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Joey Logano (Penske-Ford) hatte das Michigan-Rennen am Montag im Griff
Joey Logano (Penske-Ford) hatte das Michigan-Rennen am Montag im Griff © LAT
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Penske-Pilot Joey Logano dominiert das auf Montag verschobene Michigan-Rennen, in dem es am Schluss noch einmal eng wurde

Nach der wetterbedingten Vertagung des FireKeepers Casino 400 konnten am Montag auf dem Michigan International Speedway in Brooklyn mehr als nur ein paar Einführungsrunden absolviert werden. Der kompletten Renndistanz stand nichts im Weg und so ging das 15. Saisonrennen der Monster Energy NASCAR Cup Series 2019 mit etwas mehr als 24 Stunden Verspätung über die Bühne.

Am Ende gab es neben der Vertagung sogar eine Verlängerung, denn statt der angesetzten 200 Runden wurden aufgrund einer späten Gelbphase und anschließender Overtime schließlich 203 Runden zurückgelegt.

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Den Sieg fuhr Joey Logano (Penske-Ford) ein. Er dominierte den für ein Michigan-Rennen eher untypischen Rennbetrieb, der über weite Strecken aus Single-File-Racing bestand. Überholmanöver gab es durchaus einige, direkt an der Spitze aber nur wenige.

Logano ließ sich schließlich 163 von 203 möglichen Führungsrunden gutschreiben und gewann, nachdem er auch den Overtime-Restart souverän hingelegt hatte, vor Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet) und Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota). Für den NASCAR-Champion von 2018 ist es der zweite Saisonsieg 2019 nach Las Vegas.

Stage 1: Johnson kollidiert in Boxengasse - Logano vorn

Joey Logano, der sich am Samstag schon im Qualifying durchgesetzt hatte, führte das 36-köpfige Feld von der Pole-Position ins Rennen. Zwar schob sich der von P4 gestartete Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) noch im Verlauf der ersten Runde in Führung, doch Logano schlug kurz darauf zurück.

Während der angekündigten Competition-Caution nach 20 Runden behielt Logano an der Box die Führung. Indes kamen sich Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) und Matt DiBenedetto (Leavine-Toyota) in der Boxengasse in die Quere. Johnson fiel mit insgesamt drei Boxenstopps während dieser Gelbphase auf die 36. und somit letzte Position zurück, blieb aber in der Führungsrunde.

An der Spitze agierte Logano derweil souverän. Der Penske-Pilot gewann das erste Rennsegment (Stage 1) vor Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) und Erik Jones (Gibbs-Toyota).

Stage 2: Zweite Johnson-Kollision in Boxengasse - Austin Dillon staubt ab

In der Gelbphase, die Stage 2 einläutete, kamen nicht alle Piloten zum Boxenstopp. Johnson war einer derjenigen, die kamen. Und der siebenmalige NASCAR-Champion zeigte tatsächlich seine zweite Kollision in der Boxengasse. Diesmal geriet er mit Matt Tifft (Front-Row-Ford) aneinander. Auf einen Sieg bei einem (Punkte-)Rennen wartet Johnson inzwischen seit mehr als zwei Jahren.

Kurz vor Ende von Stage 2 musste die Spitzengruppe mangels Gelbphase unter Grün an die Box. So wurde Austin Dillon (Childress-Chevrolet) als Führender der Gruppe, die während der Stage-Caution an der Box gewesen war, an die Spitze gespült.

Im Kampf um den Stage-Sieg hielt der ältere Dillon-Bruder schließlich Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) und Martin Truex Jr. knapp auf Distanz. Harvick war in Stage 1 aufgrund einer Vibration vorübergehend in Rundenrückstand geraten, bevor er sich zurückkämpfte. Derweil war es für Austin Dillon der erste Stage-Sieg seiner Karriere. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Ty Dillon hatte dies vor zwei Monaten in Bristol geschafft.

Stage 3: Crashs von Clint Bowyer und Austin Dillon

In der Gelbphase, die das entscheidende dritte Rennsegment einläutete, fing sich Brad Keselowski (Penske-Ford) eine Strafe ein. Weil bei seinem Boxenstopp zu viele der Penske-Mechaniker über die Boxenmauer sprangen, musste sich der Michigan-Lokalmatador, der auf seiner Heimstrecke noch nie ein Cup-Rennen gewonnen hat, am Ende der Führungsrunde einreihen.

Keselowskis Penske-Teamkollege Joey Logano führte den Restart an, verlor die Führung aber umgehend an Kevin Harvick. Logano fiel sogar bis auf Rang fünf zurück, weil auch Martin Truex Jr., Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford) und Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) vorbeizogen.

Nach 130 Runden gab es die erste Gelbphase aufgrund eines Crashs. Vorjahressieger Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford) war in Turn 2 mit dem Gibbs-Toyota von Erik Jones kollidiert, hatte sein Auto daraufhin aus der Kontrolle verloren und in die äußere Streckenbegrenzung gesetzt.

Kaum, dass das Rennen nach dem Bowyer-Crash wieder freigegeben wurde, verlor Stage-2-Sieger Austin Dillon sein Auto an gleicher Stelle aus der Kontrolle. Nach einer Berührung von William Byron (Hendrick-Chevrolet) machte auch der #3 Childress-Chevrolet mit der Außenmauer von Turn 2 Bekanntschaft.

Verlängerung nach Jones-Dreher: Logano behält die Nerven

An der Spitze ging es beim Restart zwischen Harvick, Logano, Truex Jr. und Larson eng zur Sache, bis sich Harvick, der 2018 das zweite Michigan-Rennen gewonnen hatte, für den Moment durchsetzte. Schon bald aber übernahm Langzeitspitzenreiter Logano wieder das Zepter.

Wie schon in Stage 2, so gab es erneut einen Durchgang Green-Flag-Stops. Dieser begann 27 Runden vor Schluss und zog sich bis 16 Runden vor Schluss hin. Denn im Gegensatz zu Stage 2 musste diesmal nicht nur die Spitzengruppe zum Service, sondern das gesamte Feld. Dabei war von Vier-Reifen-Stopps über Zwei-Reifen-Stopps bis hin zu nur Nachtanken alles dabei.

Als sich alles sortiert hatte und noch 15 Runden zu fahren waren, lag Logano wiederum in Führung. Im Nacken saßen ihm Truex Jr. und Kurt Busch. Bis fünf Runden vor Schluss blieben sie dran, kamen aber nicht vorbei. Dann gab es noch einmal Gelb. Erik Jones - neben Brad Keselowski der zweite Michigan-Lokalmatador im Feld - stand nach einem Dreher infolge eines Reifenschadens entgegen der Fahrrichtung im Gras von Turn 2.

Beim Overtime-Restart schoss Joey Logano auf der Außenbahn auf und davon und ließ seinen Verfolgern keine Chance. Kurt Busch ging in der vorletzten Runde noch an Martin Truex Jr. vorbei und holte sich den zweiten Platz.

Vierter hinter Truex Jr. wurde Daniel Suarez (Stewart/Haas-Ford). Die Top 5 machte der bis kurz vor Schluss gänzlich unauffällig gebliebene viermalige Saisonsieger Kyle Busch (Gibbs-Toyota) komplett.

Dahinter hat Brad Keselowski, der beim letzten Boxenstopp nur nachtanken ließ, mit P6 den ersehnten ersten Heimsieg auch im 20. Anlauf verpasst. Jimmie Johnson kam nach seinen zwei Kollisionen in der Boxengasse immerhin noch auf Platz 15 ins Ziel.

"Think Outside The Oval": Nächste Station Sonoma

Das kommende Wochenende ist anlässlich des US-amerikanischen Vatertags ein rennfreies Wochenende in der NASCAR-Topliga. Weiter geht es in knapp zwei Wochen (23. Juni) in Sonoma mit dem ersten von drei Rundkurs-Rennen der Saison. Erstmals seit 1997 wird dabei wieder die komplette Streckenkonfiguration inklusive des Karussells befahren.

Sonoma ist das letzte Saisonrennen 2019, das von Fox übertragen wird und dieses wird ganz im Zeichen der Verabschiedung von NASCAR-Ikone und Langzeitkommentator Darrell Waltrip stehen.

© Motorsport-Total.com

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