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Beim Österreich-GP entreißt Max Verstappen Charles Leclerc kurz vor Schluss den Sieg - und kommt ohne Strafe davon. Sebastian Vettel wird erneut Opfer einer Panne.

Mercedes erstmals gestürzt, doch Sebastian Vettel und Ferrari erleben das nächste Drama: Red-Bull-Star Max Verstappen hat die monatelange Dominanz der Silberpfeile in der Formel 1 gebrochen - und das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Vettel zu den tragischen Helden des Großen Preises von Österreich degradiert.

Im Kampf um den Sieg ging es in den letzten Runden so hart zur Sache, dass die Rennleitung das Duell zwischen Verstappen und Leclerc lange untersuchte - erst dreieinhalb Stunden nach Rennende war klar: Der Sieger bleibt Verstappen.

Verstappen: "Das ist Racing"

"Aus meiner Sicht ist das Racing, hartes Racing", sagte der 21-Jährige über sein Überholmanöver gegen Leclerc, "das ist doch besser als langweilig hintereinander herzufahren, oder nicht? Wenn solche Dinge nicht erlaubt sind, macht es keinen Sinn, Formel 1 zu fahren."

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Ferrari verzichtete anschließend auf einen Protest. "In unseren Augen ist es eine Fehlentscheidung. Aber die Rennkommissare sind die Richter, das müssen wir respektieren", sagte Teamchef Mattia Binotto und erklärte zudem, dass Ferrari keinen Protest gegen die Entscheidung einlegen werde.

Leclerc, ebenfalls 21, hatte zuvor die Podiumszeremonie mit versteinerter Miene über sich ergehen lassen. Und klagte über den Kontakt mit Verstappen in der rennentscheidenden Szene: "Ich konnte gar nichts machen. Es ist ein mieses Gefühl, dass die Entscheidung am Grünen Tisch fällt."

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Vettel auf Platz vier

Sebastian Vettel dagegen haderte mit Technik-Problemen, einem Startplatz im Mittelfeld und einer schläfrigen Boxencrew - fuhr mit einer starken Aufholjagd aber immerhin auf den vierten Platz. (Rennkalender)

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Mann des Tages war zweifellos Verstappen. Der Niederländer fuhr beim Heimspiel seines Red-Bull-Rennstalls trotz eines schwachen Starts wie entfesselt, zehntausende Fans in Oranje sahen die vielleicht spannendste Schlussphase der Saison, als er im Duell der Jungstars Leclerc niederrang.

Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes, der sich zuvor alle Siege dieser Saison mit Bottas aufgeteilt hatte, wurde Fünfter. Nico Hülkenberg landete im Renault auf dem 13. Platz. Im WM-Klassement führt Hamilton (197 Punkte) weiter souverän vor Bottas (166) und Verstappen (126). Vettel (123) fiel auf den vierten Gesamtrang zurück.

Wildes Qualifying in Spielberg

Das Rennen am Sonntag war Abschluss eines aufreibenden Wochenendes, das die Formel 1 nach dem Langeweiler in Frankreich dringend benötigte. Das wohl wildeste Qualifying in diesem Jahr hatte am Samstag für einen ungewohnten Mix in der Startaufstellung gesorgt. Der Ferrari konnte auf den langen Geraden des Red-Bull-Rings seine Stärken wie erwartet bestens ausspielen, und Leclerc fuhr souverän zur Pole.

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Dahinter wurde Hamilton vom zweiten auf den vierten Platz zurückversetzt, weil er einen Konkurrenten behindert hatte - Verstappen und Bottas starteten also hinter Leclerc.

Eine defekte Druckluftleitung zum Motor beendete Vettels Qualifying vorzeitig, und vielleicht war der Hesse daran nicht ganz unschuldig. Wie Teamchef Mattia Binotto mitteilte, sei der Schaden vielleicht durch einen zu harten Ritt über die Kerbs entstanden. (Fahrerwertung)

Vettel jedenfalls konnte damit nicht in den Kampf um die Pole eingreifen, ohne Zeit im Q3 qualifizierte er sich für den zehnten Rang. Aufgrund einer Strafe für die Konkurrenz rückte er immerhin auf Rang neun vor.

Leclerc wie Michael Schumacher

An der Spitze des Feldes war Leclerc der erste Ferrari-Pilot seit Michael Schumacher im Jahr 2003, der von der Pole Position in einen Großen Preis von Österreich startete. Und der Monegasse machte sich gut in dieser Rolle, kam fehlerfrei weg und behauptete die Führung. Dahinter ging es ähnlich turbulent zu wie im Qualifying.

Verstappen hatte große Probleme und fiel gleich weit zurück - er fand sich nach der ersten Kurve sogar hinter Vettel wieder. Der Ferrari-Pilot kam sehr gut weg, machte gleich drei Plätze gut und reihte sich als Sechster ein. "Wir haben eine großartige Geschwindigkeit auf den Geraden, in 71 Runden kann Sebastian einiges bewegen", hatte Binotto gesagt.

Und in der Tat hatte Vettel zunächst kaum Probleme, sich vorzuarbeiten. Nach sieben Runden lag er auf Rang vier, fünf Sekunden fehlten ihm auf den drittplatzierten Hamilton. Vettel war nun schneller und verkürzte den Rückstand Stück für Stück - dann folgte der nächste Rückschlag: Als Vettel an die Box kam, lagen seine Reifen noch nicht bereit, gut drei Sekunden verlor er damit beim Wechsel, mal wieder schien sein Rennen ruiniert.

Hamilton mit Problemen

Doch wenig später meldete Hamilton Probleme: Sein Frontflügel war beschädigt, der Engländer verlor Abtrieb und musste sich bei seinem Reifenwechsel eine neue Nase holen. Etwa acht Sekunden kostete ihn das, Hamilton kam auf Rang fünf wieder raus. Leclerc, Bottas, Vettel und Verstappen hießen nun die ersten Vier.

Und der schnellste Mann war eindeutig Verstappen. Der Niederländer ging recht locker an Vettel und Bottas vorbei und kam Leclerc immer näher. Der Showdown folgte in den letzten Runden.

Zweimal konnte der Ferrari-Youngster die Angriffe abwehren, dann ging Verstappen mit einem aggressiven Manöver vorbei. "Was zur Hölle war das!", fluchte Leclerc im Boxenfunk, wenig später fuhr Verstappen unter dem Jubel der Oranje-Fans als erster über die Linie.

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