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Hockenheim - Max Verstappen behält in einem chaotischen Deutschland-GP die Nerven und siegt in Hockenheim. Sebastian Vettel holt stark auf, Mercedes erlebt ein Debakel.

"Regengott" Sebastian Vettel erlebte eine Wiedergeburt beim Heimrennen und landete den ersehnten Befreiungsschlag - Lewis Hamilton und Mercedes versagten dagegen unter dem Jubel der deutschen Fans die Nerven, und Max Verstappen feierte einen halben "Heimsieg": Der vorerst wohl letzte Grand Prix in Hockenheim wurde zum unvergesslichen Regenrennen. Und wäre damit eine würdige Abschiedsvorstellung.

Verstappen feierte vor Tausenden mitgereisten Fans aus den Niederlanden seinen zweiten Saisonsieg, Vettel raste vom letzten Rang aufs Podest und wurde Zweiter. "Das hat extrem viel Spaß gemacht, die Bedingungen waren unheimlich schwierig, jetzt bin ich einfach nur glücklich", sagte Vettel mit sich überschlagender Stimme. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Mercedes erlebt Debakel beim Jubiläum

Hinter ihm fuhr der Russe Daniil Kwjat sensationell auf Position drei. Weltmeister und WM-Spitzenreiter Hamilton erlebte dagegen beim 200. Formel-1-Rennen von Mercedes einen bitteren Einbruch und kam nach einigen Fehlern als Elfter ins Ziel. Da Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi nachträglich jeweils eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekamen, rückte Hamilton allerdings noch auf Platz neun vor.

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Der WM-Zweite Valtteri Bottas im anderen Mercedes verlor in der Schlussphase die Kontrolle und schied spektakulär aus. Mercedes hatte in Deutschland Jubiläum gefeiert und zum 200. Mal einen GP in der Königsklasse gefahren. Erstmals seit dem GP von Mexiko 2018 stand in Hockenheim kein Mercedes-Pilot auf dem Podest.

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Hinter Hamilton (223) und Bottas (184) ist Verstappen (162) weiter Dritter des WM-Klassements, Vettel (141) bleibt Vierter, dürfte das Rennen aber als kleinen Sieg verbuchen. Dabei schien das Wochenende schon nach dem Qualifying verloren für ihn, ein Problem mit dem Turbolader hatte ihn gestoppt, er musste vom letzten Rang starten.

Vettel erwischt Traumstart

Doch das Wetter wurde zu seinem Verbündeten. Zwei Stunden vor dem Rennen setzte starker Niederschlag ein, alle Fahrer rollten mit Regenreifen in die Startaufstellung. (Das Rennen im LIVETICKER zum Nachlesen)

Die Rennleitung entschied sich für einen normalen, stehenden Start, es wurde der Auftakt eines wilden Nachmittags. Das Wetter könne "helfen", hatte Vettel vor dem Start gesagt, "der Regen wird das Rennen durcheinanderbringen." Und so sollte es kommen. Noch nie hatte Vettel in einem Rennen so viele Plätze aufgeholt: Sein Rekord stammt aus dem Jahr 2012 in Abu Dhabi, als er im Red Bull vom vorletzten auf den dritten Platz fuhr.

Hamilton hielt die Spitze beim Start souverän, dahinter verschwand das Feld in einer Gischtwolke. In dieser arbeitete sich Vettel schon in der ersten Runde sechs Plätze vor und lag auf Platz 14, machte in der folgenden Runde zwei weitere Positionen gut, dann rief ein Unfall von Sergio Perez (Racing Point) das Safety Car auf die Strecke.

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Leclerc crasht - Hamilton kassiert Zeitstrafe

Vettel kam sofort an die Box und holte sich Intermediate-Reifen, da die Strecke bereits weniger nass war, und fast das gesamte Feld traf noch während der Safety-Car-Phase die gleiche Entscheidung. Zunächst machte Vettel nun problemlos weitere Plätze gut, doch auf Rang acht war plötzlich erstmal Schluss: Der Ferrari kam nicht an Räikkönen im Alfa Romeo vorbei.

Und während Vettel etwa bis zur Rennhälfte im Mittelfeld festhing, baute Hamilton an der Spitze seinen Vorsprung vor Bottas und Verstappen aus - doch auch für den Engländer hielt dieser Grand Prix noch eine böse Wendung bereit.

Leclerc verlor die Kontrolle und kam im Kiesbett zum Stehen, erneut rückte das Safety Car aus. Einige Minuten zuvor hatte Leclerc noch Glück im Unglück: Der Monegasse wurde nach seinem frühen Boxenstopp von seiner Crew losgeschickt, obwohl Haas-Pilot Romain Grosjean in diesem Moment an der Ferrari-Box vorbeifuhr. Wegen einer "unsicheren Freigabe" wurde die Scuderia aber lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt, Leclerc selbst drohen keine weiteren Konsequenzen.

Augenblicke nach Leclercs Ausscheiden später geriet auch Hamilton im Motodrom ins Rutschen, verlor unter dem Jubel der deutschen Fans seinen Frontflügel bei einem Kontakt mit der Bande - und hatte noch Glück dabei. Er konnte weiterfahren, und das Missgeschick geschah unmittelbar vor der Boxeneinfahrt. So konnte der Engländer sich gleich eine neue Nase holen, verlor dabei aber eine Minute und war nur noch Fünfter. Zudem hatte er bei der Einfahrt abgekürzt und kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Hülkenberg mit bitterem Aus

An der Spitze nun: Verstappen vor Hülkenberg, der im 168. Rennen seiner Karriere plötzlich in Sichtweite zu seinem ersten Podium lag - und nur Minuten später ebenfalls in der Bande landete. Erneut bekamen die Zuschauer das Safety Car zu sehen, erneut rückte das Feld zusammen.

Da nun kein Regen mehr erwartet wurde, wechselte das Feld auf Slicks, Hamilton musste seine Strafe absitzen und fiel sogar hinter Vettel zurück. Die turbulente Schlussphase war eröffnet. Verstappen lag mit großem Vorsprung in Führung, dahinter hatte der verrückte Rennverlauf Kwjat und Lance Stroll (Kanada/Racing Point) auf die Plätze zwei und drei gespült. 

Vettel fuhr nun einige schnellste Runden, Hamilton dagegen leistete sich einen weiteren Dreher, der Brite landete am Ende des Feldes. Und wenig später flog Bottas an gleicher Stelle ab - die Menge jubelten, Mercedes-Teamchef Toto Wolff fluchte in der Box. Ein letztes Mal kam das Safety Car, und als das Rennen wieder freigegeben war, flog Vettel noch bis auf Rang zwei vor.

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