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München - Auch bei Alfa Romeo ist die Formel-1-Tür für Mick Schumacher zu. Nun hat der Sohn von Legende Michael Schumacher nur noch eine realistische Chance - und es gibt Bedenken.

Über die aktuelle Gemütslage von Mick Schumacher ist nichts bekannt. Fakt ist: Nichts wird es mit dem erhofften Aufstieg in die Formel 1 bei Alfa Romeo - lange als wahrscheinlichste Adresse für den Spitzenreiter der Formel 2 gehandelt - zur kommenden Saison, nun da das Team am Freitagvormittag die Verlängerung der Verträge von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi bis Ende 2021 bekannt gab.

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Die Tür ist zu für den 21-Jährigen bei dem Rennstall, bei dem der 21-Jährige Anfang Oktober am Nürburgring sogar schon ein Freies Training hätte fahren sollen. Ein Vorhaben, das schließlich im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser fiel. Nun ist auch die Chance auf einen festen Einstieg bei den Schweizern dahin.

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Vollends verriegelt sind die Pforten für eine Beförderung in die Königsklasse damit zwar keineswegs, geschrumpft sind die Möglichkeiten, allein rein rechnerisch, allerdings schon.

Haas als letztes realistisches Cockpit für Schumacher

Was die noch freien Plätze der Teams angeht, kommt der von Ferrari geförderte Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher für Mercedes (wo davon auszugehen ist, dass Lewis Hamilton weitermacht) ebenso wenig infrage wie für die zweite Red-Bull-Position oder bei AlphaTauri.

Was also bleibt für Schumacher? Realistisch kommt einzig noch Haas in Betracht. Die Hoffnungen auf die Verpflichtung durch den US-Rennstall, wie Alfa Romeo ein Kundenteam von Ferrari, erscheinen auch weiterhin vielversprechend.

Günther Steiner verkündete am Freitag am Rande des Großen Preises der Emilia-Romagna in Imola bezüglich Schumachers Zukunft zwar: "Ich weiß es nicht, er ist ein Ferrari-Fahrer. Da passiert gerade einiges im Hintergrund. Aber er ist ihr Fahrer, nicht meiner."

Steiner weckt Hoffnung, aber...

Doch es ist bekannt, dass der Teamchef nach dem besiegelten Aus der langjährigen Stammfahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen höchst perspektivisch denkt, er Fahrer holen will, die mittelfristig dabei bleiben, wie er kürzlich im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 bestätigte.

"Eine der Sachen, die ich unbedingt möchte, ist, dass wir die Fahrer des nächsten Jahres auch für 2022 haben, weil da ein komplett neues Reglement in der Formel 1 kommt", so Steiner. "Da sollte man die Fahrer kennen, bevor man mit einem Auto, das so verändert ist, in die Saison geht."

Nach Angaben des Südtirolers sei man bei den Vertragsgesprächen mit den Piloten für 2021 "auf der Zielgeraden". Steiner meinte bei RTL zu einem möglichen Schumacher-Coup: "Es wäre eine Ehre für uns". Ein Schumacher in der Formel 1, das wäre "für Deutschland und für die Formel 1 gut".

Was in diesem Zusammenhang nach wie vor für Schumacher spricht, ist neben der Strahlkraft seines Familiennamens vor allem die Meisterschaftsführung in der Formel 2, wie auch Steiner unlängst betonte: "Wichtig ist nicht nur der Name, sondern auch die Leistung."

Wer in der Formel 2 "die Meisterschaft gewinnt, hat es auch verdient, in die Formel 1 aufzusteigen", meinte Steiner.

Korb von Alfa Romeo für Mick Schumacher

Es käme einem schlechten Witz gleich, triumphierte Schumacher nun im Unterbau der Königsklasse (in dem er per Reglement im kommenden Jahr dann auch nicht mehr antreten dürfte), bliebe aber zugleich ohne Formel-1-Cockpit für 2021.

Haas oder nix - und doch ist am Ende nichts so ganz und wirklich auszuschließen: Zumal Alfa Romeo als weitaus logischere Anlaufstelle für den Deutschen galt als nun Haas.

Zur Erinnerung: Schumacher war in der Eifel bei allen Meetings dabei, Alfa-Teamchef Fred Vasseur und sein Ferrari-Pendant Mattia Binotto überschütteten ihn mit Lob und erklärten durch die Blume, dass man das meistbeobachtete Motorsporttalent der Welt schon bald in der Königsklasse sehen werde.

Vor allem in Binottos Händen dürfte es nun liegen, ob diese Prophezeiung eintritt. Beim "guten Kunden" Haas hat das Wort der Scuderia Gewicht. Zumal Binotto und Steiner eine lange Freundschaft verbindet

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Ganz viel Konkurrenz um ein Cockpit

Bei Haas gilt Schumacher weiter als einer der Favoriten - neben F2-Mitstreiter Nikita Mazepin, der vor allem wuchern kann mit den Millionen seines Vaters, einem russischen Chemie-Milliardär vom gleichen Kaliber eines Lawrence Stroll.

Aus Ferraris Nachwuchsstall kommen darüber hinaus noch der Brite Callum Ilott und Mazepins Landsmann Robert Shwarzman infrage. Will Haas doch zumindest einen erfahrenen Recken am Steuer haben, sind der Emmericher Nico Hülkenberg und der mit mexikanischen Geldgebern gesegnete Sergio Pérez die Top-Optionen.

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In Bezug auf Hülkenberg sagte Steiner bei SPORT1: "Ich habe die letzten Wochen nicht mehr mit Nico gesprochen." Begründung: "Wir müssen als Team wissen, was wir wollen, bevor wir auf die Leute zugehen. Ich finde es unehrlich, mit Leuten zu reden und sie dann fallen zu lassen."

Mick-Debüt 30 Jahre nach Vater Michael Schumacher

Wie auch immer: Für Schumacher ist es die letzte Möglichkeit, ziemlich genau 30 Jahre später auf seinen berühmten Vater zu folgen und sich seinen persönlichen Traum sowie den von Millionen Motorsport-Fans zu erfüllen.

Alfa Romeos Entscheidung hat die Situation noch einmal erschwert.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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