Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Formel-1-Pilot Sebastian Vettel überzeugt im Qualifying zum Großen Preis von Kanada auf ganzer Linie. Vieles spricht dafür, dass der Ferrari-Star auch das Rennen gewinnt.

Es waren vertraute Töne von Sebastian Vettel, als der Ferrari-Star nach dem Überqueren der Ziellinie seiner Freude im Boxenfunk freien Lauf ließ.

"Yes" schrie er gleich mehrfach in sein Mikro. Und trällerte anschließend spontan ein kleines Liedchen. 

So kennt man ihn aus seinen erfolgreichsten Zeiten in der Formel 1. Doch die letzten Wochen und Jahre waren hart und von Rückschlägen geprägt. Für den Heppenheimer war diese Pole Position beim großen Preis von Kanada ein Befreiungsschlag. (Formel 1: Großer Preis von Kanada am Sonntag um 20.10 Uhr im LIVETICKER)

Anzeige

"Ich freue mich sehr für das Team, weil die letzten Wochen - also die letzten 17 Rennen - waren extrem hart für uns", gestand Vettel: "ein Erfolgserlebnis tut immer gut. Ich denke, wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht." 

Erste Pole nach 17 Rennen

Es ist die erste Pole in dieser Saison, 17 Rennen lang hatte Vettel auf dieses Glücksgefühl warten müssen. 

"Ich bin voller Adrenalin. Das war eine super Runde. Ich konnte mich von Kurve zu Kurve steigern. Das Gefühl im Auto, wenn man fühlt, dass es richtig läuft, das ist sehr schön. Ich habe es sehr genossen" , sprudelte es aus dem vierfachen Weltmeister heraus.

Meistgelesene Artikel

Vettel und Ferrari hatten schon im freien Training gute Leistungen gezeigt. Wie so häufig. Aber dieses Mal lief es auch im Qualifying für die Scuderia Ferrari. Auch wenn es nicht für die Doppel-Pole reichte, da Charles Leclerc (Rang drei) nicht an sein Top-Level heran kam.   

Die Strecke in Montreal liegt dem Ferrari. Auf dem Circuit Gilles-Villeneuve kann der rote Renner seine Power besonders gut auf den Asphalt bringen. Kein Team gewann in Kanada häufiger als Ferrari (elf Mal).

Der 4,361 Kilometer lange Kurs mit seinen langen Geraden gilt als Hochgeschwindigkeitsrennstrecke - also wie gemalt für Vettel und seinen Wagen. Denn dem liegen insbesondere die geraden Passagen, dort kann der Ferrari sein volles Potential ausfahren und aufgrund seiner herausragenden Pace glänzen. 

Kanada-Strecke wie für Ferrari geschaffen

"Der Speed auf den Geraden ist offensichtlich sehr gut. Ich denke, der Grund für die Pole ist, dass die Pace da ist. Wir fühlen uns wohl hier auf der Strecke, die kommt uns ein bisschen entgegen", weiß auch Vettel, dass er in Kanada größere Siegchancen hat als anderswo.

Doch der 31-Jährige kennt auch die Schwächen seines Boliden: "Wir zahlen den Preis in den Kurven. Wir sind noch nicht in der Lage, dort den gleichen Grip zu entwickeln."

Jetzt aktuelle Fanartikel zur Formel 1 kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

Und dennoch. Vettel bewies im Qualifying, dass er mit Hamilton und Mercedes mithalten kann. "Ich konnte mich von Kurve zu Kurve steigern", befand er nach dem Quali-Sieg und sah eine Entwicklung bei sich und dem Auto.

Sebastian Vettel findet Gelassenheit zurück

Auch der Killerpunch und das Vertrauen in die eigene Stärke scheinen bei Vettel zurück zu sein. Hamilton hielt lange die Bestzeit. Bis wenige Sekunden vor Ende des Qualifyings lag der Brite vorne und steigerte sich unmittelbar vor Schluss noch einmal.

Doch Vettel hielt dagegen - und konterte sogar mit einer bärenstarken Runde in allerletzter Sekunde, die ihm schließlich die Pole bescherte.

Auch der vermeintliche Reifenvorteil der Silberpfeile lässt Vettel kalt: "Jetzt sich den Kopf zu zerbrechen und sich irgendetwas auszumalen bringt in der Regel nichts. Deshalb lassen wir das."

Die zurückgekehrte Gelassenheit, die den Deutschen in seiner erfolgreichen Zeit ausgezeichnet hat, könnte für Vettel auch in Montreal der Schlüssel sein, um sich zum ersten Mal in dieser Saison einen Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen zu sichern.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image