So geht die PDC mit Corona um

So geht die PDC mit Corona um

Das Coronavirus beeinträchtigt nun auch den Darts-Kalender. Die Turniere in Leverkusen und München werden verschoben. PDC-Boss Werner von Moltke erklärt bei SPORT1 die Lage.
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Stefan Junold
von S. Junold
am 10. März

Tausende von Zuschauern in heißen Hallen, Abklatschen mit den Stars der Szene und Turniere auf der ganzen Welt - auch im Darts besteht die Gefahr, dass sich das Coronavirus bei großen Events verbreitet.

Deshalb beschäftigt sich auch der größte Verband, die PDC, mit dem Umgang mit dem grassierenden Virus.

"Wir bereiten uns auf die Situation vor. Aktuell betrachten wir Fall für Fall", bestätigte Werner von Moltke, Chef der PDC Europe, im Gespräch mit SPORT1. Je nach Austragungsort und jeweiliger Situation in der Region müsse man kurzfristig entscheiden, wie mit einem Turnier umzugehen ist.

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Werden die European Darts Open in Leverkusen verschoben?

Im März finden auch die ersten beiden Turniere in Deutschland statt. Von 20. bis 22. März steigt der European Darts Grand Prix in Sindelfingen, eine Woche später hätte die European Tour für die European Darts Open in Leverkusen Halt gemacht.

"Baden-Württemberg ist aktuell noch nicht betroffen, deshalb ist das Turnier in Sindelfingen Stand jetzt nicht in Gefahr. Das Turnier eine Woche später in Leverkusen könnte jedoch ein anderer Fall werden", konstatiert von Moltke und ergänzt: "Im ersten Schritt würden wir versuchen, das Event zu verschieben. Es ist allerdings ein riesiger Kalender. Wir sind schon dabei zu schauen, was wo wann nachgeholt und wie der Kalender gegebenenfalls umstrukturiert werden könnte."

Nur kurz nach dem Interview bestätigte die PDC die Befürchtungen und sagte das Turnier in Leverkusen wegen dem Coronavirus für den geplanten Termin ab. Auch der German Darts Grand Prix in München vom 11. bis 13. April wurde gecancelt. Der Verband versucht, neue Termine zu finden.

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Bis einschließlich 2. August gibt es kein einziges freies Wochenende für die besten Darts-Profis, um etwaige Turnierverschiebungen zu gewährleisten. Auch unter der Woche sieht es bis zum Finaltag der unibet Darts Premier League am 21. Mai schlecht aus. (Spielplan der unibet Darts Premier League)

Deshalb hat der Verband laut dem SPORT1-Experten auch weitere Alternativen in der Hinterhand. "Sollte eine Verschiebung nicht möglich sein, gibt es auch die Überlegung, Turniere ohne Zuschauer auszutragen, weil wir sie ja teilweise streamen. Aber das wäre die zweite Variante. Eine komplette Absage ist unwahrscheinlich und nur im Zweifel eine Option, da wir lieber ein Turnier ohne Zuschauer austragen", erklärt von Moltke das mögliche Vorgehen.

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Premier League (noch) nicht betroffen

In anderen Sportarten gibt es schon Verschiebungen, Absagen und Geisterspiele. In Deutschland äußerte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mehrfach die Empfehlung, Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abzusagen. Dies würde auch die European Tour betreffen.

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In Großbritannien, wo die meisten Turniere der PDC ausgetragen werden, ist das Coronavirus bislang noch nicht so stark verbreitet. Deshalb läuft beispielsweise beim anstehenden Premier-League-Spieltag in Liverpool oder bei den folgenden Stationen der Players Championship, die jedoch grundsätzlich als Floor-Turniere und damit ohne Zuschauer steigen, voraussichtlich alles normal ab. (unibet Darts Premier League: 6. Spieltag in Liverpool am Donnerstag ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

"Auf einer Sitzung mit allen Sportverbänden und der Gesundheitsbehörde in England wurde am Montag beschlossen, dass bis auf Weiteres Business as usual gemacht wird. Daran wird sich auch die PDC halten. Aber das kann jeden Tag wieder anders aussehen. Noch gehen die Engländer entspannter um mit der Situation", berichtet von Moltke.

PDC rät Spielern von Körperkontakt ab

Bereits vergangene Woche hatte die PDC ihre Spieler über die Situation und etwaige Vorsichtsmaßnahmen aufgeklärt.

"Wir sind selbstverständlich auch mit den Spielern in Kontakt. Wir haben auch die Empfehlung gegeben, dass kein Spieler auf der Bühne mehr einen Handshake machen muss. Das hat aber in der Premier League und auch bei den UK Open keiner wahrgenommen. Jeder Spieler läuft durchs Publikum, feiert und klatscht ab", sagt von Moltke.

Möglicherweise findet jedoch bald ein Umdenken statt.