Anzeige

Worlds 2021: LCK und LPL dominieren - woran liegts?

Worlds 2021: LCK und LPL dominieren - woran liegts?

Ein bekanntes Bild: westliche Teams kämpfen um eine gute Platzierung und trotzdem gewinnen am Ende die Koreaner oder Chinesen. Woran liegt das? Ein Erklärungsversuch.
Bei den Worlds dominieren jedes Jahr Teams aus Korea (LCK) und China (LPL) - doch warum ist das so?
Bei den Worlds dominieren jedes Jahr Teams aus Korea (LCK) und China (LPL) - doch warum ist das so?
© Riot Games
Florian Merz
von Florian Merz
vor 3 Tagen

In dem 1993 veröffentlichten Kultfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ spielt Hollywood-Darling Bill Murray einen mürrischen Wetteransager, der aus unbekannten Gründen in einer täglich Zeitschleife gefangen wird. Nach und nach lernt er mit der Situation umzugehen, sich anzupassen und das Beste daraus zu machen. Am Ende schafft er es aus dem Loop auszubrechen und in sein gewohntes Leben zurückzukehren.

Ähnlichen, wenn auch in einem jährlichen Turnus, dürfte es gegenwärtig den westlichen Teams in League of Legends gehen. Im Zuge der Weltmeisterschaft treffen diese auf die Vertreter der chinesischen LPL sowie koreanischen LCK. Beide Regionen haben in der Vergangenheit die meisten Weltmeister gestellt - Korea mit sechs und China mit zwei Titeln. Auch im laufenden Wettbewerb, der Worlds 2021, sieht aktuell alles danach aus, als würde sich nichts daran ändern. Doch warum ist das so?

Ein anderes Spielverständnis - League of Legends in Asien

Als einer von vielen unterschiedlichen Gründen lässt sich zweifelsohne die gesellschaftliche Anerkennung anführen. Während es in Europa, speziell im deutschsprachigen Raum, noch immer ein Problem damit gibt, eSports als Sport zu deklarieren, wird League of Legends in Korea und stellenweise auch in China als „Nationalsport“ angesehen. Sowohl in der Volksrepublik als auch der Südkoreanischen Halbinsel existieren unzählige Einrichtungen die schon früh Menschen ansprechen und für das Thema eSports begeistern. Zwar befindet sich die Chinesische Regierung gegenwärtig auf Konfrontationskurs mit Games bei Jugendlichen, dennoch ändert dies nichts an der Begeisterung, die die Bevölkerung für das Thema hegt.

Nicht zu vergessen ist die Causa „Verfügbarkeit“. Neben professionellen Traininig Facilities der einzelnen eSports-Organisationen, gibt es in China und Korea Internet Cafés, in Korea als „PC Bang“ bekannt, die selten auf reines „im Internet surfen“ ausgelegt sind. Stattdessen bieten viele der Lokale technisch hochwertige Computer, die zum Spielen genutzt werden. League of Legends, als eines der populärsten Spiele, ist beinah auf jedem Gerät in den genannten Regionen zu finden. Nicht nur aufgrund der Popularität, auch die Hardwareanforderung spielt(e) eine entsprechende Rolle. Das MOBA hat geringe Hardwareanforderungen und lässt sich daher auf älteren Maschinen spielen.

eSports ist in Korea Volkssport und im dritten Teil unseres Vlogs von Worlds in Busan zeigt Redakteur, wie vor Ort in den Internetcafes, genannt PC-Bangs, gezockt wird.
02:26
Vlog #3 Worlds 2018: SPORT1 in den PC-Bangs in Korea

In China und Korea wurden und werden die heutigen League-of-Legends-Profis früh an das Game herangeführt und gefördert. Während es hierzulande eine Seltenheit ist, dass bereits Zehn oder Zwölfjährige einen Perspektivvertrag bei einer Organisation unterschreiben, ist dies in den asiatischen Regionen Normalität. In Korea zählen unter anderem große Netzanbieter zu den Besitzern einzelner Teams, die über entsprechende finanzielle Mittel verfügen diese mit Hardware, Einrichtungen und Gehältern auszustatten.

Darüber hinaus existieren bei diesen Organisationen Strukturen, die hierzulande bei Fußballmannschaften wie dem FC Bayern München oder Borussia Dortmund zu finden sind und erst in den letzten Jahren von lokalen eSports-Teams adaptiert wurden. Dies inkludiert Mental- wie Fitness-Coaches oder eigene Köche.

2019 - Der Peak des westlichen League-of-Legends-Styles

Das es trotzt des „gesellschaftlichen Nachteils“ anders laufen kann, bewiesen Fnatic und G2 Esports in den Jahren 2018 respektive 2019. Beide Teams erreichten jeweils das Finale der World Championship. Dennoch hatten die Teams im direkten Vergleich mit den LPL-Organisationen Invictus Gaming sowie FunPlus Phoenix am Ende doch deutlich das Nachsehen. Trotzdem bewiesen diese Teilerfolge, dass europäische und damit einhergehend westliche Teams dazu in der Lage sind, sich der Spielweise der asiatischen Konkurrenz anzupassen und diese stellenweise zu übertreffen.

League of Legends ist ein Spiel, das sich im stetigen Wandel befindet. In regelmäßigen Abständen wird das Spielgefühl verändert, Champions gestärkt oder abgeschwächt. Teams müssen sich immer wieder aufs Neue mit den Gegebenheiten auseinandersetzen und diese adaptieren. 2019 sah alles danach aus, als gelänge dies G2 Esports am Besten.

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Im Laufe der Season schaffte es das von Carlos „ocelote“ Rodriguez gegründete Team alles und jeden zu schlagen. Sowohl im Spring- als auch dem Summer-Split wurde mit der Konkurrenz kurzen Prozess gemacht. Den größten Erfolg sollte die Organisation jedoch zwischen den Splits feiern. Als erstes westliches Team gelang es G2 Esports das Mid-Season Invitational zu gewinne. Bereits 2017 stand man im Finale, musste sich damals aber SK Telecom T1, dem dreifachen Weltmeister, klar geschlagen geben. 2019 hingegen wurde das gesamte Turnier von westlichen Teams dominiert. Mit Team Liquid stand zudem ein Vertreter der LCS im Finale. Entsprechend wurde G2 als Titelfavorit für die Weltmeisterschaft gehandelt. Das Ende kennen wir jedoch alle.

Fazit - Ein grundlegendes Problem mit Perspektive

Was bleibt also abschließend zu sagen? League of Legends und generell der eSports ist auch in Europa und den restlichen westlichen Staaten eine immer populärer werdende Sportart. Doch sind es die Voraussetzungen, die die einzelnen Regionen ihren Spieler:innen bietet, die am Ende mit zum Erfolg führen. Je früher eine Person an ein Game herangeführt und entsprechend professionell betreutet wird, desto höher ist die Chance später als Profi Erfolg zu haben. Kommt dann noch ein Quäntchen Talent hinzu, entstehen am Ende Legenden wie Lee „Faker“ Sang-hyeok.

Das ist auch im Westen möglich - irgendwann.