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Sergej Bubka bei einer Gala 1994
Sergej Bubka bei einer Gala 1994 © Getty Images
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Stabhochsprung-Zar Sergej Bubka übersprang 1985 erstmals die Sechs Meter-Marke. Über Jahre prägten seine Weltrekorde den Sport, er verdiente ein Vermögen.

Sergej Bubka schaute mit flehendem Blick in die Höhe. Die Latte wackelte bedrohlich, doch sie fiel nicht.

Und so schrieb der damals noch recht schmächtige Student aus Woroschilowgrad in weißen Ringelsocken um 18.44 Uhr am 13. Juli 1985 in Paris Sportgeschichte. Als erster Mensch der Geschichte überquerte der Stabhochsprung-Zar damals die magische Sechs-Meter-Marke. 

"Dabei war der Sprung technisch gar nicht so gut", sagt Bubka, der Perfektionist, noch heute. Euphorischer feierte die Presse den Senkrechtstarter. "Sergej Bubka ist dem siebten Himmel näher gekommen", titelte die Zeitung Journal de Dimanche. Später segelte der "Held der Ukraine" noch sagenhafte 42-mal über sechs Meter.

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Sergej Bubka überwand als erster Stabhochspringer die magische Sechs-Meter-Marke
Sergej Bubka überwand als erster Stabhochspringer die magische Sechs-Meter-Marke © Imago

Insgesamt stellte Bubka mit seiner berühmten Salami-Taktik 35 Weltrekorde auf. Er steigerte sich immer nur Zentimeter um Zentimeter, um keine Bestleistung und die damit verbundenen Prämien zu verschenken - ein Vorgehen, das später auch die in der Disziplon ähnlich erfolgreiche und wegweisende Jelena Issinbajewa übernahm.

Ferrari Spider für Rekord in Sestriere

Bubka - schnell, athletisch, siegeshungrig - prägte eine Ära. 1988 wurde der Doktor der Pädagogik Olympiasieger, zwischen 1983 und 1997 sechsmal in Serie Weltmeister. In seinen besten Tagen kassierte er 100.000 Dollar Prämie für eine Höchstmarke sowie 75.000 Dollar Antrittsgage für seine Flug-Show - heute wird sein Vermögen auf über 300 Millionen Dollar geschätzt. Nach seinem letzten Weltrekord am 31. Juli 1994 in Sestriere (6,14) bekam er einen Ferrari Spider und drehte mit Ehefrau Lilja und den beiden Söhnen im Stadion eine Ehrenrunde. 

Erst 2014 sprang Renaud Lavillenie (Frankreich) ausgerechnet bei einem von Bubka organisierten Wettkampf mit 6,16 m höher als der Meister, den Weltrekord hält mittlerweile Armand Duplantis, der wie Bubka als Wunderkind gefeiert wird, mit 6,18 m. "Eine größere Höhe als 6,30 m kann ich mir nicht vorstellen", meinte Bubka damals nach seinem historischen Coup, noch fehlen also zwölf Zentimeter.

Bubka wird Präsident des ukrainischen NOK

"Die Leichtathletik hat mir viel gegeben, ich will ihr etwas zurückgeben", sagt Bubka. Genau so zielstrebig wie damals auf dem Trainingsplatz arbeitet er heute an seiner Funktionärskarriere. Stets erscheint er in Maßanzug und Krawatte, das Haar immer akkurat gestutzt, Bubka ist längst ein Schwergewicht der Sportpolitik. Seit 2005 ist der "Herr der Lüfte" Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, seit 2007 Vizepräsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics. 

Sergej Bubka und Frau Lilja 2020
Sergej Bubka und Frau Lilja 2020 © Getty Images

Doch auch einem Bubka gelingt nicht alles. Die Krönung blieb ihm 2015 verwehrt, als er bei der Wahl zum Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes Sebastian Coe unterlag. Und im vergangenen Jahr tauchte sein Name im Zusammenhang mit dem Skandal um die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 an Rio de Janeiro auf. Bubka dementierte sofort vehement jegliches Fehlverhalten. 

Deutlich schöner sind Bubkas Erinnerungen an das Jahr 1985: Nur vier Tage vor seinem Sechs-Meter-Coup war er erstmals Vater geworden. Und flog dann endgültig dem siebten Himmel entgegen.

Alle 35 Weltrekorde von Sergej Bubka:

Freiluft:
5,85 Bratislava/Slowakei 26.06.1984
5,88 St. Denis/Frankreich 02.06.1984
5,90 London/Großbritannien 13.07.1984
5,94 Rom/Italien 31.08.1984
6,00 Paris/Frankreich 13.07.1985
6,01 Moskau/Russland 08.07.1986
6,03 Prag/Tschechische Republik 23.07.1987
6,05 Bratislava/Slowakei 09.06.1988
6,06 Nizza/Frankreich 10.07.1988
6,07 Shizuoka/Japan 06.05.1991
6,08 Moskau/Russland 09.06.1991
6,09 Formia/Italien 08.07.1991
6,10 Malmö/Schweden 05.08.1991
6,11 Dijon/Frankreich 13.06.1992
6,12 Padua/Italien 30.08.1992
6,13 Tokio/Japan 19.09.1992
6,14 Sestriere/Frankreich 31.07.1994

Halle:

5,81 Wilnius/Litauen 15.01.1984
5,82 Mailand/Italien 01.02.1984
5,83 Inglewood/USA 10.02.1984
5,87 Osaka/Japan 15.01.1986
5,92 Moskau/Russland 08.02.1986
5,94 Inglewood/USA 21.02.1986
5,95 New York/USA 28.02.1986
5,96 Osaka/Japan 15.01.1987
5,97 Turin/Italien 17.03.1987
6,03 Osaka/Japan 11.02.1989
6,05 Donezk/Ukraine 17.03.1990
6,08 Wolgograd/Russland 09.02.1991
6,10 San Sebastian/Spanien 15.03.1991
6,11 Donezk/Ukraine 19.03.1991
6,12 Grenoble/Frankreich 23.03.1991
6,13 Berlin/Deutschland 21.02.1992
6,14 Lievin/Frankreich 13.02.1993
6,15 Donezk/Ukraine 21.02.1993

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