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München - Der Auftakt der Formel-1-Saison in Melbourne findet nicht statt. Doch bis die Entscheidung steht, gibt es unterschiedliche Meinungen. Droht nun eine lange Pause?

Eine chaotische Absage des Formel-1-Auftakts in Melbourne und eine drohende lange Pause -auf die Motorsport-Königsklasse steht in der Corona-Krise vor wilden Tagen.

Am Freitag war erst nach stundenlangem Chaos endlich klar, dass der Auftakt in Melbourne nicht stattfinden wird, die F1-Bosse blamierten sich mit einem Schlingerkurs.

Bereits einige Stunden zuvor hatten zahlreiche Medienanstalten gemeldet, dass der Australien-GP abgesagt wird. Eine offizielle Bestätigung durch die Formel 1 blieb jedoch aus. Der Promoter des Grand Prix erklärte hingegen sogar, dass das Rennen sehr wohl wie geplant stattfinden soll.

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Währenddessen kursierten Medienberichte, dass einige Fahrer bereits abgereist sind - darunter Sebastian Vettel (Ferrari) und Kimi Räikkönen (Alfa Romeo).

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Teams wie Mercedes, Ferrari und Renault sollen zudem bereits klargestellt haben, dass sie an diesem Wochenende nicht fahren werden. Vor allem die kleineren Teams und auch Red Bull wären nach eigener Aussage aber gerne angetreten.

Saisonstart der Formel 1 erst im Juni?

Jetzt rätselt die Formel 1 über Möglichkeiten, in diesem Jahr einen funktionierenden Kalender zu gestalten. Der kurzfristigen Streichung des für Sonntag geplanten Saisonauftakts folgten zunächst keine weiteren. Am Freitag schien die Absage der beiden folgenden Rennen in Bahrain (22. März) und Vietnam (5. April) aber nur eine Frage der Zeit zu sein.

"Hier haben wir uns erstmal nur um die Angelegenheit in Australien gekümmert", sagte Formel-1-Boss Chase Carey abwehrend: "Den kommenden Wochen müssen wir uns nun in kurzer Zeit widmen."

Vertreter der Teams gehen aber längst davon aus, dass der Saisonstart noch drei Monate auf sich warten lassen könnte. "Ich glaube, dass wir frühestens in Baku ein Rennen haben werden", sagte etwa Red Bull Motorsportberater Helmut Marko. Das wäre am 7. Juni.

Bis dahin stehen nach Bahrain und Vietnam ausschließlich Rennen in Europa auf dem Programm: in Zandvoort/Niederlande (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai). Markos Gedankenspiel sieht vor, die Sommerpause im August mit Nachholrennen zu füllen, "dann haben wir ab Baku eine ganz intensive Saison."

Der China-Grand-Prix, der als viertes Rennen am 19. April vorgesehen war, wurde ohnehin bereits gestrichen.

Chaos von Australien soll sich nicht wiederholen

Zudem soll Abu Dhabi, Ausrichter des Saisonfinales (29. November), Bereitschaft signalisiert haben, eine Woche nach hinten in den Dezember zu rücken, um Ende November Platz für ein weiteres Rennen zu schaffen.

Ein Szenario wie jetzt in Australien, wo Fans und sogar Teams bis Freitag kurz vor dem freien Training nicht wussten, ob die Autos auf die Strecke gehen, dürfe sich aber nicht wiederholen.

"Wir dürfen nur zu den Strecken reisen, wenn wir wissen, dass wir dann auch wirklich ein Rennen fahren", sagte Haas-Teamchef Günther Steiner: "Wir geben alle zu viel Geld bei diesen Reisen um die Welt aus, um dann untätig wieder zu verschwinden."

McLaren-Mitarbeiter infizierte sich mit Virus

Am Donnerstag hatte das McLaren-Team seine Teilnahme am Auftakt der Saison abgesagt, weil sich ein Mitarbeiter mit dem Virus infiziert hatte. Dennoch hieß es kurz darauf, dass der Grand Prix trotzdem stattfinden soll - nur eben ohne Zuschauer.

Knapp zwei Stunden vor Trainingsbeginn wurde aber dann doch klar, dass das Rennen offiziell abgesagt ist.

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Nach den Diskussionen in der Nacht auf Freitag sei "eine Mehrheit der Teams der Ansicht" gewesen, dass das Rennen nicht stattfinden soll, hieß es in der Mitteilung der Formel 1.

Dennoch herrschte am Morgen auch bei den Teams Ungewissheit. "Wir sind aufgestanden, zur Strecke gefahren und wussten noch nicht, wo die Reise hingeht", sagte etwa Günter Steiner, Teamchef des Haas-Rennstalls.

Erst nach weiteren Gesprächen und einem entsprechenden Rat der örtlichen Gesundheitsbehörde wurde das Rennen dann doch abgesagt.

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