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16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Day Four
Allyson Felix ist eine der Athletinnen, die über Nike auspackt. © Getty Images
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München - Der Sportartikelhersteller Nike muss sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. Mehrere Athletinnen packen aus, das Unternehmen bezieht Stellung.

Gegen den Sportartikelhersteller Nike wurden schwere Vorwürfe erhoben.

Mehrere US-amerikanische Leichtathletinnen haben ausgepackt: Der Konzern soll den Sportlerinnen Sponsorenzahlungen gestrichen haben, als sie ein Kind bekamen.

Allyson Felix, mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen erfolgreichste Leichtathletin bei Olympischen Spielen, äußerte ihre Kritik in einem Bericht der einflussreichen Tageszeitung New York Times

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"Ich habe mich dazu entschieden, eine Familie zu gründen, obwohl ich wusste, dass eine Schwangerschaft den 'Kuss des Todes' in meiner Branche bedeuten könnte", schrieb die Sprinterin.

So habe es die Läuferin Phoebe Wright eine Woche zuvor in der britischen Tageszeitung The Times bezeichnet. "Es war eine schreckliche Zeit für mich, denn ich verhandelte über eine Verlängerung meines Nike-Vertrags, der im Dezember 2017 endete", erklärte Felix.

Nike will Felix 70 Prozent weniger zahlen

Ende des vergangenen Jahres brachte die 33-Jährige eine Tochter zur Welt. Obwohl sie einen Not-Kaiserschnitt in der 32. Schwangerschaftswoche hatte, fühlte sich sich unter Druck gesetzt, schnellst möglich wieder fit zu werden.

Die Verhandlungen mit Nike liefen in der Folge nicht gut. Trotz der langen Liste an Erfolgen wollte man ihr 70 Prozent weniger als zuvor zahlen.

Zwar würde sie das akzeptieren, allerdings nicht den vorherrschenden Status Quo rund um die Mutterschaft. Darum habe sie Nike darum gebeten, es vertraglich festzuhalten, dass sie nicht dafür bestraft werde, wenn sie in den Monaten rund um die Geburt nicht ihre besten Leistungen bringe. Nike lehnte ab.

Weitere Athletinnen packen aus

Felix ist nicht die einzige Athletin, die zuletzt mit ähnlichen Berichten schockierte. Auch US-Langstreckenläuferin Kara Goucher erzählte in der New York Times ihre Geschichte. Nike habe sich geweigert, sie während der Schwangerschaft zu bezahlen, selbst wenn man von ihr verlangte, das Unternehmen bei einer Reihe von Veranstaltungen zu vertreten.

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Wright sprach neben dem "Todeskuss" davon, dass es "keinen Weg gibt, Nike zu sagen, wenn ich schwanger bin."

Den Anstoß zu den Darlegungen gab die 800-Meter-Läuferin Alysia Montano. Sie berichtete, wie sie 2014 die US-Meisterschaft gewann - im achten Monat schwanger. Sechs Monate nach der Geburt heimste sie den nächsten Titel bei der WM ein und schickte täglich ihre abgepumpte Muttermilch nach Kalifornien, damit ihr Mann ihre Tochter versorgen konnte.

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Das alles tat sie nicht aus Liebe zum Sport, sondern aus Angst, Sponsorengelder und die Krankenversicherung zu verlieren.

Nike äußert sich zu Vorwürfen

Nike hat auf Nachfrage zweier US-amerikanischer Politikerinnen auf die Anschuldigungen reagiert. "Wir wollen heute deutlich machen, dass wir Frauen unterstützen, wenn sie entscheiden, sowohl gute Mütter als auch gute Athleten zu sein", hieß es in einer Erklärung.

"Wir sind uns bewusst, dass wir mehr tun können und dass es eine wichtige Gelegenheit für die Sportindustrie gibt, sich zu entwickeln, um weibliche Athleten zu unterstützen." Das Unternehmen gab an, dass es anfangen würde, Schwangerschaftsschutz zu neuen Verträgen mit Athletinnen hinzuzufügen.

Ob bestehende Verträge entsprechend aktualisiert würden, wurde allerdings nicht erläutert.

Serena Williams verteidigt Nike

Unterstützung bekam der Sportartikelhersteller von Serena Williams. Der Tennis-Star sagte, dass sie an Nikes Richtlinien gegenüber Athletinnen glaube: "Sie machen es besser, und darum geht es - es geht darum, aus Fehlern zu lernen und es besser zu machen."

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Und weiter: "Sie wollen Frauen unterstützen, die Familien haben wollen und Mütter werden wollen."

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