Russen-Rückkehr: Schweiz schließt sich Boykott vorerst nicht an

von SID
Russen-Rückkehr: Schweiz schließt sich Boykott vorerst nicht an

Der Vizeweltmeister will zunächst das weitere Vorgehen des Weltverbandes abwarten.

Vizeweltmeister Schweiz schließt sich vorerst nicht dem Boykott diverser europäischer Eishockey-Großmächte gegen die Rückkehr Russlands zur Eishockey-WM in Deutschland an. Wie der nationale Verband Swiss Ice Hockey am Donnerstag mitteilte, wolle er die Entscheidungen des Weltverbandes IIHF zur Umsetzung des CAS-Urteils abwarten.

„Wir verurteilen Angriffskriege und akzeptieren diese nicht, momentan befinden wir uns aber nicht auf der politischen, sondern auf der sportlichen Ebene und es liegt nun in erster Linie an der IIHF, über die weiteren Schritte und die Umsetzung des Urteils zu entscheiden, das ich persönlich kritisch sehe“, sagte der neue Verbandschef Marc Lüthi.

Es sei zu klären, ob und unter welchen Voraussetzungen russische Nationalteams wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen können oder ob weiterhin Gründe für einen Ausschluss bestehen. „Solange diese Fragen nicht geklärt sind, wäre es verfrüht, über mögliche Konsequenzen für die Schweiz zu spekulieren“, sagte Lüthi.

Entscheidung der Schweiz nicht final

Sobald Klarheit über das weitere Vorgehen der IIHF bestehe, „werden wir die Situation in der Schweiz sorgfältig analysieren und uns mit den zuständigen politischen Stellen sowie weiteren relevanten Akteuren austauschen“, sagte Lüthi: „Einen Entscheid von solcher Tragweite wird die Swiss Ice Hockey Federation nicht im Alleingang treffen. Zum jetzigen Zeitpunkt vorzupreschen, wäre der falsche Weg“

Zuletzt hatten nach Weltmeister Finnland und Tschechien auch der WM-Dritte Norwegen, Schweden, Dänemark sowie Lettland einen Boykott der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland beziehungsweise ihren Entschluss verkündet, nicht gegen Russland zu spielen. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hatte nach der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur sofortigen Zulassung Russlands eine Rückgabe der Heim-WM (13. bis 30. Mai 2027) nicht ausgeschlossen.