Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Max Verstappen erhebt nach dem USA-Rennen schwere Vorwürfe gegen Ferrari. Vettel und Co. hätten in den Wochen zuvor betrogen. Die Scuderia schießt zurück.

Trotz des Sieges von Valtteri Bottas war die Krönung von Lewis Hamilton zum sechsmaligen Formel-1-Weltmeister das große Thema beim Großen Preis der USA in Austin/Texas.

Nun aber stellen Betrugsvorwürfe von Red-Bull-Pilot Max Verstappen gegen Ferrari die weltmeisterlichen Feierlichkeiten bei Mercedes in den Schatten.

Die Scuderia hatte beim Doppelsieg von Mercedes alt ausgesehen, Charles Leclerc landete abgeschlagen auf Platz vier, Sebastian Vettel musste seinen Boliden gar frühzeitig abstellen - was Verstappen ganz und gar nicht überraschte.

Anzeige

Verstappen-Vorwürfe gegen Ferrari: "Das erklärt alles"

In einem Ausschnitt aus dem niederländischen Fernsehen ist zu sehen, wie Verstappen sagt: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst, zu betrügen."

Was der 22-Jährige meint: Nach einer Red-Bull-Anfrage veröffentlichte der Weltverband FIA vor dem Rennen in Austin eine technische Richtlinie, die eine mögliche Trickserei in Sachen Benzineinspritzung untersagte. Seit Monaten war spekuliert worden, dass Ferrari sich insbesondere auf den Geraden einen Vorteil verschaffen könnte, indem es den festgelegten Benzindurchfluss zwischen zwei Messpunkten zeitweise überschritt.

Nicht wenige vermuten, dass der Zeitpunkt der FIA-Direktive kein Zufall war. Ferrari, das als einziges Team ein Vetorecht besitzt, hatte den neuen Regeln zur Saison 2021 zugestimmt und damit angeblich Verstappens Red-Bull-Rennstall und auch Mercedes verärgert.

Jetzt aktuelle Fanartikel zur Formel 1 kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE 

"Ich bin nicht überrascht. Gar nicht. Nach dem, was herausgekommen ist. Das erklärt alles", legte Verstappen auf der offiziellen Pressekonferenz in Richtung Ferrari nach.

Auch Hamilton erkennt Leistungsunterschiede bei Ferrari

Auch der frischgebackene Weltmeister Lewis Hamilton wollte bei Vettel und Co. im Vergleich zu den vorangegangenen Rennwochenenden einen Leistungsunterschied erkannt haben.

"Sie hatten wie aus dem Nichts plötzlich tonnenweise Power. Wann immer sie mehr Power brauchten, schienen sie noch mehr zu haben", erklärte Hamilton rückblickend: "Dieses Wochenende - und ich weiß noch nicht, wie ihre GPS-Daten im Vergleich zu unseren aussehen - war definitiv anders als davor. Davor haben wir alleine auf der Geraden sieben Zehntel verloren."

Bei Ferrari stießen die schweren Vorwürfe insbesondere von Verstappen wenig überraschend auf Unverständnis - und riefen ebenso heftige Reaktionen hervor.

Ferrari-Pilot Leclerc wettert gegen Verstappen

"Das ist ein Witz, um ehrlich zu sein", wetterte Leclerc: "Er hat null Ahnung, er ist nicht im Team. Wir wissen genau, was wir tun. Ich weiß nicht, warum er darüber spricht. Er weiß nichts darüber."

Auch Ferrari-Boss Mattia Binotto reagierte angesäuert. Er habe "nach Ende des Rennens Kommentare gehört, über die ich sehr enttäuscht bin. Ich finde, solche Kommentare sind total falsch und nicht gut für den Sport. Da sollten alle ein bisschen vorsichtiger werden."

Meistgelesene Artikel

Laut Binotto habe Ferrari zwischen den Rennen in Mexiko und in den USA nichts an den Motoren geändert, sondern vielmehr in Austin experimentiert, um die Nachteile in den Kurven wettzumachen.

"Es stimmt, dass wir auf den Geraden nicht so viel gewonnen haben wie bei den Rennen zuvor", gestand der Italiener zwar, "dafür waren wir aber in den Kurven gleich schnell wie unsere Konkurrenten. Zumindest im Qualifying."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image