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München - Trotz Verschärfung der Corona-Regeln in Florida und eines ersten Positivtests sendet WWE seine wöchentlichen Shows weiter - nun aber doch nicht mehr live.

Die Corona-Pandemie hat die reale Welt im Griff, aber die Wrestling-Welt von WWE macht weiter - wenngleich sie nun schon wieder eine Kehrtwende hingelegt.

Erst vergangene Woche, in der Nacht zum Ostersonntag hatte der Showkampf-Marktführer die Rückkehr zum Live-Betrieb bei RAW, SmackDown und NXT bestätigt - obwohl der US-Bundesstaat Florida, wo WWE sein Notprogramm aufzeichnete, eigentlich erst Anfang April einen strengen Lockdown zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus Covid 19 verhängt hatte.

Nun sind diese Pläne auch wieder hinfällig: Die Shows werden ab kommenden Samstag größtenteils wieder vom Band laufen, die Promotion veröffentlichte am Freitag einen detaillierten Taping-Plan bis Juli.

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WWE: RAW, SmackDown und NXT zwischenzeitlich wieder live

Sowohl WWE als auch die Konkurrenzliga AEW hatten infolge der Coronakrise begonnen, ihr wöchentliches Programm als Geistershows ohne Zuschauer in Florida aufzuzeichnen, AEW hat in Jacksonville seinen Firmensitz, WWE in Orlando sein Trainings- und Leistungszentrum. WWE zeichnete dort auch den sonst vor Stadionkulisse stattfindenden Jahreshöhepunkt WrestleMania 36 auf - ohne den an Leukämie vorerkrankten Topstar Roman Reigns, der sich aufgrund des für ihn besonderen Risikos zurückzog.

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Eine ab 1. April inkraft getretene Verschärfung des Lockdowns in Florida hatte den Showbetrieb eigentlich in Frage gestellt: Bis mindestens zum 30. April sollen laut Verordnung "alle Menschen in Florida ihre Bewegungen und persönlichen Interaktionen außerhalb ihres Zuhauses darauf beschränken, unverzichtbare Dienstleistungen wahrzunehmen oder anzubieten und unverzichtbaren Aktivitäten nachzugehen".

Eine Ergänzung der Verordnung, die Sportveranstaltungen "mit nationalem Publikum" als systemrelevant einstufte, erlaubte WWE und AEW dann jedoch die Fortführung der Geschäfte. Die Entscheidung war kritisiert worden, auch weil sie womöglich durch die WWE-Verflechtungen zu US-Präsident Donald Trump begünstigt wurde.

Am Osterwochenende verkündete WWE dann gar die Rückkehr zum Live-Betrieb. Es sei "wichtiger denn je, den Menschen in diesen schweren Zeiten Ablenkung zu bieten", hieß es in einer Mitteilung. WWE verwies zudem auf die Geisterkulisse und "erweiterte Vorsichtsmaßnahmen, um Gesundheit und Wohlergehen unseres Personals zu schützen".

Erster Fall von Corona bei WWE überstanden

Wie das Fachportal Wrestling Observer berichtete, hatte Ligaboss Vince McMahon die Entscheidung zur Live-Rückkehr am 10. April gefällt, als eigentlich schon eine voraufgezeichnete SmackDown-Show im Kasten war. Angeblich umtrieb ihn die Sorge, dass seine Partnersender Zahlungen verweigern könnten, sollte er nicht die vertraglich festgelegte Anzahl an Live-Shows einhalten.

Diese Sorge scheint nun entweder zerstreut oder durch eine größere Sorge in den Hintergrund gerückt zu sein. Die Live-Rückkehr erregte vor allem deshalb zusätzliche Kritik, weil die damit verbundenen Reisen, die alle Beteiligten auf sich nehmen mussten, die Gefahr der Virusverbreitung erhöhten.

Am Samstag, den 11. April, hatte WWE auch den ersten Fall einer Corona-Infektion in den eigenen Reihen bestätigt. Die ungenannte Person sei keine Wrestlerin und kein Wrestler, aber eine "On-Screen-Person". Diese hätte sich wohl am 26. März bei einem Treffen mit Freunden aus dem medizinischen Bereich angesteckt, sei mittlerweile aber auskuriert und hätte in der Zeit keinen Kontakt mit Kollegen gehabt.

Konkurrent AEW zeichnete Ende März / Anfang April an einem zunächst geheimen Ort noch Matches und Segmente für die kommenden TV-Wochen auf, er stellte sich heraus als die Wrestlingschule ihres Performers QT Marshall in der Stadt Norcross in Georgia.

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