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Wieso Paul di Resta bei der Bekanntgabe des DTM-Ausstiegs von R-Motorsport nicht mehr an Bord war und sich auch nicht um einen DTM-Verbleib bemühen wird

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Nur wenige wissen: Als R-Motorsport am Freitag den Ausstieg aus der DTM bekanntgab, war Teamleader Paul di Resta längst nicht mehr an Bord. Der 33-Jährige und R-Motorsport hatten sich bereits im Vorfeld "einvernehmlich" getrennt, weil sich dieser "in Richtung WEC orientieren" wolle, hieß es aus der Schweiz.

"Mit Teilen des Teams werden wir in anderen Projekten weitermachen", sagt Teamchef Florian Kamelger auf die Frage, wie es mit den vier DTM-Fahrern weitergeht. "Details dazu werden wir später kommunizieren. Paul di Resta wird nicht mehr dabei sein."

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Damit verliert die DTM nach Bruno Spengler, der von BMW in die IMSA-Serie versetzt wurde, den nächsten Champion. Di Resta, der 2010 mit Mercedes seinen einzigen DTM-Titel holte und insgesamt zehn DTM-Jahre auf dem Buckel hat, startete bereits im Vorjahr parallel zur Tourenwagenserie für Zak Browns United-Autosports-Team in der LMP2-Klasse der WEC - damals noch mit Priorität Aston Martin.

Di Resta von DTM-Terminkollision "nicht betroffen"

Klare Indizien für di Restas DTM-Aus gab es aber bereits beim WEC-Wochenende in Bahrain Mitte Dezember, als er auf die Frage, was er von der Terminkollision zwischen dem DTM-Rennen in Anderstorp und den 24 Stunden von Le Mans halte, antwortete: "Davon bin ich nicht betroffen."

"Ich fahre die WEC und dann Le Mans - und dann sehen wir weiter", so di Resta auf die Frage nach seinen Plänen für 2020. "Alles andere, was das nächste Jahr angeht, werde ich nicht kommentieren."

Dabei hatte di Resta am Nürburgring-Wochenende Mitte September 2019 im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' noch gemeint, dass er langfristig mit R-Motorsport plane, zumal ihn auch das Aston-Martin-Hypercar-Projekt Valkyrie für Le Mans reize: "Das war ein Aspekt, warum ich hierhergekommen bin und mit R-Motorsport in der DTM antrete."

Frustrierendes letztes DTM-Jahr

Doch selbst wenn es R-Motorsport geschafft hätte, 2020 in der DTM doch noch an den Start zu gehen, hätte di Resta vermutlich nicht mehr in das Programm gepasst. Er war mit Sicherheit der teuerste Pilot des Quartetts, außerdem gab es schon während der Saison immer wieder Konflikte zwischen dem erfolgsverwöhnten Ex-Formel-1-Piloten und dem mit Problemen kämpfenden DTM-Neueinsteiger.

Tiefpunkt war sein Boxenfunk-Wutanfall beim Heimrennen in Brands Hatch, als er wegen eines wiederholten Funkproblems zu früh an die Box gekommen war und die Crew unvorbereitet traf.

Aber auch der Lenkungsbruch bei seinem vermutlich letzten DTM-Wochenende in Hockenheim, der einen Abflug zur Folge hatte, dürfte dem Routinier, der im Jahr davor noch bis zum Saisonfinale um den Titel gekämpft hatte, in unliebsamer Erinnerung bleiben.

So sieht di Restas DTM-Bilanz aus

Und die bitteren Zahlen: Platz 16 im Gesamtklassement - mit nur 21 Punkten. Nur die beiden Aston-Martin-Rookies Jake Dennis und Ferdinand Habsburg landeten in der Meisterschaft hinter ihm.

Dennoch blickt di Resta auf eine erfolgreiche DTM-Karriere zurück. Insgesamt gelangen dem Schotten, der schon 2007 in seiner ersten Saison mit dem Mercedes-Jahreswagen für Furore sorgte und Fünfter wurde, ehe er 2010 den Titel holte, elf Siege, 37 Podestplätze, zehn Schnellste Runden und neun Pole-Positions.

2008 wurde er Vizemeister, 2009 und 2018 gelang im Platz drei in der Meisterschaft. Seinen vorerst letzten DTM-Sieg feierte di Resta am 25. August 2018 beim Samstag-Nachtrennen in Misano. Nach dem Aus für di Resta sind Rene Rast, Marco Wittmann und Mike Rockenfeller die einzigen DTM-Piloten, die bereits einen oder mehrere Titel auf dem Konto haben.

© Motorsport-Total.com

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