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Albrecht Schmitt-Fleckenstein
Albrecht Schmitt-Fleckenstein © Imago
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München - Albrecht Schmitt-Fleckenstein ist tot. Er hat viele Bereiche der Sportberichterstattung im TV revolutioniert, viele neue Talente gefördert. Ein Nachruf.

Er war eine prägende Figur im deutschen Sportmedien-Geschäft. Ein Macher ohne Allüren und ein Vordenker für viele heutzutage selbstverständliche Elemente der Sportübertragungen auf dem TV-Markt. Seine ungetrübte ehrliche rheinische Fröhlichkeit selbst in schwierigsten Situation bleibt unvergessen.

Jetzt ist Albrecht Schmitt-Fleckenstein plötzlich und überraschend im Alter von 59 Jahren verstorben.

Innovator bei ran und arena

Vielen Fans wird sein Name nicht sofort bekannt sein. Aber alle von ihnen haben den Aufstieg des Sports im Privatfernsehen miterlebt, bei dem "Ali" - wie er meist genannt wurde - eine der prägenden Figuren war.

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In den 90er-Jahren baute der in Düsseldorf aufgewachsene Schmitt-Fleckenstein die Redaktion von ran mit auf, die die Fußballberichterstattung in Deutschland revolutionierte. Von 2003 bis 2006 war Schmitt-Fleckenstein Sportchef von SAT1-ran.

Von SAT1 wechselte er 2006 zum Pay-TV-Anbieter arena. Der hatte sich damals überraschend die Übertragungsrechte an der Bundesliga gesichert. Schmitt-Fleckenstein baute bei einem neuen Player im Rechtemarkt ein Team aus bekannten Gesichtern, Experten und erfahrenen wie jungen Reportern auf.

Oliver Welke oder Matthias Opdenhövel, Steven Gätjen und Isabella Müller-Reinhardt wurden die Gesichter eines erstklassigen Angebotes. Er etablierte für eine Saison die Erstliga-Konferenz mit Reportern von der Tribüne und mit dem Arena-Dome das Studio direkt neben den Stadien der Fußball-Bundesliga.

Oliver Welke und Albrecht Schmitt Fleckenstein bei einem Termin mit Bayerns Luca Toni 2007
Oliver Welke und Albrecht Schmitt Fleckenstein bei einem Termin mit Bayerns Luca Toni 2007 © Imago

Live-Profi und Talentförderer

arena gab die Übertragungsrechte schon 2007 an Premiere (Sky) weiter. Schmitt-Fleckenstein blieb dem Live-Sport mit seiner Firma thinXpool aber weiter verbunden. Und dabei gelang es ihm mit seinen Teams immer wieder, neue Akzente zu setzen.

Von 2012 bis 2016 produzierte thinXpool für Servus TV die "Servus Hockey Night" der DEL - und überraschte dabei mit neuen Ansätzen wie den beliebten "Cable Guys". Seine Konzepte und Sendungen wurden mehrfach ausgezeichnet, erst zuletzt in diesem Jahr wieder war sein Team für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Seit 2014 wurde sein Unternehmen mit Sitz in einem charmanten ehrlichen Büro in Holzkirchen bei München redaktionelle Schaltstelle für das mittlerweile riesige Angebot der Telekom mit dem Magenta Sport. Live Basketball, Eishockey, Frauenfußball-Bundesliga oder die 3. Liga - alles in höchster Qualität.

Über 1.500 Live-Events aus einer Hand. Ein tolles Gespür für den Umgang mit Heerscharen von TV-Mitarbeitern, Reportern, Experten und Moderatoren. Die Kunst, immer wieder junge Talente zu entdecken und zu fördern - die Liste der Sportreporter aus Alis Stall ist lang.

SPORT1 kann sich im Zusammenhang mit den erfolgreichen Produkten wie den DEL- oder BBL-Livespielen für diese Qualität - auch im Namen unserer Zuschauer - nur bedanken.

Sein Tod wird viele in der Sportmedien-Branche deshalb sehr betroffen machen. Auch SPORT1 trauert fassungslos durch das plötzliche Ableben um einen ehrlichen Partner und Freund und spricht allen Angehörigen, insbesondere der Familie mit Frau und Tochter, tief empfundenes Beileid aus.

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