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Rebellion Racing holte zwar die Pole, war aber dabei überraschend langsam - Eine wirkliche Erklärung haben weder die Rebellen, noch ihre Rivalen

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Im allgemeinen Jubel um die erste Pole-Position eines LMP1-non-hybrid in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seit dem allerersten Rennen der Rennserie ging ein Aspekt fast unter: Der Rebellion #1 von Bruno Senna und Gustavo Menezes (Norman Nato sah im Qualifying zu) war auf den beiden Polerunden eigentlich viel zu langsam.

Der Rundendurchschnitt von 1:45.892 Minuten liegt fast drei Sekunden über der Polezeit von Toyota von 1:42.931 Minuten aus dem Vorjahr. Und noch immer 2,7 Sekunden über Rebellions eigener Qualifying-Zeit von 1:43.159 Minuten aus 2018.

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Zwar hat der Erfolgsballast auch Rebellion Racing eingebremst, allerdings nur um 0,9 Sekunden. Somit bleibt eine Diskrepanz von 1,8 Sekunden, die kaum zu erklären sind. An der Strecke kann es nicht liegen, denn in der LMP2 war der Poledurchschnitt sogar leicht schneller als im vergangenen Jahr.

Toyota-Technikchef Pascal Vasselon sagt: "Vergangenes Jahr sind wir 1:42.6 gefahren und sie 1:42.8. Eigentlich müssten sie im 43er- oder 44er-Bereich sein. Wir haben keine Erklärung für ihre Zeiten."

"Der Abstand zu den LMP2 ist unglaublich. Vergangenes Jahr waren sie 5,6 Sekunden schneller als der beste LMP2. Dieses Jahr sind es nur 2,3 Sekunden. Wir verstehen nicht, warum Rebellion so langsam ist."

Es ist bereits das zweite Mal hintereinander, dass es Rebellion Racing überraschend an Pace fehlt. Nur dass es diesmal zur Pole-Position gereicht hat, weil Toyota vom Erfolgsballast in die Tiefe gezogen wurde. Auch in Fuji lagen die R13 überraschend weit zurück. Damals war die Pace auf Probleme bei der Reifennutzung bei kühlen Temperaturen zurückzuführen.

Auto sollte eigentlich schneller sein

Bruno Senna wundert sich ebenfalls, hat aber auch keine Erklärung parat. "Unsere Runde ist schlechter als die, die wir vergangenes Jahr im dritten Freien Training gefahren sind, das damals die erste trockene Sitzung des ganzen Wochenendes war", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Unser Auto ist dieses Jahr eigentlich schneller, sogar mit dem Zusatzgewicht [durch den Erfolgsballast]. Wir haben keine Ahnung, was hier abgeht. Die anderen LMP1-Fahrzeuge scheinen im selben Boot zu sein wie wir."

Zieht man von der Zeit des schnelleren Toyotas #7 nur die ursprünglich anberaumten 2,74 Sekunden Erfolgsballast ab, käme man auf eine Zeit von 1:44.5 Minuten. Auch das wäre 1,6 Sekunden langsamer als die Polezeit aus 2018. Doch sowohl Vasselon als auch die Toyota-Fahrer betonen, dass die Simulationen im Vorfeld bereits eine wahre Einbremsung von vier Sekunden ergeben hätten.

"Wir sind nicht ganz sicher, was los ist, weil uns das selbst überrascht", so Senna weiter. "Vergangenes Jahr fühlte sich das Auto in Training und Qualifying so viel angenehmer an. Dieses Jahr haben wir Probleme ohne Ende. Wenn wir in die Daten schauen, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht."

Eine Erklärungsmöglichkeit böten die speziellen Reifen für die privaten LMP1-Rennställe, die 2018 noch nicht zum Einsatz kamen. Allerdings liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Rennpace wird mit 2018 nicht vergleichbar sein, weil das komplette damalige 6-Stunden-Rennen bei Regen über die Bühne ging.

© Motorsport-Total.com

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