Seit nunmehr über 20 Jahren reist James Wade durch die Dartswelt und ist dabei einer der erfolgreichsten Profis überhaupt in der Geschichte dieses Sports.
Darts: Wade hadert mit Political Correctness auf PDC Tour
Wade: „Manchmal sollte ich lügen“
Dementsprechend hat der mehrfache Major-Sieger hautnah miterlebt, wie sich die PDC-Tour im Laufe der Jahre verändert hat - und nicht nur zum Guten, wie der 40-Jährige in Simon Jordans Podcast Up Front vor einigen Tagen ausplauderte.
„Ich glaube, dass mehr Political Correctness ins Spiel gekommen ist und das macht mir zu schaffen“, sagte „The Machine“ und fügte hinzu: „Man muss jederzeit höflich sein - auch, wenn man es nicht will.“
Damit tut sich der Engländer schwer, wie er im weiteren Gespräch gestand. „Wenn dich jemand ärgert oder beleidigt, sollte man sagen können, dass man damit nicht zufrieden ist.“
In der heutigen Zeit sei so eine Offenheit jedoch schwierig, „da man dafür lächerlich gemacht“ wird, sollte man sich zum falschen Zeitpunkt vor den falschen Leuten äußern.
Wade kämpft immer wieder mit seiner Hypomanie
Damit hat der Engländer, der an Hypomanie leidet, immer wieder mal zu kämpfen. Die Symptome seiner Krankheit verleiten ihn zu einer ungewöhnlich lang anhaltenden guten oder gereizten Stimmung.
So sorgte er bei der Darts-WM 2019 für einen Eklat, als er nach seinem Zweitrundenmatch gegen den Japaner Seigo Asada sagte: „„Ich wollte ihm wehtun. Ich wollte ihm wirklich im Gesicht wehtun. Es war kein tolles Spiel, aber ich wollte ihm wehtun und weiterkommen. Das war für meinen Sohn und auch für das Vereinigte Königreich.“
Am Tag danach entschuldigte er sich via Instagram bei seinem Widersacher und den Darts-Fans und reagierte damit auch auf die Kritik der Experten. Unter anderem sagte Ex-Spieler Wayne Mardle: „Ich bin sprachlos.“
Ally Pally? Wade ist nicht begeistert
Dennoch ist die zunehmende Political Correctness kein Grund für eine mögliche Darts-Rente. Bereits im März verwies er Gerüchte über ein Karriereende ins Reich der Fabeln und machte nun erneut klar: „Ich verliebe mich immer wieder neu in das Spiel.“
Allerdings sollte er laut eigener Aussage „manchmal lügen, wenn mich Leute was fragen. Aber leider ist alles, was ich sage, das, was ich wirklich fühle“.
Diese Ehrlichkeit legt der elfmalige Major-Sieger auch an den Tag, wenn es um den altehrwürdigen Alexandra Palace geht. Dem Kult-Ort der jährlichen Darts-WM kann Wade nämlich nichts abgewinnen.
Zwar würde der Ally Pally immer wieder für seine Atmosphäre gelobt, „aber für mich ist die beste Atmosphäre im Winter Gardens in Blackpool“, legte sich die aktuelle Nummer 16 der PDC Order of Merit fest. „Weil es nah und intim ist und man den Druck spüren kann“, begründete er seine Wahl.