Satou Sabally und Leonie Fiebich kommen mit New York Liberty in Nordamerikas Basketball-Profiliga WNBA ins Rollen. Doch ihr Fokus liegt diese Saison liegt nicht nur auf der Meisterschaft, sondern auch auf der Heim-WM in Berlin.
Heim-WM: "Das ist ein absolutes Karriere-Highlight"
„Es wird auf jeden Fall riesig“
Im SPORT1-Interview sprechen die beiden Leistungsträgerinnen über Klub, Karriere-Highlights und den gegenwärtigen Basketball-Vibe in New York.
SPORT1: Satou Sabally und Leonie Fiebich, der 89:80-Auswärtssieg von New York Liberty am Montagabend bei Connecticut Sun war der fünfte Sieg nacheinander. Somit hat Ihr Team nach zwölf von 44 Vorrunden-Partien eine Bilanz von 8:4 Siegen. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach dem ersten Saisonviertel aus?
Satou Sabally: Wir haben uns ein bisschen weiter hochgekämpft, persönlich werde ich immer fitter – und ich glaube, es läuft ganz gut.
Fiebich: Knapp ein Viertel der Saison klingt wild, denn ich habe ja erst vier Spiele gespielt (Fiebich war bis Mitte Mai noch mit Valencia Basket in der spanischen Liga aktiv und wurde dort Meisterin/Anm. d. Red.). Ich würde sagen, wir hatten Hochs und Tiefs, wir sind gerade aber auf einem ganz guten Weg.
NBA-Finals nur aus der Ferne: „Das ist sehr ärgerlich“
SPORT1: Wie ärgerlich ist es eigentlich, dass Sie gerade jetzt, da die New York Knicks in der NBA-Finalserie gegen San Antonio ihre beiden Heimspiele haben, auf Auswärtstour sind?
Sabally: Das ist sehr ärgerlich, wir verfolgen das Spiel gerade in unserer Kabine, weil wir natürlich nichts verpassen wollen. Aber ich wäre gerade schon sehr gerne in New York.
Fiebich: Ja, es ist natürlich ein bisschen schade, dass wir das nicht miterleben können. Aber wir hoffen trotzdem, dass sie gewinnen.
SPORT1: Dürfen Sie überhaupt den Knicks die Daumen drücken? Liberty ist doch der Schwester-Verein der Brooklyn Nets, dem Erzrivalen der Knicks?
Sabally: Das ist dann eher so eine persönliche Sache, glaube ich. Aber ich bin halt eher für die Knicks jetzt. Sie haben’s jetzt ja auch bis ins Finale geschafft, dann freut man sich auf jeden Fall schon.
Neuer Basketball-Hype in New York
SPORT1: Die Euphorie in der Stadt scheint mit jedem Knicks-Sieg größer zu werden. Was haben Sie vom Hype in New York in den vergangenen Tagen und Wochen mitbekommen?
Sabally: Das gibt immer so positive Randale bei den Knicks-Fans, also die sind dann schon immer lustig und ich verfolg’ das dann auch immer auf TikTok. Aber die sollen jetzt auch nicht zu rowdy sein. Aber das ist schon ganz lustig, wie die Fans ihre Persönlichkeiten zeigen.
Fiebich: Also ich spüre nicht so viel davon, muss ich sagen. Wir sind ja weit weg davon, in Brooklyn. Aber man sieht schon viele Leute mit Trikots und Merchandise.
SPORT1: Satou, Sie sind seit dieser Saison zurück in Ihrer Geburtsstadt New York. Wie sehr haben Sie sich schon eingelebt und inwiefern ist das für Sie eine Art Heimkehr?
Sabally: Ich fühle mich in New York sehr wohl, hatte auch vorher schon viel Zeit wegen Nyara da verbracht (die jüngere Schwester war von 2023 bis 2025 bei Liberty unter Vertrag/Anm. d. Red.). Das ist schon echt cool und auch sehr besonders, an den Ort zurückzukommen, wo man geboren ist.
Drei deutsche WNBA-Duos? „Das ist voll cool“
SPORT1: 2024 saßen Sie im Publikum, als Ihre Schwester und Leonie mit New York WNBA-Meisterinnen wurden. Wie groß ist Ihre Sehnsucht, mit Liberty auch endlich Ihren ersten Titel zu gewinnen?
Sabally: Sehr groß. Also ich will auf jeden Fall alles dafür tun und ich fokussiere mich jetzt auch komplett auf die Saison, einfach gesund zu sein und die Kleinigkeiten zu machen. Noch extra Krafttraining, sich gesund ernähren und auch die Erholung zu priorisieren.
SPORT1: In dieser Saison gibt es mit Ihnen beiden, Nyara Sabally in Toronto sowie Luisa Geiselsöder und Frieda Bühner in Portland fünf deutsche WNBA-Spielerinnen. Das sind so viele wie noch nie. Was sagt das über den Stand des deutschen Frauenbasketballs aus?
Fiebich: Es gibt auf jeden Fall einen Aufwärtstrend. Wir haben sehr, sehr viel Qualität bei uns im deutschen Team. Und ich bin total froh, dass wir alle diese Erfahrungen machen dürfen. Auf dem höchsten Level, in der besten Liga der Welt zu spielen und auch viele Minuten zu spielen. Und wir sind vor allem als Pärchen verteilt, mit Satou und mir hier, Frieda und Luisa in Portland, und dann Nyara und Olaf (Bundestrainer Olaf Lange ist zugleich Cheftrainer bei Toronto Tempo/Anm. d. Red.). Also immer zu zweit, das ist voll cool.
Basketball-WM in Berlin: „Das ist riesig, das wird richtig cool werden“
SPORT1: Im September gibt es in Berlin die Weltmeisterschaft. Wie groß ist die Vorfreude auf die Heim-WM?
Sabally: Die ist riesig, das wird richtig cool werden. Wir haben echt super Spielerinnen, die man einfach sehen sollte. Und ich glaube, jetzt haben wir uns auch einfach als Mannschaft mehr zusammengefunden. Es wird auf jeden Fall riesig. Also, kommt alle nach Berlin.
Fiebich: Wir fiebern alle drauf hin. Egal, ob wir jetzt hier in der WNBA oder die Mädels zu Hause. Ich glaube, jeder wird sich bestmöglich darauf vorbereiten und dann sind wir einfach ready, um ein sehr, sehr schönes Turnier zu haben.
SPORT1: Was ist drin für die deutsche Mannschaft?
Fiebich: Wir müssen erstmal schauen, wie wir die Gruppe überstehen, wollen natürlich Erster werden in der Gruppe und dann von Spiel zu Spiel gucken. Aber Ziel ist natürlich eine Medaille.
Sabally: Auf jeden Fall eine Medaille. Am besten Gold.
„Das ist ein absolutes Karriere-Highlight“
SPORT1: Satou, inwiefern könnte die WM, weil sie in Berlin stattfindet, wo sie aufgewachsen sind und mit dem Basketball begonnen haben, Ihr Karriere-Highlight werden?
Sabally: Das ist ein absolutes Karriere-Highlight, zusammen mit Olympia natürlich. (Deutschland hatte sich 2024 erstmals für die Sommerspiele qualifiziert/Anm. d. Red.). Ich glaube, so eine WM, in so einer Stadt, in seiner Heimatstadt zu haben, ist schon sehr speziell. Meine ganzen Freunde werden kommen, die ganze Familie und die ganzen bekannten Gesichter werden alle da sein, ganz Basketball-Deutschland. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, das Turnier liegt mir sehr am Herzen. Also das wird dann auf jeden Fall mein Karriere-Höhepunkt sein.
SPORT1: Wie viele Ticketanfragen haben Sie schon bekommen, mit wie vielen rechnen Sie?
Fiebich: Ich habe schon sehr, sehr viele Tickets für meine Familie und Freunde gekauft und freue mich einfach, dass alle dabei sind.
SPORT1: Wer sehr ist die WM die große Chance für den Frauen-Basketball, in Deutschland bekannter und populärer zu werden?
Fiebich: Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg. Aber es gibt immer noch Leute in Deutschland, die keine Ahnung von der WM haben. Deshalb hoffe ich, dass da alle Medien und alle Menschen ihren Job machen und es so verbreiten, dass wir die Halle vollkriegen, dass wir Leute begeistern können und dass wir einfach ein sehr, sehr cooles Turnier haben.