Mit einem Doppelkill besiegelte Lotan „Spinx“ Giladi den Sieg für sich und seine Mannen von Team Vitality. Das 2:0 gegen Heroic im Finale der IEM Rio war gleichbedeutend mit 100.000 US-Dollar und dem fixen Ticket für die IEM Cologne, die Anfang August in der Lanxess Arena in Köln stattfinden wird.
Team Vitality gewinnt IEM Rio
+++ News, Videos, Liveticker – jetzt die kostenlose eSports1 App für iOS und Android ausprobieren +++
Einfach war der Weg für Team Vitality bis hin zum Heben der Trophäe in den brasilianischen Nachthimmel aber nicht. Der Start in das Turnier verlief zunächst nämlich alles andere als verheißungsvoll.
Von ganz unten bis ganz oben
Zum Auftakt der Gruppenphase noch mit 17:19 in der Overtime gegen OG verloren, kämpften sich die Bienen über das gesamte Lower Bracket bis auf die große Bühne der Jeunesse Arena in die Playoffs der IEM Rio 2023.
Nachfolgend wurden MIBR und der FaZe Clan aus dem Turnier geworfen, bevor man im entscheidenden Lower Bracket Finale Rache an OG nahm und sich mit dem 2:1-Sieg doch noch für das Viertelfinale und die damit verbundene K.O.-Phase qualifizierte.
Dort angekommen ging es gegen BIG, die sich nach der verpassten Qualifikation für das anstehende Major in Paris umgehend rehabilitiert haben und etwas überraschend im Viertelfinale standen. Schließlich waren die Deutschen das einziges Team, das nicht aus den Top6 der Welt (Heroic, NaVi, Team Vitality & Cloud9) stammte oder von den frenetischen Heimfans bis auf die Bühne der Jeunesse Arena getragen wurde (FURIA).
Über zehntausend Fans sahen dabei eine gute Partie von Johannes „tabseN“ Wodarz und Co, gereicht hat es am Ende aber nicht. Zweimal 16:12 auf Nuke und Mirage für Vitality bedeutete das Ende der deutschen Rehabilitationsgeschichte. Für das internationale Roster der Bienen ging es weiter gegen Cloud9, die die Gruppe B gewonnen hatten und sich damit direkt für das Halbfinale der IEM Rio qualifiziert hatten.
Was folgte war der wohl härteste Prüfstein für Mathieu „ZywOo“ Herbaut und sein Team auf dem Weg zum Titel. Cloud9 war von Anfang an da, ließ Vitality überhaupt nicht erst ins Spiel kommen und gewann die erste Map Inferno dominant mit 16:6. Die zweite Runde auf Vertigo lief nicht besser für die Bienen. Nach der Halbzeit stand es 12:3 für das russisch-kasachische Roster. Zu diesem Zeitpunkt rechneten wohl nur noch die Allerwenigsten mit einer Final-Teilnahme von Team Vitality.
Was folgten waren elf Runden in Folge für die Schwarz-Gelben.
Vor allem Altmeister Peter „dupreeh“ Rasmussen drehte mächtig am Rad der Zeit und hievte sein Team mit sage und schreibe 39 Kills zunächst in die Overtime und dort auch zum 1:1-Ausgleich.
+++ Sendungen, Interviews, VODs! Abonniert unseren neuen YouTube-Kanal für noch mehr eSports- & Gaming-Content! +++
Mit dem Momentum im Rücken ging es für Team Vitality auf die entscheidende Map Overpass. Während dupreeh etwas abgekühlt zu sein schien, übernahm nun der große Zampano ZywOo persönlich (1.96er-Rating am Ende der Map!) und sorgte zusammen mit seinen fleißigen Co-Stars Spinx (1.51er-Rating) und Emil „Magisk“ Reif (1.26) dafür, dass die Bienen den Decider mit 16:9 gewannen und damit im großen Finale der IEM Rio 2023 standen.
Mit Heroic wartete dort die aktuelle Nummer drei der Welt. Unter der Führung ihres InGame-Leaders Casper „cadiaN“ Möller hatte das dänische Roster in ihrem typischen team-dienlichen Stil nacheinander die Lokalmatadoren von FURIA Esports als auch Natus Vincere rund um Superstar Oleksandr „s1mple“ Kostyliw aus dem Turnier geworfen.
Was sich im Vorfeld nach einem Matchup auf absoluter Augenhöhe anhörte, war letzten Endes aber eine Partie, bei der man jederzeit das Gefühl hatte, das Team Vitality agierte und Heroic nur reagieren aber dem Spiel nicht seinen eigenen Stempel aufzudrücken vermochte.
Zu stark war die geballte Power rund um ZywOo, der nach dem Turnier seine insgesamt 14. MVP-Trophäe einsammelte und damit im Rennen mit s1mple um den Status des besten Spielers der Welt weitere gewichtige Argumente sammelte. Mit 16:13 und 16:12 gingen sowohl Vertigo als auch Inferno an die Bienen.
Wie dominant Vitalitys Vorstellung im Finale war?
Am Ende war es fast schon bezeichnend, dass es Spinx war, der mit den letzten beiden Kills die Niederlage Heroics besiegelte. Und das, obwohl er mit einem 0.93er-Rating noch der am schlechtesten bewertete Spieler des Siegerteams war.