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München - Sophia Flörsch reagiert mittlerweile gelassen auf Fragen nach ihrem Horrorunfall. Im Podcast "Sag mal" gesteht sie aber, dass das schon mal anders war.

Mehr als zwei Jahre ist er nun schon her, der Horror-Unfall von Sophia Flörsch von Macao.

Doch mit den Fragen nach ihrem spektakulären Abflug und dem Einschlag des Autos in die Streckenbegrenzung wird die junge Rennfahrerin bis heute konfrontiert.

Mittlerweile sei es nicht mehr so schlimm, erzählt die 20-Jährige im SPORT1-Podcast Sag mal: "Es kommt immer vor und es ist normal geworden. Es ist Teil meines Lebens und Teil meiner Karriere."

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Es gab allerdings Zeiten, da haben sie die Fragen nach dem Crash sehr gestört. "Ich war immer nur das Mädchen mit dem Unfall", berichtet Flörsch. "Das war gerade dahingehend nervig, weil Macao 2018 ein sehr gutes Wochenende für mich war."

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Bis zu dem Zeitpunkt des Unfalls hatte sie auf der schwersten Strecke der Welt, wie sie den Stadtkurs bezeichnet, um Platz 13 gekämpft. "Darüber hat nie jemand gesprochen", bedauert die Münchnerin. (NEWS: Alles zum Motorsport)

Sophia Flörsch: Horror-Unfall von Macao

Ihr persönlich habe es deshalb gutgetan, gleich im Jahr darauf nach Macao an die Strecke zurückzukehren. "Die Ärzte zu sehen, das Buch Unfall zu schließen und die Story fertig erzählt zu haben, war mir wichtig", betont Flörsch. 

In der vergangenen Saison versuchte sie, ihr Können in der Formel 3 zu demonstrieren. Dabei wurde ihr aber erneut schmerzhaft vor Augen geführt, wie schwer es ist, sich im Motorsport zu etablieren, wenn man nicht über mehrere Millionen Euro verfügt.

"Um in der FIA Formel 3 bei einem Team zu fahren, das gewinnen kann, zahlen Fahrer dort zwischen 1,2 und 1,6 Millionen", berichtet Flörsch: "Die musst du für diese Saison aufbringen."

Sie habe zwar eine Familie und Sponsoren, die sie unterstützten - allerdings habe dieses Geld nicht für ein Top-Team gereicht: "Deshalb war ich im letzten Jahr in einem Mittelklasseteam, in dem du für 900.000 Euro eine Saison fahren kannst."

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So will Flörsch nicht in die Formel 1

Dass im Formelsport der Aufstieg eng mit den finanziellen Hintergründen im familiären Umfeld verbunden ist, stört sie sehr.

"Ich will nicht, dass mein Papa jetzt ein Team kauft und sagt, ich habe keine Ahnung wie viele 100 Millionen da reingesteckt, damit meine Tochter Formel 1 fährt", erklärt sie.

Nur wegen des Geldes wolle sie auch nicht von einem Team genommen werden, sagt Flörsch: "Ich will davor mit Talent gezeigt haben, dass ich es wert bin und von einem Hersteller unter Vertrag genommen werden."

Flörsch kämpft für Frauen im Motorsport

Grundsätzlich aber träumt sie nach wie vor von einer Karriere in der Formel 1. Sollte sie es bis dahin schaffen, würde sie damit praktisch nebenbei auch ihr zweites großes Ziel erreichen: den Fokus auf die Frauen im Motosport zu lenken.

"Ich möchte vermitteln, dass man als Frau im Motorsport tätig sein kann und trotzdem Frau bleiben kann", sagt sie: "Ich bin trotzdem ein Mädel mit langen blonden Haaren und lackierten Fingernägeln und Schminke im Gesicht."

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