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Ist das der Schritt zurück zu altem Ruhm? Die Scuderia Ferrari stellt in Fiorano den SF70H vor, mit dem in der Saison 2017 der Angriff auf den Titel erfolgen soll.

Auffällige Heckfinne, markante Seitenkästen, aggressiver Look: Der Traditions-Rennstall Ferrari um den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel setzt im ewigen Kampf mit Branchenprimus Mercedes auf ein mutiges Design und will den Silberpfeilen endlich wieder das Leben schwer machen.

Nach einer Saison ohne Siege haben die italienischen Ingenieure mit dem SF70-H ein Auto geschaffen, das sich stark von der Konkurrenz abhebt.

Seitenkästen fallen auf

Bei der kurzen Videopräsentation einen Tag nach der Vorstellung des neuen Autos von Weltmeister Mercedes im Internet fielen zunächst die große weiß lackierte Finne im Heck und die völlig neu konzipierten Seitenkästen auf.

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Vor allem in diesen beiden Punkten und der breiten Nase unterscheidet sich die neue "Rote Göttin" vom brandneuen Mercedes W08, der nur einen Tag zuvor in Silverstone enthüllt wurde.

Die stolzen Italiener hoffen, dass sie den Silberpfeilen nach einer enttäuschenden Saison mit ihren eigenen Innovationen endlich wieder Probleme bereiten können.

Der 29-jährige Vettel wartet schon seit September 2015 in Singapur auf einen Sieg, in der Fahrerwertung landete der Heppenheimer im vergangenen Jahr abgeschlagen auf dem vierten Rang, sein finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen wurde nur Sechster. Gegen Weltmeister Nico Rosberg und dessen Stallrivalen Lewis Hamilton waren sie schlicht chancenlos.

Testfahrten beginnen Montag

Ob in der am 26. März in Melbourne/Australien beginnenden Saison 2017 alles besser wird? Erste Aufschlüsse darüber könnte es ab Montag bei den ersten offiziellen Testfahrten in Spanien geben. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya wird Ferrari genau wie die Konkurrenz das erste Mal auf die Strecke gehen und die Grenzen des neuen Wagens austesten.

"Das Team ist jetzt zu Beginn der neuen Saison viel weiter, als es viele Leute glauben. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir die von uns selbst erwünschten und vorgegebenen Ziele schaffen werden", sagte Vettel der Tageszeitung Die Welt. Er verfolge seinen Plan, mit Ferrari Weltmeister zu werden, "noch immer mit großer Leidenschaft", sagte Vettel.

Neue Regeln ein Nachteil für Ferrari?

Nach umfangreichen Regeländerungen im Winter werden die Karten neu gemischt. In der Vergangenheit war dies für die Roten eher schlecht. Deswegen schreibt der viermalige Weltmeister Alain Prost das Team aus Maranello auch schon einen Monat vor dem ersten von 20 Rennen ab.

"Wenn sich die Regeln und Autos drastisch geändert haben, gehörte Ferrari bisher fast nie zu den Spitzenreitern. Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Ferrari-Piloten in diesem Jahr die Chance auf den Titel haben", sagte Prost der finnischen Zeitung Ilta Sanomat.

Natürlich will Vettel das Gegenteil beweisen. In seiner ersten Saison für Ferrari holte er 2015 immerhin drei Siege und stand insgesamt 13-mal auf dem Podest, im zweiten Jahr reichte es aber nur noch zu sieben Podiumsplatzierungen.

Ferrari habe in der Vergangenheit "eine Menge Lektionen gelernt, die uns in der Zukunft viel stärker machen werden", sagte Vettel. Der Abstand zu Mercedes sei 2016 "schon kleiner geworden – aber richtig ist auch, dass 2016 bei Ferrari nicht alles glatt gelaufen ist."

Das soll sich ändern.

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