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München - Nach der Absage des Australien-GP gehen die Stars der Formel 1 unterschiedlich mit der frei gewordenen Zeit um. Ein baldiger Shutdown erscheint wahrscheinlich.

Sebastian Vettel und Valtteri Bottas kämpften zu Hause in Europa gegen den Jetlag, Lewis Hamilton ging in Melbourne klettern, Charles Leclerc stürzte sich mit seinem Surfbrett in die Wellen - die Stars der Formel 1 nutzen ihre unfreiwillig gewonnene Freizeit an diesem Wochenende auf ziemlich unterschiedliche Weise.

Anstatt im Albert Park, der Grünen Lunge von Melbourne, für ohrenbetäubenden Lärm zu sorgen und die mit 22 Rennen längste Saison der 71-jährigen Formel-1-Geschichte einzuläuten, ist der PS-Zirkus wegen des Coronavirus mit einem Schlag zum Erliegen gekommen. Frühestens Anfang Mai in den Niederlanden wird gefahren - vorausgesetzt, drastisch sinkende Infektionsraten lassen das zu.

Solange können die Fahrer letztlich tun, was sie wollen. Die Devise lautet aber: Gesund bleiben und Kräfte sammeln für einen vermutlich stressigen Sommer und Herbst, schließlich will die Formel-1-Führung möglichst viele Rennen nachholen.

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Verstappen zockt mit Montoya

Max Verstappen und Lando Norris blieben deswegen voll im Thema. Die ohnehin konsolenaffinen Youngster legten am Sonntag Zusatzschichten im eSport ein.

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Red-Bull-Star Verstappen (22) trat bei einem virtuellen Rennen des Motorsport-Portals "The Race" gegen professionelle Gamer und Rennfahrerkollegen an, zu denen unter anderen der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien) zählte.

Er schlug sich beachtlich. Er gewann ein Qualifikationsrennen für das Finale. Dort wurde er nach einer furiosen Aufholjagd unter 24 Fahrern Elfter.

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McLaren-Youngster Norris (20), dessen Team den bislang einzigen bestätigten Coronafall der Formel 1 zu verzeichnen hatte, nahm an einem Event mit dem treffenden Namen "Not the Aus GP" teil. Auch Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne (Frankreich) und Mercedes-Ersatzfahrer Esteban Gutierrez kündigten ihre Teilnahme an dem virtuellen und virenfreien Kräftemessen an. Gespielt wird der aktuelle Formel-1-Titel "F1 2019". Die Strecken sind den berühmten Gaststartern also bestens bekannt.

Hamilton klettert und surft

Weltmeister Hamilton bleibt auch ohne Formel-1-Rennen aktiv.  Schon am Samstag war er in einer Kletterhalle in der Gegend von Melbourne zu sehen - inklusive ein paar Fotos seines Aufstiegs.

Am Montag postete er auf Social Media ein Video, das ihn beim Surfen zeigt. Auch auf dem Wasser macht der Brite eine gute Figur.

Auch Charles Leclerc wagte sich mit dem Bord ins Nass, sah dabei aber nicht ganz so sportlich aus wie der sechsmalige Weltmeister.

Ferrari schließt Fabriken

Die Folgen des Kommunikationsdesasters von Melbourne mit der unwürdig späten Rennabsage wenige Stunden vor dem ersten Training werden der Formel 1 noch lange nachhängen. Kurzfristig steht aber alles im Zeichen der Corona-Abwehr. Einige McLaren-Teammitglieder bleiben bis zum Ende ihrer Quarantäne in Melbourne, alle anderen Australien-Reisenden sollen dem Konzernsitz in Woking 14 Tage fernbleiben.

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Vettels Ferrari-Team schloss am Sonntag seine Fabriken und damit auch die Formel-1-Schmiede bis zum 27. März. "Es ist eine Frage des Respekts vor den Mitarbeitern, dass wir im Sinne ihres Wohls und dem ihrer Familien diese Entscheidung getroffen haben", sagte Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri.

Shutdown wahrscheinlich

Weil die Sommerpause im August wohl für nachzuholende Rennen weichen muss, erscheint ein genereller Shutdown in der Königsklasse für die nächsten Wochen wahrscheinlich. Alle Mitarbeiter würden dann in den Urlaub geschickt, in den Fabriken dürfte kein Handschlag getan werden.

Die Zuversicht, dass es 2020 noch zu Action auf der Strecke kommt, ist in jedem Fall vorhanden. Norris rief seine Fans am Sonntag über die Sozialen Netzwerke abermals auf, Vorschläge für sein Helmdesign beim Großen Preis von Großbritannien einzureichen. In Silverstone soll am 19. Juli gefahren werden.

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