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München und Spielberg - Beim Qualifying zum Großen Preis von Österreich erlebt Ferrari ein Debakel. Die Leistung des Autos ist zu wenig - auch sonst stören Vettel zig Nebengeräusche.

Es läuft und läuft einfach nicht für Ferrari. Weder auf der Rennstrecke - noch daneben.

Sinnbildlich dafür sorgte kurz nach dem Fiasko beim Qualifying zum Großen Preis von Österreich ein Foto in den sozialen Netzwerken für Wirbel. Darauf zu sehen sind Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und die Red-Bull-Verantwortlichen Helmut Marko sowie Christian Horner. (Formel 1: Großer Preis in Spielberg am Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Relativ eng steht das Trio beieinander, den vorgeschriebenen Mund-Nasenschutz trägt trotz Corona niemand. Dafür bestraft wurden die beiden Rennställe zwar nicht, wohl aber eindringlich ermahnt, das Hygienekonzept der Formel 1 ab sofort strikt einzuhalten.

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Katastrophaler Tag für Ferrari

Für Vettel dürfte dies nur eine Randnotiz gewesen sein, bedenkt man, wie erfolglos sein Tag ansonsten verlaufen war.

Bereits im zweiten Qualifying-Abschnitt hieß es Feierabend für den viermaligen Weltmeister Schluss - als Elfter war der Deutsche nicht einmal schnell genug, um in das Q3 einzuziehen. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Doch auch bei Teamkollege und Konkurrent Charles Leclerc lief es kaum besser. Als Zehnter zog der Monegasse gerade noch so in den letzten Teil des Qualifyings ein. Eine Boxenfunk-Situation machte jedoch deutlich, wie absurd viele Dinge gerade bei der Scuderia schiefgehen.

Leclerc kann Platzierung nicht glauben

Zum Ende von Q2 fragte Leclec, welche Platzierung er denn nun überhaupt belegt habe. Als ihm der Kommandostand die Antwort überbrachte, sagte Leclerc lediglich: "Das ist verrückt."

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Doch nicht erst seit dem Qualifying vermittelt Ferrari den Eindruck, in dieser Saison nur sehr wenig hinzubekommen. Das Team aus Maranello hatte schon im Vorfeld angedeutet, man sei "zu 99 Prozent" sicher, in diesem Jahr schwächer aufgestellt zu sein als in der Saison zuvor.

Eine Einschätzung, die sich auf den ersten Runden in Spielberg rasch verfestigte. Zu wenig Topspeed auf den Geraden, Übersteuern am Kurveneingang, die seit Freitag gestiegenen Temperaturen, vermutet Vettel, seien auch nicht hilfreich gewesen – die Problemfelder sind zahlreich, Lösungen dagegen nicht in Sicht.

Es gibt viel zu tun bei der Scuderia, die nach dem aktuellen Offenbarungseid ins Bodenlose abzustürzen droht. Nicht zuletzt auch wegen der Situation um den immer mehr unter Druck kommenden Teamchef Mattia Binotto. 

Scuderia ohne Plan und Speed

"Wir wussten, dass es schwierig wird. Es war aber schwieriger als erwartet. Unser Rückstand ist schwierig zu verstehen", konstatierte Sportdirektor Laurent Mekies fast schon mantra-artig.

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Auch Leclerc gab sich frustriert: "Leider stehen wir derzeit genau da, wo wir nun sind. In solchen Momenten muss man positiv gestimmt sein, auch wenn es schwer fällt, etwas Positives zu finden."

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Vettel immerhin bemüht Durchhalteparolen - ungeachtet seiner persönlichen Situation mit einem unrühmlich anmutenden Abgang bei Ferrari nach der Saison und der fast schon bemitleidenswerten Reaktionen der Konkurrenz. "Vor uns liegt ein langes Rennen. Und im Renntrimm sind wir immer besser unterwegs. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Rennen den Unterschied machen können." 

Vettel bleibt zuversichtlich

Woher der Heppenheimer die Zuversicht nimmt, bleibt vorerst sein Geheimnis. Beim Blick auf die Rundenzeiten wird nämlich eines klar: Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist Ferrari auf dem Red Bull Ring um 0,92 Sekunden langsamer, während alle anderen Teams deutlich schneller unterwegs sind.

Ferrari und die dazugehörigen Kundenteams sind auf dem Red Bull Ring im Vergleich zu vergangenen Jahr langsamer geworden
Ferrari und die dazugehörigen Kundenteams sind auf dem Red Bull Ring im Vergleich zu vergangenen Jahr langsamer geworden © https://www.instagram.com/f1/

Für ein halbwegs erfolgreiches Rennen bedarf es daher fast schon eines kleines Wunders.

Vettel legt sich zumindest einen Vorteil der hinteren Startplätze zurecht: "Vielleicht ist der elfte Platz gar nicht so schlecht, weil wir jetzt mit der Strategie ein bisschen spielen können."

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