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Beide 24-Stunden-Klassiker innerhalb einer Woche und statt im Sommer im Herbst: Warum die Verschiebung von Le Mans für Porsche problematischer ist

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Durch die Terminverschiebungen wegen der Coronavirus-Pandemie kommt es Ende September (nach jetziger Planung) zu dem bei vielen Herstellern und Fahrern ungeliebten "Doubbleheader" der beiden 24-Stunden-Rennen in Le Mans und auf dem Nürburgring, die an aufeinander folgenden Wochenenden stattfinden sollen.

Auch Porsche, die in Le Mans in Le Mans mit vier 911 RSR in der GTE Pro und am Nürburgring mit mehreren 911 GT3 R in der Top-Klasse SP9 antreten, stellt die Verschiebung der Rennen vor eine Herausforderung.

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Dabei ist laut Pascal Zurlinden, Leiter des Werksrennsports bei Porsche, der neue Le-Mans-Termin aus sportlicher Sicht die größere Umstellung. "Ich glaube, dass die Verschiebung von Le Mans wahrscheinlich schwieriger ist, weil wir in Le Mans immer nur im Juni fahren", sagt er.

Keine Erfahrungswerte aus dem September in Le Mans

"Auf dem Nürburgring fahren wir hingegen das ganze Jahr lang durch die VLN", so Zurlinden weiter. Während für die Nordschleife auch bei kühleren und herbstlichen Wetterbedingungen zahlreiche Daten und Erfahrungswerte vorliegen, werden die Teams bei dem September-Termin in Le Mans Neuland betreten. "Le Mans ist definitiv die größte Herausforderung", sagt Zurlinden.

Hinzu kommt, dass der obligatorische Testtag in Le Mans in diesem Jahr ausfällt und Porsche mit dem RSR des Jahrgangs 2019 zum ersten Mal in Le Mans antritt. Das neue Auto wird daher beim Freien Training seine Feuertaufe auf der Strecke erleben. Ein großer Nachteil sollte das nach Einschätzung von Zurlinden aber nicht sein.

"Die Herausforderung, dass es keinen Testtag gibt, ist für alle gleich. Corvette wird auch mit einem nagelneuen Auto antreten, alle anderen werden mit neuen Reifen fahren", sagt er. "Daher ist die Frage, wie gut man sich nur mit den Tagen vor den 24 Stunden vorbereiten kann."

Fehlende Testfahrten für Porsche ein Nachteil

Ein größerer Nachteil sei da schon, dass aktuell keine Testfahrten auf der Rennstrecke möglich sind. "Der RSR-19 ist noch ziemlich neu, und wir haben noch viel zu lernen", so Zurlinden. "Ein Vorteil ist, dass wir jetzt eine Pause haben und wirklich jeden Stein umdrehen und alle Daten anschauen können, um uns zu verbessern."

Mit Prüfstandstests und Simulationen versucht Porsche das beste aus der Situation zu machen und das Auto auch ohne reale Testfahrten so gut wie möglich weiterzuentwickeln. "Dadurch sind wir voll dabei, damit wir wieder voll konkurrenzfähig starten können", sagt Zurlinden.

Abgesehen von den sportlichen Einschränkungen bringen die Terminverschiebungen und die Ungewissheit, wann wo welche Rennen stattfinden, vor allem aus logistischer Sicht eine Menge zusätzlicher Arbeit und Kosten. "Wir müssen Hotels, Flüge und Mietwagen stornieren und alles neu buchen. Mit dem Risiko, dass es wieder abgesagt wird", erklärt Zurlinden. "Aber wir bereiten uns auf diese Verschiebungen vor."

© Motorsport-Total.com

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