Amnesty gegen Boykott der Katar-WM

Amnesty gegen Boykott der Katar-WM

Amnesty International spricht sich klar gegen einen Boykott der im Vorfeld viel kritisierten Fußball WM 2022 in Katar aus. Die Menschenrechtsorganisation möchte stattdessen die internationale Bühne nutzen.
Die deutsche Nationalmannschaft im Frühjahr vor dem Spiel gegen Island: Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen
Die deutsche Nationalmannschaft im Frühjahr vor dem Spiel gegen Island: Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen
© Imago
. SID
von SID
vor 3 Tagen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International lehnt einen Boykott der für Ende 2022 in Katar geplanten Fußball-Weltmeisterschaft ab.

Amnesty-Expertin Lisa Salza sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, ihre Organisation wolle vielmehr „die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen“.

Die Menschenrechtlerin nannte die katarischen Reformprogramme der vergangenen Jahre im Umgang mit Arbeitsmigranten unzureichend. Die Rechte dieser Migranten seien nach wie vor „prekär“. Ein großes Problem sei, „dass ausbeuterische Arbeitgeber von der Regierung nicht sanktioniert werden“. Die Reformen müssten auch über die WM hinaus „langfristig zu Verbesserungen führen“, forderte Salza.

Die deutsche Politik ist sich weitgehend einig

Die Debatte um die WM in Katar war zuletzt durch Äußerungen der Grünen-Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock neu angeheizt worden. Sie brachte eine Absage des Turniers ins Spiel.

Hintergrund sind neben der problematischen Menschenrechtslage in dem Golfstaat auch die umstrittenen Beziehungen der katarischen Regierung zu den radikalislamischen Taliban in Afghanistan.

Baerbock sagte im am Sonntag ausgestrahlten ARD-Sommerinterview, wenn Katar weiter die Taliban unterstütze wie bisher und zu Menschenrechtsverletzungen beitrage, könne das Turnier nicht stattfinden. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte seinerseits in Bild-TV: „Ich finde, Katar ist kein guter Ort für eine Fußball-Weltmeisterschaft.“

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