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Andrea Dovizioso beeindruckte Audi beim Test mit Ehrgeiz und Akribie
Andrea Dovizioso beeindruckte Audi beim Test mit Ehrgeiz und Akribie © Audi AG
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Warum das DTM-Fahrerlager Audi-Gastfahrer Andrea Dovizioso in Misano eine Überraschung zutraut und worauf es für den MotoGP-Star ankommen wird.

Nicht ganz ein Jahr nach der sensationellen Fahrt von DTM-Gastfahrer Alex Zanardi zu Platz fünf in Misano versucht dessen Landsmann Andrea Dovizioso kommendes Wochenende auf dem Marco Simoncelli World Circuit sein Glück. Doch was traut das DTM-Fahrerlager dem 33-jährigen MotoGP-Vizeweltmeister bei seinem Gaststart zu?

"Er hat beim Testen sehr methodisches und fokussiertes Vorgehen gezeigt", sagt Audi-Sportchef Dieter Gass und verweist auf die eineinhalb Testtage des Italieners in Misano, bei denen dieser enormen Ehrgeiz zeigte und bis in die Dunkelheit 183 Runden drehte.

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Dennoch gibt er zu bedenken, "wie hart die DTM gerade in diesem Jahr mit den neuen Turboautos ist. Deshalb darf die Erwartungshaltung nicht zu hoch sein. Es ist eine tolle Sache für Audi und die Motorsport-Fans, dass Andrea trotz seines vollen Terminkalenders in der DTM antritt."

Di Resta weiß: Dovizioso hat Auto-Vorteil

Während Ekström an jene Bolidengeneration sowieso gewöhnt war, hatte Zanardi in Misano auch mit der nassen Strecke zu kämpfen - ein Grund, warum er in den Qualifyings rund vier Sekunden Rückstand hatte. In den Rennen fehlten ihm rund zwei Sekunden auf die schnellste Runde, aber durch Taktikglück wurde er Fünfter.

Mit starken Zeiten glänzte vor allem Rallye-Ass Ogier, der im ersten Rennen in Spielberg Zwölfer wurde und im Renntrimm nur eine halbe Sekunde auf die Spitze verlor. Im Qualifying fehlten ihm auch nur 1,3 Sekunden auf die Pole.

Sollte es Dovizioso in Misano gelingen, den Rückstand in einem ähnlichen Bereich zu halten, dann könnte er zumindest für die Aston-Martin-Piloten eine Gefahr darstellen, die bisher in den Qualifyings eine ähnliche Lücke auf die Spitze aufwiesen.

"Er hat ein sehr gutes Auto zur Verfügung", spielt Aston-Martin-Pilot Paul di Resta darauf an, dass Audi bei den bisherigen vier Rennen neun von zwölf möglichen Podestplätzen geholt hat. "Ich bin sicher, dass er ziemlich pushen wird. Er hat auch ein bisschen Erfahrung in diesem Auto gesammelt, wird also nicht komplett eingerostet sein."

Aston-Martin-Teamchef hat Dovizioso auf der Rechnung

Dazu kommt, dass der Schotte MotoGP-Piloten besonders viel zutraut. "Ich habe großen Respekt vor jedem, der mit einem MotoGP-Motorrad klarkommt. Diese Leute sind viel begabter und die Spitzenreiter in diesem Sport sind wirklich großartig. Und wir haben auch schon gesehen, dass der Wechsel manchmal sehr gut funktioniert", spielt er auf Doviziosos Rivalen Valentino Rossi an, der in der Vergangenheit bereits bei Formel-1- und DTM-Tests eine hervorragende Figur machte und eine Zeitlang sogar mit einem Wechsel auf vier Räder liebäugelte.

Und was für Rossi gilt, erkennt Aston-Martin-Teamchef Florian Kamelger auch beim aktuellen MotoGP-Zweiten Dovizioso. "Er ist mit massiv viel Grundspeed ausgestattet", sagt der Südtiroler im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Das ist sonnenklar und unbestritten."

Dovizioso stellt klar: Rundenzeiten in Ordnung

Wenn Dovizioso auch die Umstellung auf ein "sehr starkes Auto wie das DTM-Auto" schaffe und dieses auch schnell verstehe, "dann kann er denke ich sicher auch im Feld mitfahren. Es wäre vermessen, zu denken, dass er seine Audi-Kollegen herausfordern kann, aber man sollte ihm Überraschungen zutrauen, weil das ja auch das ganze Wochenende beleben würde. Das wäre cool und würde mich freuen."

Aber mit welchen Erwartungen geht Dovizioso selbst in sein DTM-Premierenwochenende? "Ich werde das Wochenende einfach genießen, ohne besondere Erwartungen", bemüht er sich gegenüber 'DTM.com', keinen Druck aufkommen zu lassen.

"Es ist schwierig, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge zu tun, denn da fehlt mir schlichtweg die Erfahrung, aber mit der Unterstützung von Audi und von Mattias habe ich schnell lernen können", bedankt er sich bei seinem Coach Ekström, der ihm beim Misano-Test mit Ratschlägen zur Seite stand. Zudem offenbart er: "Bei der Rundenzeit fehlt mir nicht allzu viel."

© Motorsport-Total.com

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