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Spielberg - Ex-Pilot Ralf Schumacher kritisiert die Rolle von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, sieht ein Strukturproblem. Nick Heidfeld denkt an einen Wechsel an der Spitze.

Es war ein kapitaler Fehlstart für Sebastian Vettel:

Der viermalige Weltmeister verpasste im Ferrari im ersten Formel-1-Qualifying seit 217 Tagen den Sprung ins Q3, geht nur von Rang elf in den Großen Preis von Österreich. (Formel 1: Großer Preis in Spielberg am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Zur Erinnerung: Zuletzt hatte der 33-Jährige 2019 bei seinem Heimrennen in Hockenheim das Q3 verpasst. Teamkollege Charles Leclerc machte den sportlichen Tiefpunkt für Ferrari perfekt, wurde soeben noch Zehnter. (Das Qualifying zum Nachlesen im TICKER)

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Wenig verwunderlich insofern, dass Teamchef Mattia Binotto immer mehr unter Druck gerät - und nun von den ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher und Nick Heidfeld mächtig Kritik zu hören bekommt.

Heidfeld: Jemand Neues an die Spitze

"Vieles würde dafür sprechen, da jemand Neues an die Spitze zu setzen", sagte Heidfeld bei Sky. "Man probiert da jetzt schon seit Jahren, jemanden hinzusetzen. Und es ist noch nie wirklich glattgegangen."

Schumacher ging nicht nur mit Binotto hart ins Gericht, attestierte der Scuderia vielmehr ein tiefgreifendes Strukturproblem: "Eine One-Man-Show wird in dem Bereich nicht mehr funktionieren." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

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Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher nannte Mercedes als nachahmenswertes Vorbild:  "Lewis (Hamilton, Anm. d. Red.) hat eben die beste Antwort gegeben, warum Mercedes so mächtig ist: Weil es einfach ein Team ist. Es gibt keine Politik."

Schumacher: Mercedes als Vorbild

Ganz im Gegenteil: Die Silberpfeile demonstrierten vielmehr Zusammenhalt - auch wenn Teamchef Toto Wolff die Gesamtverantwortung trage. Einzelpersonen stünden nicht im Vordergrund. 

"Man hat das Gefühl, dass es bei Ferrari nicht ganz so ist", so Schumacher weiter.

Mit der Konsequenz, dass Binotto am Ende schlichtweg überfordert erscheint: "Dieses Pensum kann nicht einer schaffen, das muss eine Gruppe von Leuten sein", fügte der Ex-Pilot an. "Zu Michaels (Schumacher, Anm. d. Red.) Zeit waren es drei federführende Menschen, und ich würde behaupten, dass es bei Mercedes insgesamt fünf sind."

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Wenigstens Wolff muntert Ferrari auf

Immerhin: Von Mercedes gab es statt Kritik eher Trost für Rot: "Ich möchte dazu nichts mehr sagen. Ich denke, es wurde genug dazu gesagt. Ich möchte nicht über Ferrari sprechen", so Wolff.

Auf die Frage, ob er Binotto angesichts der schlechten sportlichen Leistung bei Ferrari-aufmuntern würde, entgegnete er: "Ich würde gerne alle bei Ferrari aufmuntern, denn sie sind ein fantastisches Unternehmen mit fantastischen Leuten. Aber ich habe keinen Grund, Mattia aufzumuntern."

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