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Rene Rast siegt im zweiten DTM-Rennen in Zandvoort vor Gary Paffett und Paul di Resta und holt den ersten Saisonsieg für Audi - Paffett ist Halbzeitmeister

Rene Rast gewinnt das DTM-Sonntagsrennen in Zandvoort. Der Audi-Pilot überquerte nach 35 Runden vor den Mercedes-Piloten Gary Paffett (2.) und Paul di Resta (3.) die Ziellinie und holt den ersten Saisonsieg für Audi. Paffett behält die Führung in der DTM-Fahrerwertung und wird Halbzeitmeister.

"Es war eine extrem lange Durststrecke. Die vergangenen Wochen waren hart und waren charakterbildend. Jetzt ganz oben zu stehen ist wie ein Befreiungsschlag. Wir haben lange darauf gewartet", sagt Rast erleichtert. "Wir hatten oft eine gute Pace und dann immer ein bisschen Pech, so wie gestern. Wir haben heute eine sehr aggressive Strategie gewählt und ein gutes Rennen gehabt. Zum Schluss mit dem Safety-Car wurde es nochmal spannend, das war wirklich hart.

Die DTM-Karriere von Rene Rast begann zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle. "Heute vor zwei Jahren saß ich quasi auf dem Sofa und hab mir am Samstag DTM angeschaut. Am Samstagabend bekam ich einen Anruf. Adrien Tambay war verletzt, ob ich nicht am nächsten Tag DTM fahren kann und möchte. So bin ich zu meinem DTM-Debüt gekommen vor zwei Jahren genau hier. Jetzt stehe ich als Meister und heutiger Sieger da", so der amtierende DTM-Champion.

Große Erleichterung bei Audi über ersten Saisonsieg

"Was für ein Rennen! Unglaublich! Herzlichen Glückwunsch an Rene, ein fantastisches Rennen. Und ausgerechnet Jamie hat das Safety-Car ausgelöst, ich wäre fast gestorben! Aber ich bin sehr glücklich", fasst Rosberg-Teamchef Arno Zensen das Rennen seiner beiden Jungs zusammen.

Die Top 10 komplettierten Philipp Eng (4./BMW), Augusto Farfus (5./BMW), Pascal Wehrlein (6./Mercedes), Nico Müller (7./Audi), Edoardo Mortara (8./Mercedes), Lucas Auer (9./Mercedes) und Timo Glock (10./BMW).

In der DTM-Fahrerwertung baut Gary Paffett seine Führung weiter aus und geht mit 148 Zählern auf dem Punktekonto in die Sommerpause. Zweiter ist Paul di Resta mit 121 Punkten vor Timo Glock (101), Marco Wittmann (98) und Edoardo Mortara (97).

Anerkennung für Rast-Sieg vom Tabellenführer

"Rene hat es nach gestern verdient. Da hatte er sehr viel Pech, obwohl seine Pace sehr gut war. Heute wusste ich, dass er uns Konkurrenz machen würde, weil er hinter mir stand. Sie haben heute zeigen können, wie gut ihre Longrun-pace ist", sagt Paffett.

"Sie sind sehr früh an die Box gegangen. Das war ein Risiko mit dem Reifenabbau. Er hat sie aber gut gemanagt und er fuhr das perfekte Rennen. Ich kann ihnen nur gratulieren. Ich bin aber auch mit meinem Rennen zufrieden. Wir hatten eigentlich das perfekte Wochenende: Zwei Poles, ein Sieg und ein zweiter Platz. Von so einem Wochenende kann man nur träumen."

Philipp Eng war auf Platz vier der beste BMW-Fahrer. "Ich bin vorne gestanden und nicht zurückgefallen, sondern bin wirklich um einen Sieg mitgefahren, glaube ich. Das hat man speziell nach der Safety-Car-Phase gesehen, dass ich mit den Jungs mithalten konnte. Gegen di Resta war keine Attacke möglich, er hat sich sehr klug verteidigt und das DRS super eingesetzt. Aber ich hatte ein gutes Auto und darauf kann man aufbauen", ist der Österreicher mit seiner Leistung zufrieden.

"Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hatte immer das Gefühl, dass ich attackieren kann. Ich musste mir den Reifen nicht allzu viel einteilen und konnte Vollgas fahren von der ersten bis zur letzten Runde", ergänzt er.

Pole-Setter Gary Paffett konnte seine Führung beim Start vor Phlipp Eng und Rene Rast behaupten und als Erster in die erste Kurve einbiegen. Missglückter Start hingegen bei Timo Glock auf Platz 17: Der BMW-Mann blieb fast stehen und musste das Feld von ganz hinten aufmischen.

Anders als am Tag zuvor kam Rast schon am Ende der ersten Runde zum Reifenwechsel an die Box. Und die Strategie des amtierenden DTM-Champions sollte dieses Mal aufgehen. Paffett kam in der zehnten Runde zu seinem Pflichtboxenstopp und verlor dort wertvolle Zeit. Der Mercedes-Mann fiel hinter Rast zurück, der die Führung übernahm. Der Rosberg-Fahrer konnte sich in der Folge sogar vom Führenden in der DTM-Fahrerwertung absetzen.

Frijns bei Heimspiel im Pech

Für Robin Frijns verlief das zweite Heimrennen nicht optimal. Nach Elektronik- und Motorproblemen am Vormittag musste der Niederländer das Auto aus den gleichen Gründen vorzeitig abstellen. Pech für den Lokalmatador, der am Samstag sein bestes Qualifying- und Rennergebnis der Saison einfahren konnte.

Im 21. Umlauf kam das Safety-Car auf die Strecke, weil sich Bruno Spengler in der ersten Kurve einen Schubser von Jamie Green bekam und im Kies steckte. Die Streckenposten konnten den Kanadier aus der misslichen Lage befreien und den BMW wieder befreien. Green wurde von der Rennleitung für diese Aktion mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Für den Briten war damit das Rennen gelaufen.

Der führende Rast an der Spitze hatte ein Deja-Vu vom Vortag, wo ihm das Safety-Car einen Strich durch die Strategie-Rechnung machte und er ans Ende des Feldes zurückgespult wurde. Doch dieses Mal ging alles glatt und der rote Audi behielt die Führung. Im Mittelfeld kamen sich Loic Duval und Marco Wittmann beim IndyCar-Restart in die Quere und beschädigten dabei ihre Autos.

"Insgesamt war das Wochenende in Zandvoort für uns fantastisch. Gestern der Vierfach-Sieg, heute ein Doppelpodium. Noch dazu konnten wir die Führung in allen Meisterschaften zur Halbzeit der Saison weiter ausbauen. Natürlich hätten wir uns heute einen Sieg gewünscht, aber auf dieser Strecke ist das Überholen einfach extrem schwierig", Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.

"Es war auf jeden Fall richtig von Gary nicht die Brechstange auszupacken, sondern seinen zweiten Platz überlegt nach Hause zu fahren. Respekt aber auch vor der Leistung von Rene Rast. Er hat seinen Reifen unglaublich gut gemanagt und ist heute der verdiente Sieger", fügt er hinzu.

Weitere Stimmen und Reaktionen von den Fahrern und Teamverantwortlichen können Sie in unserem Live-Ticker nachlesen!

Die DTM geht nun in eine vierwöchige Sommerpause bevor am 11./12. August die zweite Saisonhälfte im englischen Brands Hatch eingeläutet wird.

© Motorsport-Total.com

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