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Beim Rennen in Monaco beschwert sich Lewis Hamilton permanent über den Teamfunk. Das nimmt ihm der Mercedes-Motorsportchef allerdings nicht übel. Die Stimmen.

Das Rennen in Monte Carlo war eine Zitterpartie für den Sieger Lewis Hamilton. Über weite Teile des Rennens saß ihm Max Verstappen im Nacken und ließ ihm keine Zeit zum Verschnaufen.

Wenige Runden vor dem Rennende wagte er den einzigen Angriff auf den Führenden. Dabei blieb er allerdings erfolglos. Trotz des Sieges durchlitt Hamilton mental im Cockpit Qualen: "Ich habe gedacht, es gibt überhaupt keine Chance, dass ich es bis zum Ende schaffe, ohne in die Wand zu fahren."

Während Sebastian Vettel das Duell aus der Verfolgerposition beobachten konnte, musste dessen Teamkollege Charles Leclerc das Rennen in Folge eines Reifenschadens frühzeitig aufgeben. Nach einer vermasselten Qualifikation blieb er damit auch am Rennsonntag erfolglos. (Service: WM-Stand der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

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SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, aus der Mixed-Zone und der Boxengasse zusammen.

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Lewis Hamilton (Mercedes, 1. Platz): "Es war sicherlich eines der härtesten Rennen, an das ich mich erinnere. Ich hatte wortwörtlich keinen Reifen übrig - und zwar über viele Runden. Ich kann gar nicht erklären, wie schwer es war, das Auto auf der Strecke zu halten. Alles, was du tun kannst, ist durchhalten. Es gab keine zusätzliche Leistung mehr, keine Knöpfe, die ich drücken konnte. Ich konnte nur vermeiden, Fehler zu machen. Ich wäre mindestens 25 Mal fast gecrasht."

über die Reifenprobleme: "40 Runden vor Ende habe ich schon gedacht, die Reifen wären hinüber. Das sieht man auch an den Zeiten. Dann waren irgendwann noch 20 Runden zu fahren und ich habe gedacht, es gibt überhaupt keine Chance, dass ich es bis zum Ende schaffe, ohne in die Wand zu fahren."

über die Situation im Cockpit: "Obwohl das Team hinter mir stand, war ich ganz alleine. Ich habe mir nur gedacht: Was würde Niki in dieser Situation gemacht haben?! Dank dem lieben Gott und Niki habe ich es geschafft."

Vettel hat Hoffnung für Montreal

Sebastian Vettel (Ferrari, 2. Platz): "Mit Sicherheit war es heute für uns ein gutes Ergebnis. Wir konnten mit dem zweiten Platz nicht rechnen. Es war kein einfaches Rennen, es ist sehr viel passiert. Wir haben hauptsächlich von den Fehlern der anderen profitiert. Ich hätte das ganze Rennen schneller sein können. Aber Lewis hat vorne sein Tempo gemanagt, damit er vorne bleiben kann."

über das Kräfteverhältnis: "Wir wissen, dass wir momentan nicht den Speed haben, um ganz vorne mitgehen zu können. Im Rennen waren wir die dritte Kraft, haben es dann aber geschafft, als Zweiter über die Ziellinie zu fahren."

über die Probleme im Rennen: "Hinten raus hätte ich gerne noch mehr Druck gemacht, weil ich gesehen habe, dass sich Lewis mit den Vorderreifen schwergetan hat. Aber auch Max hatte ein bisschen Graining. Ich tat mich dann schwer, meine Hinterreifen auf Temperatur zu bringen. Deswegen war es in den letzten Runden nicht ganz einfach, mitzugehen."

über den verstorbenen Niki Lauda: "Die Gedanken sind wie das gesamte Wochenende bei Niki und seiner Familie. Deswegen war es ein Rennen für ihn. Er wäre sicherlich heute zufrieden mit dem Ergebnis. Es fehlt der Mensch und die Werte, für die er gestanden hat."

über das nächste Rennen in Montreal: "Als nächstes kommt Kanada, das kann eine bessere Strecke für uns sein. Aber Mercedes ist vorne und gibt den Ton an. Wir arbeiten hart daran, den Spieß umzudrehen."

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Leclerc nach nächstem Monaco-Aus bedient

Valtteri Bottas (Mercedes, 3. Platz): "Es war ein enttäuschendes Rennwochenende für mich. Der Speed war da und Kleinigkeiten haben den Unterschied gemacht. Max hat mich in der Boxengasse erwischt. Er hat mir keinen Platz gelassen und das führte zum Plattfuß. Dann steckte ich hinter den anderen fest."

Max Verstappen (Red Bull, 4. Platz): "Das ganze Rennen waren wir richtig schnell. Es ist schade, dass wir eine Strafe bekommen haben. Das Team hat nichts falsch gemacht - ich war vorne. Am Ende haben wir touchiert und das war vielleicht der Grund, weshalb ich die Strafe bekommen habe. Es war unsere einzige Chance, Zweiter zu werden."

über den missglückten Angriff auf Lewis Hamilton: "Ich hatte eine Chance. Ich glaube, in so einer Situation werde ich es immer versuchen. Aber wir sind beide ohne Probleme weitergefahren."

Nico Hülkenberg (Renault, 14. Platz): "Wir sind vom Regen in die Traufe gekommen. Es hat alles damit angefangen, dass Charles meinen Hinterreifen aufgeschlitzt hat. Ich habe es geschafft, nicht die Wand zu berühren. Mit dem Plattfuß musste ich dann eine Runde fahren. Das Safety-Car kam auf die Strecke, nachdem ich mit meinem Boxenstopp fertig war. Dann bin ich bis zum Ende des Zugs zurückgereicht worden. Es ist sehr schwer, sich von da hinten wieder zu erholen."

über die Performance seines Renaults: "Es ist traurig. Im Fahrzeug steckt mehr Potenzial als solche Ergebnisse zeigen. Es ist frustrierend, nicht die Punkte und Belohnungen zu bekommen, die wir verdient hätten. Aber so ist der Rennsport."

Charles Leclerc (Ferrari, ausgeschieden): "Leider habe ich hier kein Rennen zu Ende fahren können, seitdem ich in die Formel 1 gekommen bin. Letztes Jahr bin ich ausgefallen, dieses Jahr bin ich ausgefallen."

über den Rennverlauf nach einer schwierigen Ausgangslage: "Es ist enttäuschend. Der 15. Startplatz war nicht die optimale Position. Ich musste deshalb Risiko gehen. Es lief dann zuerst ganz gut, aber endete im Desaster. Das ist halt einfach Monaco."

Wolff: "Man ist die Klagemauer"

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Mir war klar, dass Verstappen es am Ende des Tunnels versuchen würde. Natürlich hat er (Lewis, Anm. d. Red.) das meisterlich pariert. Er hat gesehen, dass es nichts bringt, einzulenken. Nach 20 Runden waren die Reifen fertig. Die Reifen waren definitiv ein Fehler. Wir dachten, wir könnten sie besser managen."

über die Beschwerden von Lewis Hamilton am Teamfunk: "Du musst verstehen, dass du die Klagemauer bist. Das ist ok. Er soll sich ruhig auskotzen. Man muss ihm gut zusprechen, dass er es kann und dass es nur an ihm liegt, ob wir das nach Hause retten können."

über das erste Saisonrennen ohne Mercedes-Doppelsieg: "Man muss schon am Boden bleiben und nicht völlig durchdrehen. Die fünf Doppelsiege waren ein unglaublicher Rekord, auf den wir stolz sind. Jetzt müssen ein Rennen nach dem anderen dazulegen, gut performen und hoffentlich um die WM fahren."

über den verpassten Doppelsieg-Rekord (scherzhaft): "Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass wir keinen Doppelsieg erreicht haben."

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