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Beim Brasilien-GP jubelt Lewis Hamilton über einen knappen Sieg. Auch Mercedes hat mit dem Konstrukteurs-Titel Grund zur Freude, Sebastian Vettel dagegen nicht.

Die fünfte Krone für Mercedes war perfekt, und Champion Lewis Hamilton wollte ganz schnell zu seinen Weltmeistern. Mit Anlauf sprang der Engländer nach dem Sieg von Sao Paulo über eine Absperrung seinen Mechanikern in die Arme, die ganze Meute kam zu Fall - doch das störte in diesem Moment niemanden: Mercedes ist erneut Konstrukteurs-Weltmeister, und das beste Team der Formel 1 trug den besten Piloten auf Händen durch die Boxengasse.

Für Sebastian Vettel und Ferrari wurde der Mercedes-Feiertag zum Sinnbild der frustrierenden vergangenen Monate. "Ich habe alles versucht, aber es hat nicht funktioniert", sagte Vettel, für den es nur zu Platz sechs reichte: "Die Reifen, das Auto, es war alles nicht top. Wir hatten gedacht, es sei ein Vorteil, mit den Soft-Reifen zu starten, aber am Ende hat es sich als Nachteil erwiesen." (Der Große Preis von Brasilien im LIVETICKER zum Nachlesen)

Auf einer Skala von Eins bis Zehn sei das Ergebnis "eine Eins. Es war ein schwieriger Tag." Ferrari teilte mit, dass Vettels Auto wegen eines Sensorenproblems schwer zu fahren gewesen sei, er habe deshalb maximale Schadensbegrenzung betrieben. Kimi Räikkönen holte für Ferrari immerhin den dritten Platz. (Service: Die Teamwertung der Formel 1)

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Mercedes zum fünften Mal bestes Team

Bei Mercedes versank derweil alles in champagnerseliger Freude. "Diese Jungs haben so hart gearbeitet in den vergangenen sechs Jahren, es ist eine unglaubliche Zeit mit ihnen", sagte Hamilton sichtlich gerührt: "Für diese Momente arbeitet man jeden Tag, es ist eine solche Ehre."

Denn schon vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi (25. November) steht es nun fest: Auch der Konstrukteurs-Titel geht wieder nicht nach Maranello, Mercedes ist zum fünften Mal in Folge bester Rennstall. Damit liegt Silber nur noch einen WM-Sieg hinter der Bestmarke von Ferrari. Die Scuderia hatte von 1999 bis 2004 mit Michael Schumacher sechs Team-Titel geholt und hält den Rekord für die längste Serie.

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In einem teilweise mitreißenden Rennen spielte Vettel nur eine Nebenrolle. Hamilton gewann vor dem ganz starken Max Verstappen im Red Bull, der zwei Wochen nach seinem Sieg in Mexiko nur wegen eines Kontakts mit dem überrundeten Esteban Ocon (Force India) den nächsten Erfolg verpasste. Der Franzose hatte sich in ein völlig unnötiges Duell mit dem Führenden Verstappen gewagt, dieser drehte sich und musste Hamilton noch ziehen lassen. (Service: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Verstappen wütet gegen Ocon

"Ich hoffe, dass ich Ocon jetzt nicht begegne", schnaubte Verstappen nach dem Rennen - doch leider kam es zur Konfrontation. "Er kam zu mir, hat mich rumgeschubst", berichtete Ocon, "und die Stewards mussten ihn zurückhalten, das war nicht sehr professionell."

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko witterte gar ein Komplott und verwies auf Ocons Status als Mercedes-Junior. "Ein Mercedes-Fahrer, der für 2020 einen Sitz versprochen kriegt, der dem Führenden ins Auto fährt - unglaublich", sagte er bei Motorsport-Magazin.com. Kurz nach dem Rennen wurde das Thema aufgearbeitet, Verstappen und Ocon mussten sich vor den Stewards verantworten. Der ungewöhnliche Grund: "Körperkontakt mit einem Kontrahenten".

Vettel ohne Chance

Am Start waren Pole-Setter Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas von Rang drei besser weggekommen, Vettel verlor von Rang zwei auf den ersten Metern ein wenig und verbremste sich dann auch noch in der ersten Kurve. Der Heppenheimer musste Bottas ziehen lassen - und wenig später auch noch Verstappen und seinen eigenen Teamkollegen. (Service: Der Rennkalender der Formel 1)

Spektakulär ging es dagegen an der Spitze zu. Verstappen blieb lange draußen und ging damit in Führung. Als er schließlich stoppte, kam er zwar hinter Hamilton wieder heraus, ging aber nahezu mühelos gleich wieder am Engländer vorbei - bis er auf Ocon traf.

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