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Warum Audi in Erwägung zieht, vor der Entscheidung im Titelduell zwischen Rene Rast und Nico Müller einen Motorenjoker zu ziehen, und was dagegen spricht

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Nach dem Gewinn des Herstellertitels auf dem Lausitzring zieht Audi in Erwägung, ebenfalls einen Motorenjoker zu ziehen, um Rene Rast und Nico Müller im Titelduell vor möglichen Ausfällen zu bewahren. "Wir denken darüber nach", bestätigt Audi-Sportchef Dieter Gass und stellt klar, dass es "am wahrscheinlichsten" wäre, nur bei den beiden Titelkandidaten die Motoren zu wechseln.

"Das ist wirklich eine strategische Entscheidung, die wir vor dem Nürburgring fällen werden", sagt Gass. "Derzeit sehen wir nicht gezwungenermaßen einen Grund, es zu tun, denn bisher hatten wir keine Zuverlässigkeitsprobleme an den Motoren selbst", erklärt Gass. "Aber natürlich wäre es der schlimmste Fall, wenn wir bei den beiden Finalrennen ein großes Problem haben."

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Gass betont, dass man die zwei Motorwechsel nicht durchführen würde, "um die Performance zu verbessern", sondern rein um "potenzielle Risiken bei der Zuverlässigkeit zu eliminieren", auch wenn man keine konkrete Angst vor Defekten habe: "Wir haben nun ziemlich viele Rennen ohne Motorschaden überstanden."

Was gegen einen Motorenjoker spricht

Entscheidet man sich zu diesem Schritt, würden im folgenden Rennen als Strafe die Punkte der beiden besten Audi-Piloten für die Herstellerwertung gestrichen werden. Das hätte zwar keine Folgen, da man den Titel bereits sicher hat, aber derzeit sind die Ingolstädter der einzige Hersteller, der noch mit weißer Weste dasteht. Aston Martin hatte bereits beim zweiten Wochenende in Zolder den ersten Motorenjoker gezogen, BMW holte in Brands Hatch ebenfalls neue Motoren ins Pool.

"Die Motoren sind dazu entwickelt worden, über eine Saison zu halten, und ich denke auch, dass sie das können", erklärt Gass, was gegen einen Motorenjoker sprechen würde. "Wir haben derzeit noch keinen Grund, den Motor zu wechseln. Und dann kann man natürlich auch zeigen, dass sie es schaffen über eine Saison."

"Gute Gründe", auf Nummer sicherzugehen

Es gäbe aber "gute Gründe, die dafür sprechen, auf Nummer sicherzugehen", deutet er an, in welche Richtung man tendiert. Die Entscheidung sei "noch nicht gefallen. Wir werden das in den nächsten zwei Wochen besprechen."

Die Zuverlässigkeit ist 2019 erstmals seit vielen Jahren in der DTM wieder ein großes Thema, was an der Einführung der Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotoren liegt. Diese sind nicht nur anfälliger, weil sie noch nicht ausgereift sind, sondern sorgen auch für enorme Vibrationen. Das hat bereits mehrfach in dieser Saison für Ausfälle gesorgt.

Erst auf dem Lausitzring schied DTM-Leader Rene Rast am Samstag wegen eines noch ungeklärten Defektes aus, weshalb man in einer Nachtschicht aus Sicherheitsgründen zahlreiche Teile tauschte. Man geht davon aus, dass die Ursache im Bereich der Elektrik oder Elektronik liegt. Audi will nun auf jeden Fall verhindern, dass die Zuverlässigkeit die Meisterschaft entscheidet.

© Motorsport-Total.com

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