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Der bittere Erfahrungsbericht der Darts-Queen

Der bittere Erfahrungsbericht der Darts-Queen

Fallon Sherrock kehrt als „Queen of the Palace“ zur Darts-WM zurück. Vor ihrem Auftaktmatch spricht sie über Hass-Kommentare in den sozialen Medien und Angst um ihr Aussehen.
Nach dem furiosen Auftritt von Fallon Sherrock beim Grand Slam of Darts fordert TV-Experte Wayne Mardle eine Teilnahme der 27-Jährigen an der Premier League. Zurecht?
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von SPORT1

Fallon Sherrock ist aufgeregt - immerhin steht die Rückkehr an den Ort an, an dem sich ihr Leben von Grund auf verändert hat.

Die Rede ist vom Alexandra Palace, in dem die Dartspielerin bei der Weltmeisterschaft 2020 zur „Queen of the Palace“ wurde. Völlig überraschend hatte sie damals, im Dezember 2019, als erste Frau bei der PDC WM überhaupt einen Mann geschlagen und war in die 3. Runde eingezogen. Seitdem war sie nicht mehr in der legendären Location, weder als Spielerin - im vergangenen Jahr verpasste sie die Quali unter dramatischen Umständen - noch als Touristin.

„Das war schon ein bisschen verrückt, nicht wahr?“, fragt sie nun, knapp zwei Wochen für ihrer Rückkehr auf die ganz große Darts-Bühne im Interview mit der Daily Mail. Das war es, ohne Zweifel. Sherrock hatte das Turnier als alleinerziehende Mutter und ehemalige Friseurin angetreten und als Heldin einer Sportart und 100.000 neuen Followern auf Twitter beendet. Zwei Siege, gegen Ted Evetts und Mensur Suljovic, stehen heute in den Geschichtsbüchern. (Fallon Sherrock: Was nur Kenner über die Darts-Queen wissen)

Sherrock: „Das ist nicht normal“

„Ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht und freue mich riesig darauf, wieder dort zu spielen“, sagt die 27-Jährige, die zuletzt mit einem historischen Auftritt beim Grand Slam of Darts wieder für mächtig Furore gesorgt hatte: „Ich glaube, es könnte ziemlich überwältigend sein, und ich möchte diese Emotionen aus dem Weg räumen, denn es ist schon ein bisschen seltsam, an einen Ort zurückzukehren, an dem sich das eigene Leben verändert hat. Es ging alles so schnell. Eines Abends spielte ich mein Erstrundenmatch und dann, nach etwa zwei Stunden Schlaf, spielte ich Darts mit Piers Morgan bei ‚Good Morning Britain‘. Das ist nicht normal.“

Sherrock sieht sich als Spielerin, die auf den großen Darts-Bühnen dieser Welt zu Hause ist. Sie braucht die Stimmung und die Unterstützung der Fans, um Höchstleistungen zu bringen. Das hat sie auch nach der WM immer wieder gezeigt. Bei TV-Turnieren erreichte sie ihre besten Ergebnisse.

Unterstützung dürfte ihr auch dieses Mal im Alexandra Palace sicher sein, Sherrock ist ein Shootingstar der Szene. Doch als erfolgreichste Frau in einem von Männern dominierten Sport hat sie auch schon schlimme Erfahrungen machen müssen.

Fallon Sherrock und Lisa Ashton haben es bewiesen: Auch Frauen können im Darts für magische Nächte sorgen. Rückblick auf ihre größten Highlights.
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Sherrock hatte Angst um ihr Aussehen

„Ich wurde nach dem letzten Mal wirklich furchtbar beschimpft“, erinnert sie sich an ihr größtes Turnier: „Vor ein paar Jahren, als ich wegen eines Nierenproblems Medikamente nahm und mein Gesicht bei einem im Fernsehen übertragenen Spiel (2017) anschwoll, hatte ich das auch schon ein wenig, aber nach der Weltmeisterschaft war es viel schlimmer.“

Sie zeichnet ein entsetzliches Bild von Hass-Kommentaren und Beschimpfungen in den sozialen Medien: „Einiges davon war ziemlich einfach: ‚Warum ist sie dort? Sie ist nicht gut genug‘. Dann wurde es immer persönlicher. Sie haben sich über jede Kleinigkeit lustig gemacht. Ich schaue mir das jetzt nicht mehr an, weil ich es nicht mehr sehen konnte, aber es waren ein paar Hundert im Monat.“

Damals hatte Sherrock Angst um ihr Aussehen, wenn sie vor einem TV-Auftritt auf der Bühne stand. „Jetzt nimmt es mich nicht mehr so mit, aber damals fand ich, dass ich sichergehen musste, dass ich mittags aß und nicht erst vor dem Spiel, damit die Leute nicht sagten, ich sähe dick aus. So etwas sollte ich nicht tolerieren müssen.“

Das sollte sie nicht. Es bleibt zu hoffen, dass derartige Kommentare rund um ihr Auftaktmatch bei der anstehenden WM ausbleiben. In diesem wird sie auf Rekordteilnehmer Steve Beaton treffen.

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