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In der sogenannten "Springboard"-Disziplin wird den Athleten alles abverlangt.
In der sogenannten "Springboard"-Disziplin wird den Athleten alles abverlangt. © Getty Images
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Bei den STIHL Timbersports-Deutschen Meisterschaften messen sich die besten Holzhacker und -säger in einem irren Wettkampf in Technik, Kraft und technischem Know-How.

Der deutsche Meister 2019 im STIHL Timbersports heißt Danny Mahr! Der 31-jährige setzte sich in einem spannenden Wettkampf über die WM-Distanz von sechs Disziplinen gegen Lars Seibert (Platz 2) und den Titelverteidiger Robert Ebner (Platz 3) durch. Für Mahr war es der erste Titel nach drei Vize-Meisterschaften. 

Rekordmeister Braun (8 Titel) landete auf Platz Vier. Der Wettkampf blieb bis zur letzten Disziplin, der Hot Saw, einer getunten Säge die nur für den Sportwettkampf benutzt wird, spannend. Aber der Reihe nach...

Underhandchop

Die 10 Athleten begannen mit der Underhandchop-Disziplin. Stehend auf einem Baumstumpf versuchten die Athleten den Baumsstumpf so schnell wie möglich mit einer Axt zu durchtrennen. Der sechsmalige Deutsche Meister Robert Ebner legte mit einer starken Zeit von 24.92 vor. Bestzeit!  Für die schnellste Zeit gibt es in den ersten drei Disziplinen 12 Punkte. Für Platz zwei 11, Platz drei 10 usw.

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Hinter Ebner platzierte sich die Timbersport-Ikone Dirk Braun über den der jünste Teilnehmer Steffen Graf (29) sagte: „Ich freue mich mit so einer Legende wie Dirk auf der Bühne stehen zu dürfen. Mein Saisonziel habe ich mit der Teilnahme an der Meisterschaft schon erreicht.“ Graf belegte am Ende den neunten Rang.

Danny Mahr drei belegte nach der ersten Disziplin Platz 3.

STIHL Stock Saw

Bei dieser Disziplin mussten die Wettkämpfer mit einer Motorsäge zwei Scheiben von einem Baumstumpf schneiden. 

Jener Dirk Braun übernahm mit einer famosen Zeit sogar die Führung im Gesamtclassement. Der Routinier behielt trotz einem kleinen Ansatzfehler die Nerven und holte sich die Bestzeit. 23 Punkte bedeuten die Führung vor Mahr (21) und Ebner (20).

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Zwischen den Disziplinen beantworteten die Athleten bereitwillig die Fragen von Kommentator Guido Hüsgen.

Danny Mahr beschrieb zum Beispiel seinen Trainingsalltag und seine Ziele: „Klar habe ich das Ziel deutscher Meister zu werden. Nach drei 2. Plätzen kann es nur noch dieses Ziel geben. Man muss aber auch die Bedingungen sehen. Ich habe Familie Job und Verpflichtungen. Andere können da mehr trainieren.“

Standing Block Chop

Beim Standing Block Chop zeigte wieder Ebner seine ganze Klasse und gewann in 23.30 vor Lars Seibert (29.92) und Mahr (32.48)

Dirk Braun bemängelte die Unregelmäßigkeit im Wettkampfholz beim Standing Block Chop. Robert Ebner schränkte ein: „Der Spaß steht im Vordergrund, wir sind keine Profis, wir können nicht von unserem Sport leben. Es ist immer eine gewisse Portion Glück beim Holz dabei, da es Naturmaterial ist. Wenn ich hier nicht locker wäre und keinen Spaß hätte dann wäre ich fehl am Platz.“

Nach diesen drei Disziplinen schieden Andreas Striewe und Thomas Hofbauer.

Andreas Striewe erwischte dabei einen rabenschwarzen Tag und wurde in den ersten zwei Disziplinen disqualifiziert. Nach jedem Wettkampf entscheiden die Schiedsrichter über die Gültigkeit des Versuchs.

Single Buck

Nun gab es für die Disziplinen mehr Punkte. Die Single Buck-Disziplin wird mit einer großen Metall-Säge absolviert.

Lars Seibert gewann diese Disziplin mit einer starken Bestzeit von 13.34. Danny Mahr (13.92) mit der zweitbesten Zeit. Ebner musste sich mit der viertbesten Zeit zufriedengeben. Mahr führte nun mit 45 Punkten vor Ebner und Seibert.

Springboard

Danny Mahr und Robert Ebner liefern sich erbitterten Kampf in der Springboarddisziplin. Normalerweise als erste Disziplin durchgeführt, forderte „Springboard“ über die WM-Distanz konditionell alles von den Sportlern ab. Ebner lieferte die Top-Zeit.

Trotzdem blieb Mahr vor der letzten Disziplin mit einem Punkt in Führung.

Finale Hot Saw

Im finalen Hot Saw sägen zeigte der 49-jährige Braun seine ganze Klasse und ersägte sich die Bestzeit, war aber im Gesamtklassement chancenlos auf den Sieg. Die letzte Paarung des Abends war die entscheidende. Ebner mit einem kleinen Fehler beim Anschneiden musste sich schließlich Mahr geschlagen geben der am Schluss die zweitbeste Zeit hatte. 

Mit 74 Punkten siegte Mahr vor Seibert (62) und Ebner (61) in der Endabrechnung, ohne in einer Disziplin der beste gewesen zu sein. 

"Meine Konstanz war der Schlüssel", bilanzierte der neue deutsche Meister im Interview. Mit seiner Tochter auf dem Arm feierte der sichtlich gerührte Mahr den größten Triumph seiner Karriere.

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