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Alberto Salazar, Cheftrainer des Nike Oregon Projects, wird von der US-Anti-Dopingbehörde lange gesperrt. Ihm werden mehrere Vergehen zur Last gelegt.

Die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) hat Alberto Salazar, Cheftrainer des Nike Oregon Projects, für vier Jahre gesperrt.

Das gab die Behörde am Dienstagmorgen bekannt. Salazar habe gegen die Doping-Richtlinien verstoßen, teilte die USADA mit. Zudem wurde auch der Arzt Jeffrey Brown, der mit Salazar zusammenarbeitete, für vier Jahre gesperrt. 

Salazar habe mit Testosteron gehandelt, Dopingkontrollen manipuliert und das unerlaubte Zuführen von L-Carnitin, ein Stoff, der Fett in Energie verwandelt, verantwortet, heißt es im Schreiben der Behörde. 

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Salazar "schockiert"

Bereits in der Vergangenheit wurde der 61-Jährige, der beim Nike Oregon Project unter anderem 10.000-Meter-Weltmeisterin Sifan Hassan, Mo Farah und Galen Rupp trainierte, mit Doping in Verbindung gebracht. Die Sperre des gebürtigen Kubaners ist das Ergebnis vierjähriger Untersuchungen. 2017 hatte die russische Hacker-Organisation Fancy Bears verschiedenen Medien einen USADA-Untersuchungsbericht über das Nike Oregon Project zugespielt. Neben Farah und Rupp gehörte unter anderem auch 1500-m-Olympiasieger Matthew Centrowitz (USA) dazu.

"Ich bin schockiert über dieses Ergebnis. Das Oregon Project hat niemals Doping geduldet und wird es niemals dulden. Ich werde Einspruch einlegen und nach vorne blicken", sagte Salazar: "Während dieser sechsjährigen Untersuchung haben meine Athleten und ich eine ungerechte, unethische sowie äußerst schädigende Behandlung durch die USADA erfahren. Dies belegt schon die von Travis Tygart (USADA-Chef, d. Red.) veröffentlichte irreführende Aussage, dass wir das Gewinnen über die Gesundheit der Athleten stellen. Das ist völlig falsch."

USADA-Chef Travis Tygart ließ in einem Statement verlauten, dass Salazar und Brown gezeigt haben, dass "Siegen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlbefinden der Athleten, denen sie verpflichtet waren."

Die USADA lobte bei der Verkündung der Sperre die Mitarbeit von  Sportlern. "Sie hatten die Courage, auszupacken und die ultimative Wahrheit zu enthüllen", sagte Tygart.

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Im April schloss sich auch die deutsche Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen dem Projekt an, sie wurde allerdings nicht von Salazar betreut, sondern von Pete Julian trainiert. Dem aufkommenden Misstrauen begegnet sie offensiv-verständnisvoll.

"Wer negativ darüber redet, soll sich vor Ort ein eigenes Bild machen", sagte Klosterhalfen. Sie verweist auf optimales und innovatives Training, beste Bedingungen für die Athleten, ein Rundum-Sorglos-Paket eben: "Oregon war ein wichtiger Schritt, ein Glücksfall für mich."

DLV stellt sich hinter Klosterhalfen

Der DLV hat keinen Zweifel an der Integrität seiner Topläuferin. "Konstanze ist eine mündige Athletin. Schon im Vorfeld der WM in Doha hat sie sich mehrfach zu kritischen Fragen positioniert und dabei verdeutlicht, dass sie dem deutschen und internationalen Anti-Doping-Kontroll-System unterliegt. Trotz intensiver Kontrollen gab es bei ihr keine Beanstandungen und sie lehnt jede unerlaubte Methode ab", teilte der DLV mit.

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