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Cécile Pieper ist unter anderem EM-Zweite im Hockey und studiert Psychologie
Cécile Pieper ist unter anderem EM-Zweite im Hockey und studiert Psychologie © Planet Hockey
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Hockeyspielerin Cécile Pieper steht zur Wahl zum "Sport-Stipendiat des Jahres 2020". Im Interview spricht sie über ihre weiteren sportlichen Ziele ihr Jahr 2019.

Ab sofort kann unter www.sportstipendiat.de der Sport-Stipendiat des Jahres 2020 gewählt werden.

Mit der Auszeichnung ehren die Deutsche Sporthilfe und die Deutsche Bank in Kooperation mit SPORT1 auch in diesem Jahr wieder einen Athleten, dem die Kombination aus Spitzensport und Studium in besonderer Art und Weise gelingt. Fünf Top-Sportlerinnen und -Sportler stehen bis zum 2. August 2020 zur Wahl:

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Im dritten Teil unserer Interviewserie stellen wir Ihnen Cécile Pieper vor. Für ihren Traum von den Olympischen Spielen in Tokio hat die Hockeyspielerin vorgearbeitet, ihren Psychologie-Master in drei statt vier Semestern absolviert. Die Verschiebung auf 2021 nutzt die 25-Jährige, um ihre Masterarbeit vorzuziehen – und ihren verletzungsgeplagten Körper wieder auf Top-Niveau zu bringen.

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Deutsche Sporthilfe: Cécile, das Jahr 2019 war bei Dir geprägt von einem riesigen Pensum an der Uni und vielen Verletzungspausen. Kannst Du der Olympia-Verschiebung daher auch etwas Positives abgewinnen?

Pieper: Mit etwas Abstand hat es für mich auf jeden Fall auch positive Aspekte. 2019 war ich fast durchgehend verletzt. Die Verschiebung gibt mir nun mehr Zeit, meine Fitness wieder auf ein absolutes Top-Level zu bringen – als Sportler will man sich bei Olympia ja in der besten Form zeigen. In der Uni musste ich ein wenig umplanen, das hohe Pensum zuletzt hatte damit zu tun, dass ich vor Tokio möglichst viel abhaken wollte. Jetzt habe ich eben spontan meine Masterarbeit vorgezogen und kann nebenbei noch ein bisschen arbeiten.

Deutsche Sporthilfe: Sportlich müssen sich die „Danas“ keine Sorgen mehr machen, nach der bei der EM knapp verpassten Olympia-Qualifikation habt Ihr Euch im Herbst qualifiziert. Eine Erleichterung?

Pieper: Wir sind in die Europameisterschaft gegangen mit dem Ziel, das Turnier zu gewinnen und uns so direkt für Tokio zu qualifizieren. Die Silbermedaille war deshalb etwas enttäuschend, aber das Niveau bei einer EM ist im Prinzip das gleiche wie bei einer WM. Daher wurde der Fokus schnell auf die beiden Quali-Spiele gelegt. Nach dem 2:0 im ersten und dem 7:0 im zweiten Spiel waren wir dann doch sehr erleichtert. Und natürlich happy, aber es war weniger große Freude als der Druck, der in diesem Moment von uns abfiel.

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Deutsche Sporthilfe: Neben EM, Olympia-Quali, der neugeschaffenen Pro League und der Hockey-Bundesliga hast Du Deinen Master in drei anstatt vier Semestern absolviert. Wie hast Du das geschafft?

Pieper: Rückblickend frage ich mich auch, wie viele Stunden mein Tag hatte. Viel nachgedacht habe ich darüber nicht. Die Tage waren immer komplett durchgetaktet, ich kam nie zur Ruhe: Vom Training zur Reha, zweimal die Woche von Köln zur Uni nach Mannheim. Da ging ich dann schon auf dem Zahnfleisch. Das bedarf viel Organisation, Koordination und Unterstützung durch die Uni, gerade bei Lehrgängen mit der Nationalmannschaft. Die Uni Mannheim hat hier echt gute Arbeit geleistet. Auch wenn mir nichts geschenkt wurde, konnte ich manchmal Zusatzarbeiten erledigen oder mich per Video-Call zuschalten. Gewissermaßen bedeutete mein Fußbruch Glück im Unglück, sodass ich wenigstens die Klausuren mitschreiben konnte – nur mussten dann alle vier Weisheitszähe herausoperiert werden, das war schon heftig.

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Deutsche Sporthilfe: Mit Deinem Psychologie-Master bist du nun fast fertig. Was bedeutet Dir generell Dein Leben abseits des Hockeyfelds, wie wichtig ist Dir das Studium als Ausgleich zum Leistungssport?

Pieper: Ohne würde es für mich richtig schwer werden. Ich merke es gerade vor Olympischen Spielen, wenn man in der Regel ein Urlaubssemester nimmt: Mir fehlt dann etwas, ich benötige einen Ausgleich zum Sport und die Beschäftigung mit anderen Themen. Jetzt gerade, in Corona-Zeiten, hat die Uni fast oberste Priorität. Hockey ist meine Leidenschaft, aber ich weiß ja auch, dass man mit dem Sport danach kein Geld verdienen wird. Jetzt können wir zwar gut davon leben, vor allem dank der Sporthilfe und des Deutsche Bank Sport-Stipendiums, aber das ist ja kein Dauerzustand.

Deutsche Sporthilfe: Du hast bereits Olympia-, WM-und EM-Medaillen gewonnen. Wie würdest Du die Auszeichnung als Sport-Stipendiat des Jahres einordnen?

Pieper: Es wäre etwas Besonderes, weil es eben nicht primär um die sportliche Leistung geht, sondern darum, wie man Leistungssport, Studium, Privatleben, auch Verletzungen, wie man das alles unter einen Hut bekommt. Insofern wäre das für mich noch einmal eine ganz andere Auszeichnung als eine sportliche Medaille.

Steckbrief

Cécile Pieper (*31. August 1994 in Heidelberg)
Sportart: Hockey
Wohnort: Köln
Verein: Rot-Weiß Köln
Größte Erfolge: Olympia-Bronze 2016; EM-Silber 2019; EM-Bronze 2015; Hallen-Weltmeisterin 2018
Studium: Psychologie (Master)
Universität: Universität Mannheim

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