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So geht es nach dem Beach-Beben weiter

So geht es nach dem Beach-Beben weiter

Der überraschende Rücktritt von Julius Thole hat viele Beachvolleyball-Fans geschockt. Nun äußert sich sein ehemaliger Teamkollege Clemens Wickler bei SPORT1 zur Trennung und seiner eigenen Zukunft.
Spektakuläre Ballwechsel und ein Top-Duo, dass die Premiere des King of the Court in Deutschland gewinnt. Die Highlights vom Finalspiel mit Julius Thole und Clemens Wickler.
Katharina Hosser
Katharina Hosser
Alexandra Müller
Alexandra Müller
von Katharina Hosser, Daniel Höhr

Es war eine Nachricht, mit der wohl niemand in der Beachvolleyball-Welt gerechnet hatte: Julius Thole beendet mit nur 24 Jahren seine Karriere und kehrt dem Profisport den Rücken zu.

Nachdem sich Thole selbst vor wenigen Tagen mit emotionalen Worten zu seinem Abschied äußerte, gab nun auch sein langjähriger Partner Clemens Wickler im SPORT1-Volleytalk Einblicke in seine Gefühlswelt.

„Ich habe nicht mehr damit gerechnet, wie wahrscheinlich alle. Ich glaube, in der Beachvolleyball-Szene gibt es kaum einen, der etwas anderes behauptet“, erklärte Wickler im SPORT1-Podcast Volleytalk.

„Wir waren beide im Urlaub, haben unser Ding gemacht, aber auch schon die Planungen für das nächste Jahr vorangetrieben. Kurz vor der gemeinsamen Vorbereitung haben wir athletisch schon einmal Gas gegeben, da war ich schon sehr überrascht, als er mir seine Entscheidung mitgeteilt hat“, ließ der 26-Jährige wissen und verriet auch, wie ihn die Nachricht erreichte.

Wickler zeigt Verständnis für Thole

„Julius hat sich bei mir gemeldet und gesagt, dass mich das jetzt gleich sehr überraschen wird. Da war mir klar: Entweder er will mit jemand anderem spielen oder er hört auf. Er hat dann recht schnell gesagt, dass er seine Karriere beenden möchte.“

Doch der Schock für den gebürtigen Starnberger währte nicht lange, auch wenn er durchblicken ließ, von der Entscheidung seines Kameraden zunächst betroffen gewesen zu sein.

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„Im ersten Moment hat es mir kurz den Boden unter den Füßen weggerissen, aber ich habe mich recht schnell gefangen und gedacht, mit wem es jetzt weitergehen und mit wem ich mir das vorstellen könnte“, schilderte er.

Trotzdem kann Wickler die Entscheidung seines nun ehemaligen Partners nachvollziehen. Angesichts der Zweifel von Thole, sich in Zukunft zu hundert Prozent für den Sport einsetzen zu können, sei es am Ende für alle Beteiligten eine richtige und faire Entscheidung gewesen.

Clemens Wickler hatte eine Vorahnung

So überraschend die Trennung kam, so sehr wusste Wickler um die private Situation seines Teamkameraden. Nachdem klar wurde, dass sich Thole im Winter auf sein Studium konzentrieren müsse, rechnete er bereits mit einem Ausfall des 24-Jährigen.

„Mir war bewusst, dass er dann vermutlich mindestens ein Jahr Pause macht oder komplett aufhört, um das Jurastudium und das erste Staatsexamen vorzubereiten. Allerdings hatte ich erst nach Paris (Olympische Spiele 2024, Anm. d. Red.) damit gerechnet“, gab Wickler zu, der von Thole allerdings auch nie ein klares Bekenntnis zu einer weiteren Zusammenarbeit erhielt.

Die Freundschaft der beiden soll indes nicht unter der sportlichen Trennung leiden. Es sei beiden wichtig gewesen, die freundschaftliche Beziehung aufrechtzuerhalten und auch weiterhin Zeit miteinander zu verbringen, auch wenn beide nun etwas Raum für sich brauchen.

Kurioserweise reisten die beiden nur kurze Zeit nach Bekanntwerden der Trennung noch zu einem gemeinsamen Werbetermin für den Automobilhersteller Toyota, bei dem die Stimmung unter den Beachvolleyball-Stars aber gewohnt fröhlich war, wie Wickler betonte.

Nils Ehlers neuer Mann an Wicklers Seite

Der musste auch nicht lange überlegen, mit wem er in Zukunft zusammenarbeiten möchte: Nils Ehlers, für den er sich nach Rücksprache mit seinem Trainerteam schließlich entschied.

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„Es gab nur einen, mit dem ich die Ziele, die ich mir für Paris gesteckt hatte, erreichen kann und das war Nils. Ich konnte aber keinen Alleingang machen, also habe ich mit meinem Trainergespann darüber gesprochen und am Ende war allen Beteiligten klar, dass ich auf jeden Fall Nils fragen muss und möchte“, erklärte Wickler.

Ehlers war von dem Angebot seines Trainingspartners wohl ebenso überrascht wie von der Nachricht über den Rücktritt von Thole. Nach kurzer Bedenkzeit entschied sich der Berliner aber dazu, das Angebot anzunehmen.

Zwar regten sich angesichts des ungewissen Verbleibs seines Teamkollegen Sven Winter auch Zweifel, am Ende überwog aber die sportliche Perspektive einer Zusammenarbeit mit Wickler. „Jeder will am Ende auf sein persönliches Leistungsmaximum kommen und ich habe erkannt, dass ich das mit Clemens mehr erreichen kann“, betonte Ehlers.

Mit Kaczmarek und Wagner voll angreifen

Nun will das Duo also gemeinsam mit dem neuen Trainerteam bestehend aus Thomas „Katsche“ Kaczmarek und Jürgen Wagner voll angreifen.

Zunächst möchten sich Wickler und Ehlers aber über den Winter vor allem individuell verbessern, um im kommenden Jahr als Team zusammenzufinden.

„Ich glaube, Nils ist ein ehrgeiziger Sportler, der sich verbessern möchte und seine Ziele nicht niedrig steckt. Wir werden das Projekt definitiv Richtung Paris ausrichten, um dann bei Olympia auf jeden Fall dabei zu sein und dort auch bestmöglich zu performen“, sagte Wickler im Hinblick auf die Ziele in den kommenden Jahren.

Ähnlich kämpferisch äußerte sich auch Ehlers, der mit seinem ehemaligen Partner Lars Flüggen nur knapp die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio verpasste. (NEWS: Alles Wichtige zum Beachvolleyball)

Die Ziele hätten sich nicht verändert, erklärte der 27-Jährige und freut sich auf die kommende Aufgabe: „Jetzt bin ich bereit und motiviert, das besser zu machen, was meine individuellen Stärken und Schwächen angeht. Insofern hat sich das Ziel nicht verändert, ich habe Erfahrungen sammeln können und bin guter Dinge, dass wir unser Ziel auch erreichen werden.“

Die Beachvolleyball-Fans dürfen also gespannt sein, was das neues Team zeigen wird. Im kommenden Jahr werden die beiden erstmals zusammen an den Start gehen.