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Sebastian Vettel wurde mit Red Bull viermal Weltmeister
Sebastian Vettel wurde mit Red Bull viermal Weltmeister © Imago
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Ex-Ferrari-Pilot Sebastian Vettel macht sich Gedanken um die Zukunft seines Sports. Zudem verrät er sein prägendstes Ereignis im Formel-1-Jahr 2020.

Sebastian Vettel macht sich Sorgen um die Zukunft der Formel 1. Der deutsche Star vermisst die Vorreiterrolle seiner Hightech-Branche hinsichtlich Technik und Technologie.

"Erst von 2022 wird ein Anteil von zehn Prozent Biosprit der zweiten Generation in der Formel 1 zur Pflicht. Stand heute soll der Anteil erst mit einem neuen Motorenreglement auf nur 30 Prozent steigen. Das wäre dann frühestens ab 2025/2026. Das finde ich sehr, sehr enttäuschend", machte der viermalige Weltmeister in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deutlich.

"Wir haben keine Traktionskontrolle, kein Antiblockier-, kein Stabilitätssystem, all das steckt heute in jedem neueren Straßenwagen. Dinge, welche auf der Rennstrecke entwickelt wurden und in die Serie fanden", fügte der 33-Jährige hinzu. "Auf dem Gebiet der Sicherheit haben wir zweifellos große Fortschritte gemacht." (Rennkalender der Formel 1)

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Formel 1 droht "Verschwinden in der Irrelevanz"

Bis zum Jahr 2025 gebe es "sicher schon Tankstellen für jedermann, die Benzin aus einhundert Prozent erneuerbaren Energien verkaufen", führte Vettel weiter aus und fragte: "Wo bleibt die Vorreiterrolle der Formel 1 auf dem Gebiet der Technik?"

Nach Meinung des künftigen Aston-Martin-Piloten spiele Machtpolitik dabei eine Rolle, niemand wolle seinen Vorteil aufgeben. "Das scheint so zu sein. Die Formel 1 hat schon immer sehr viel Geld gekostet. Und der Wettkampf und Ehrgeiz öffnete bisher immer genügend Geldbörsen", sagte Vettel.

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Die Lage sei ernst und werde von den Verantwortlichen nicht begriffen. "Das finde ich frustrierend", betonte Vettel: "Wir wissen es besser und machen es trotzdem nicht. So besiegeln wir unser Verschwinden in die Irrelevanz."

Der letztlich glimpflich verlaufene Feuerunfall seines Fahrerkollegen Romain Grosjean sei für ihn das prägende Ereignis des Formel-1-Jahres 2020 gewesen.

"Wie er diesen Crash nahezu unverletzt überstehen konnte, ist mir nach wie vor ein Rätsel, er stand kurz vor der Katastrophe. Dass er noch bei uns ist, dass er lebt, ist deshalb für mich der Moment des Jahres", wird Vettel in der FAZ zitiert.

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Vettel zu Grosjeans Unfall: "Das hätte ganz anders ausgehen können"

"Wenn man den Hergang betrachtet und halbwegs bei Verstand ist, sieht man, dass Romain extrem viel Glück gehabt hat. Das hätte ganz anders ausgehen können", sagte Vettel, der wie Grosjean Vizepräsident der Fahrervereinigung GPDA ist und sich für mehr Sicherheit in der Formel 1 stark macht:

"Die Autos sind sicherer als in der Vergangenheit. Noch vor wenigen Jahren hätte dieser Unfall einen schlimmeren Ausgang gehabt. Die Unfallanalyse wird hoffentlich zu weiteren Verbesserungen führen", fügte der 33-Jährige an.

Vettel: Das ist das Wichtigste am Ende einer Saison

Aus sportlicher Sicht stach für Vettel, der sein letztes Jahr als Ferrari-Pilot indiskutabel als WM-13. abgeschlossen hat, der Aufstieg von Lewis Hamilton zum Rekordweltmeister gemeinsam mit Michael Schumacher heraus, aber "das Wichtigste am Ende einer Saison ist, keinen Fahrer verloren zu haben". (Fahrerwertung der Formel 1)

Grosjean, der beim Haas-Rennstall für die neue Saison kein Cockpit mehr erhalten hat, war beim drittletzten Saisonrennen in Bahrain nach einem Crash bei Tempo 220 einem Flammeninferno nahezu unverletzt entkommen. 

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