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Darts: Talent Beau Greaves schnappt Sherrock WM-Ticket weg - und knackt Rekord wie Taylor & van Gerwen

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Darts: Talent Beau Greaves schnappt Sherrock WM-Ticket weg - und knackt Rekord wie Taylor & van Gerwen

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Was gelingt Greaves bei der WM?

Beau Greaves mischt derzeit die Darts-Welt der Frauen mächtig auf. Nun ist ihr ein großer Meilenstein gelungen - sehr zum Leidwesen der „Queen of the Palace“.
Fallon Sherrock fordert als zweite Challengerin der Darts Premier League am Donnerstag die Elite des Sports. Hier sind ihre besten Momente bei der Darts-WM.
Sebastian Mühlenhof
Sebastian Mühlenhof

„Es war ein brillanter Tag für mich“, bilanzierte Beau Greaves.

Damit traf sie den Nagel auf den Kopf, denn was die 18-Jährige zurzeit am Dart-Board zeigt, ist unglaublich. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

Im englischen Wigan hat das große Talent an ihre vier Turniersiege in Hildesheim nahtlos angeknüpft und mit ihrer Konkurrenz bei der Women‘s Series der PDC erneut Katz und Maus gespielt.

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Sie gewann auch in ihrer Heimat alle vier Turniere und hat damit ihre unfassbare Siegesserie ausgebaut. Zudem gelang ihr ein weiterer Meilenstein ihrer noch jungen Karriere.

Greaves lässt Sherrock eindrucksvoll stehen

Vor dem abschließenden Wochenende der Frauen-Serie stand sie noch auf Platz vier in der Weltrangliste. Für die Qualifikation zur PDC-Weltmeisterschaft, die nur die ersten zwei der Rangliste schaffen, betrug ihr Rückstand 1800 Pfund an Preisgeld auf ihre direkte Konkurrentin: Fallon Sherrock, das Gesicht der weiblichen Darts-Szene.

Doch Greaves blieb erstaunlich cool. Sie gewann am Samstag Turnier Nummer 17, während Sherrock bereits in der Runde der letzten 32 wegen eines schwachen Drei-Dart-Average von 66,13 Punkten ausschied.

Auch das 18. Event der Reihe gewann das Mega-Talent. Im Finale zeigte Greaves sich gegen die nominelle Nummer eins der Frauen, Lisa Ashton, nervenstark und triumphierte mit 5:4 in Legs.

Am zweiten Wettkampftag kam es zum Showdown der beiden direkten Konkurrentinnen. Im Finale des vorletzten Turniers siegte Greaves mit einem geschlechterübergreifend weltklasse Schnitt von 107,86 Punkten pro Aufnahme 5:3 gegen Sherrock - Rekord für eine Frau und gleichzeitig ein Signal an alle Profis.

Im abschließenden Wettkampf holte die 18-Jährige sich dann ihre achten (!) Titel in Folge, während ihre englische Landsfrau erneut früh scheiterte.

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„Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt jemals in den Ally Pally kommen würde. Ich fühlte mich wie eine Außenseiterin und stehe immer noch unter Schock. Ich habe es noch nicht begriffen“, erklärte Greaves, die reihenweise Averages jenseits der 90 Punkte an die Scheibe zauberte, im Anschluss und ergänzte: „Man muss die Besten schlagen, um die Beste zu sein. Ich bin so glücklich. Das ist so ein großer Erfolg.“

Erfolg wie Taylor und MvG

Mit ihrer Erfolgsserie steht sie in einer Reihe mit den beiden Darts-Legenden Phil Taylor und Michael van Gerwen. Nur diesen beiden ist es in der Geschichte der PDC gelungen, acht Ranking-Events in Folge zu gewinnen.

„Ich sehe sie als das Talent überhaupt im Damen-Darts-Sport. Sie hat aktuell 52 Spiele am Stück gewonnen. Das ist wahrscheinlich ein Rekord für die Ewigkeit, den sie ja noch hochschrauben kann“, meint SPORT1-Experte Robert Marijanovic.

Der dreimalige WM-Teilnehmer sagt auch: „Ich bin schon länger begeistert von ihr. Sie ist ein absolutes Talent und im Moment eine Klasse für sich, zumindest bei den Damen.“

Marijanovic: Darum ist Greaves so gut

Mit seinem Lob ist er nicht alleine. So schrieb Darts-Ikone Wayne Mardle bereits im April auf Twitter: „Man kann jetzt schon die Frage stellen, ob Beau Greaves die beste weibliche Spielerin der Welt ist. Was sie macht, ist eine Stufe besser als jede Spielerin, die ich je gesehen habe. Sie sind vielleicht Zeuge einer neuen Darts-Dominanz. Ich bin in Ehrfurcht!“

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Grund für sein Lob war der Triumph von „Beau ‚n‘ Arrow“ bei der Weltmeisterschaft der WDF im April. Dort stellte sie einen neuen Bestwert auf. Mit 18 Jahren ist sie der jüngste Darts-Star, der Weltmeister gewinnen konnte. Im Laufe dieses Jahres gewann Greaves darüber hinaus quasi alles, was es im Damen-Bereich auf der WDF-Tour zu gewinnen gibt.

Marijanovic erklärt die Stärken der jungen Frau: „Der Wurfstil macht sie aus, der ist sehr gerade aus und technisch optimal. Sie hat die Gabe, sich in ein Spiel reinzusteigern. Sie spielt das, was sie braucht. Wenn sie Druck kriegt, erhöht sie ihr Pensum und spielt immer besser. Wenn sie das nicht braucht, lässt sie das Spiel laufen und gewinnt halt so. Zumindest auf der Women‘s Series.“

Besonders beeindruckt zeigt er sich vom „Highscoring, die hohen Averages, die sie spielt und das konstant und nicht vereinzelt, sondern ständig“.

Setzt Greaves ihren Siegeszug bei der WM fort?

Nun wird sie erstmalig beim wichtigsten Darts-Event überhaupt, der PDC-WM im Alexandra Palace (ab 15. Dezember LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) an den Start gehen - und das obwohl sie bis vor kurzem noch unter Dartitis litt. Darunter versteht man die mentalen Probleme eines Spieler, den Pfeil loszulassen.

„Wenn die Weltmeisterschaft (der WDF, Anm. d. Red.) im Januar gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich abgesagt. Zu der Zeit hatte ich mit Dartitis zu kämpfen“, berichtete sie nach dem Halbfinalsieg gegen Lorraine Winstanley (3:0 in Sätzen) und ergänzte: „Die Tatsache, dass ich dieses Problem in den letzten Monaten überwunden habe, macht mich sehr stolz.“

Vor zwei Jahren war die Krankheit weitaus gravierender ausgeprägt. „2020 war ich wie versteinert, wenn ich ans Oche ging. Es ging bis zu einem Punkt, an dem ich dachte, ich würde es nie wieder tun. Die Dartitis kam und es war hart. Ich war eine der Top-Damen und kam dann zu dem Gedanken, dass es zu Ende ist“, schilderte Greaves kürzlich in einem PDC-Interview.

Nun steht sie vor ihrem nächsten Meilenstein ihrer noch jungen Karriere. Bei der WM könnte sie nun zu einem unangenehmen Gegner werden. „Sie wird einen aus der Top 32 von der Pro Tour als Gegner bekommen und ich kann mir vorstellen, dass keiner von denen heiß darauf ist, sie in der ersten Runde zu kriegen“, behauptet Marijanovic bei SPORT1. (PDC Order of Merit: Aktuelle Weltrangliste im Darts)

Er traut ihr sogar eine Rolle wie Sherrock zu, die nach ihren zwei historischen Siegen bei der WM 2020 den Spitznamen „Queen of the Palace“ bekommen hat. „Es kommt aber auf die Auslosung an und ihre Form. Bei der WM ist es eine ganz andere Situation auf einer so großen Bühne zu spielen“, schränkt Marijanovic ein.

Dass Greaves auch auf einer Bühne vor großem Publikum für Furore sorgen kann, hat ihr WDF-Titel bewiesen. Der Hexenkessel Ally Pally ist allerdings noch einmal eine andere Nummer. Allein an ihrem sportlichen Potenzial gemessen sind ihr jedoch Wunderdinge zuzutrauen.