte, nicht einmal Social-Media-Posts.

Der "King of Cruiserweights" hatte sich geweigert, ein geplantes Match bei der TV-Show Monday Night RAW gegen seinen (mittlerweile ebenfalls entlassenen) Nachfolger Enzo Amore zu bestreiten und zu verlieren. Er war übereinstimmenden Medienberichten zufolge unzufrieden mit seinem Status innerhalb der Liga und legte es darauf an, seine Entlassung zu erzwingen.

Genau die verweigerte ihm WWE allerdings, stellte ihn stattdessen schlicht kalt und ließ seinen Vertrag weiterlaufen, ohne dass Neville eingesetzt wurde. Ein offensichtliches Exempel, dass WWE-Angestellte nicht damit durchkommen, wenn sie nicht tun, was man ihnen sagt.

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WWE statuierte ein Exempel

Zwischendurch soll es Anläufe gegeben haben, mit Neville eine Rückkehr auszuhandeln, sie kamen aber zu keinem Ergebnis.

Kurz vor dem SummerSlam wurde WWE-Personalvorstand Paul Levesque alias Triple H auf Nevilles Status angesprochen und ob er sich nicht womöglich der neuen England-Division NXT UK anschließen könnte. Die Antwort deutete schon an, dass er Neville da schon abgeschrieben hatte: "Ehrlich gesagt, da bin ich nicht zu 100 Prozent zuversichtlich."

Der 49-Jährige würdigte Neville zwar als "einen der talentiertesten Jungs der Welt". Dennoch zeigt sich am Fall Neville genau das, was Triple H in Anwesenheit von SPORT1 am vergangenen Freitag hinter den SummerSlam-Kulissen in Brooklyn klarstellte: Der WWE-Kader sei mittlerweile so voll mit Talenten, dass kein einzelnes unverzichtbar sei.

Bullet Club macht Andeutungen vor All-In

Nun winkt Neville genau das, was er schon im vergangenen Jahr gern gehabt hätte: attraktive Entfaltungsmöglichkeiten in der boomenden Independent-Szene, wo er mit seinem früheren Charakter als PAC einst auch schon sehr erfolgreich war.

Auffällig: Am Freitag twitterte Nevilles früherer WWE-Rivale Cody Rhodes, dass er ihn vermissen würde. Sein Freund und Kollege Matt Jackson ergänzte: "Ich auch. Habe neulich erst mit ihm gesprochen. Es geht ihm gut."

Rhodes und Jackson sind Mitglieder des Bullet Club, einer auch bei vielen WWE-Fans verehrten Kult-Gruppierung, die die kleineren Konkurrenzligen NJPW und ROH prägt. Und sie veranstalten am kommenden Samstag in Chicago All-In, die größte, nicht von WWE promotete US-Show seit über 15 Jahren.

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