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Race winner Ferrari driver Michael Schumacher of Germany and runner-up Ferrari driver Rubens Barrichello of Brazil
Rubens Barrichello (r.) musste Michael Schumacher 2002 nach einer Stallorder von Ferrari vorbei lassen © Getty Images
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2002 kommt es zu einem der größten Skandale in der Formel 1. Rubens Barrichello muss Michael Schumacher vorbeilassen. Der Brasilianer verrät, wie es ihm erging.

Viele Jahre hat sich Rubens Barrichello geweigert, über jene unrühmliche Szene in der Formel-1-Saison 2002 zu sprechen. Doch nun hat der Brasilianer zu einem der größten Skandale in der Königsklasse Stellung bezogen.

Und es macht den Anschein, als hätte er den Schmerz über die Stallorder von Ferrari, als Barrichello Teamkollege Michael Schumacher beim Großen Preis von Spielberg vorbei lassen musste, immer noch nicht ganz überwunden.

"An jenem Tag bin ich nach der Siegerehrung nicht zur Pressekonferenz gegangen, denn mir war schlecht. Ich habe an diesem Tag viel gekotzt - vor Wut", schilderte Barrichello seine damaligen Gefühle dem brasilianischen Fernsehsender TV Globo.

Barrichello überlegte lange

Der heute 45-Jährige war von seinem Rennstall bereits acht Runden vorher gebeten worden, den an Position zwei liegenden Schumacher passieren zu lassen. Barrichello führte lange einen Kampf mit sich selbst, ob er den Anweisungen Folge leisten sollte oder nicht.

"Ich fuhr in die letzte Kurve und hatte entschieden, den Platz nicht aufzugeben. Aber dann dachte ich: 'Ich liebe das, was ich mache. Was ist, wenn sie mich feuern?' Und sie haben mir gesagt, ich solle mir das zweimal überlegen", fügte Barrichello hinzu.

Er wurde erst kurz vor der Ziellinie langsamer, der Deutsche fuhr vorbei und holte den Sieg. Dadurch entstand, was Ex-Ferrari-Teamchef Ross Brawn heute immer noch als "peinliche Situation" bezeichnet.

Ferrari erntete massive Kritik

Zu diesem Aspekt und zum Wortlaut des Funkverkehrs will Barrichello nach wie vor nichts sagen. Möglicherweise plant er, seine Gedanken darüber in einer Autobiografie niederzulegen.

"Wenn man den Funk damals gehört hätte, dann wären alle angeekelt gewesen", erklärte Barrichello und kündigte an: "Ich habe mir diesen Funkverkehr notiert, um ihn eines Tages in einem Buch zu veröffentlichen." Die ganze Welt habe damals gesehen, "wer gewonnen hat. Für Schumacher sah das schlecht aus."

Der Eklat von Spielberg hatte massive Kritik an der Scuderia von vielen Seiten zur Folge. Selbst die Fans konnten die Aktion nicht fassen.

2003 führte die Formel 1 ein, dass der Boxenfunk veröffentlicht werden muss. Das dürfte Barrichellos Schmerzen kaum gelindert haben.

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