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Team Vitality Exklusiv #1: Neo über LEC-Roster, Pläne für 2022 & mehr

Team Vitality Exklusiv #1: Neo über LEC-Roster, Pläne für 2022 & mehr

Mit Team Vitality möchte Fabien „Neo“ Devide die beste eSports-Organisation der Welt führen. Im Gespräch mit SPORT1 verriet er die Pläne fürs kommende Jahr in League of Legends und welche Rolle Neuzugang Perkz dabei spielt.
Mit Team Vitality plant Gründer Neo die beste eSports-Organisation Europas zu werden. im Interview mit SPORT1 spricht er über das neue Roster und die Pläne für das kommende Jahr in League of Legends
Mit Team Vitality plant Gründer Neo die beste eSports-Organisation Europas zu werden. im Interview mit SPORT1 spricht er über das neue Roster und die Pläne für das kommende Jahr in League of Legends
© Team Vitality/Sport1
Florian Merz
Florian Merz
von Florian Merz

In League of Legends kämpfen jährlich die besten Teams bei den World Championship um den Weltmeistertitel. Bis dato wurde der Titel ausschließlich von asiatischen Teams gewonnen - mit einer Ausnahme. Fabien „Neo“ Devide möchte das so schnell wie möglich ändern und spricht im Exklusivinterview mit SPORT1 über seine Ambitionen und Hoffnungen für die bevorstehende neue Season in League of Legends.

Das Interview wurde für SPORT1 von Florian Merz geführt.

SPORT1: Ihr habt euch dazu entschieden, zumindest auf dem Papier, eines der besten Teams der LEC zusammenzustellen. Kannst Du uns verraten, wie der Prozess zu der Schaffung des Rosters ausgesehen hat?

Neo: Klar! Wir waren offensichtlich nicht mit den Ergebnissen der letzten beiden Jahre zufrieden. Noch 2018 haben wir bei den Worlds gespielt, dann haben wir es mit Rookies versucht, doch leider konnten wir so nicht die richtige Formel für den Erfolg finden. Entsprechend haben sich die letzten beiden Jahre für Vitality nicht wirklich gut angefühlt – gerade für das, was wir als Unternehmen generell erreichen wollen. Zwar waren wir in Counter-Strike und Rocket League erfolgreich, nur eben nicht in League of Legends. Das ist auch etwas, das uns selbst zu schaffen macht. Für unser Verständnis, um eines der relevantesten und erfolgreichsten eSports-Teams der Welt zu sein, musst du in League Erfolg haben.

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Team Vitality, die Worlds und LEC

Die Weltmeisterschaft konnten bislang nur Teams aus China, Korea und Taiwan gewinnen - mit einer Ausnahme. Rekordweltmeister ist T1, früher als SK Telecom T1 bekannt, um Superstar Lee „Faker“ Sang-heyok. Die Organisation gewann drei Mal die Trophäe. Zu den weiteren Champions zählen Samsung Galaxy, Taipeh Assassins, Invictus Gaming, FunPlus Phoenix und EDward Gaming. Fnatic konnte zwar die erste WM 2011 für sich verbuchen, jedoch fand das Turnier zur damaligen Zeit ohne asiatische Beteiligung statt.

Neo: Speziell auch, wenn du in der LEC antrittst. Die LEC ist möglicherweise die größte und die wettbewerbsfähigste Liga im Westen. Entsprechend aggressiv sind wir an das Thema herangegangen um am Ende eine reelle Chance auf den Gewinn der Trophäe in 2022 zu haben. So blöd es auch klingen mag, aber wir sind hier, um alles im kommenden Jahr zu gewinnen. Ich möchte, dass Vitality Europas Nummer 1 wird, ich möchte G2 Esports und Fnatic schlagen – das sind meine Ambitionen. Entsprechend war das Thema League of Legends etwas, das wir angehen mussten und schauen, dass wir in den Spielen gnadenloser werden, um diese zu gewinnen. Entsprechend, nach der Enttäuschung im Spring Split 2021, wurde uns klar, dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, um in der kommenden Season Erfolg zu haben. Das war auch der Grund, warum wir uns für Selfmade entschieden haben, obwohl das Ganze extrem spät in der Off-Season passiert ist, da es bei Fnatic viele offenen Fragen gab. Entsprechend haben wir Selfmade erst eine Woche vor dem Start des Summer Splits verpflichten können. Wir wussten aber genau, dass dieser Spieler anziehend auf andere Profis wirkt. Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass Labrov einer der vielversprechendsten Kandidaten in der Liga ist. Meiner Meinung nach war er sogar einer der drei besten Supporter des vergangenen Sommers. Entsprechend waren wir uns sicher, zwei der besten Free-Agents verpflichtet zu haben.

Perkz - Der Erfolgsgarant?

Vor seinem Wechsel zu Team Vitality war Luka „Perkz“ Perkovic für Cloud9 und G2 Esports aktiv. Besonders während seiner Zeit bei G2 gelang dem Kroaten der größte Erfolg eines westlichen Teams. 2019 gewann er unter der Leitung von Coach GrabbZ, zusammen mit seinen Mitspielern als erstes westliches Team überhaupt, das Mid-Season Invitational, das neben den Worlds das zweite große internationale Turnier in League of Legends darstellt.

Neo: Ähnlich lief es zudem mit Perkz ab. Cloud9 sprach davon, dass Perkz wieder nach Europa zurückkehren möchte. Für uns war er genau der Spieler, nach dem wir Jahre lang gesucht haben. Jemand mit seinem Charisma, seiner Führungsqualitäten und auch jemand, der den Mund aufmacht und mit anderen offen spricht, ist selten. Am Ende waren wir super glücklich darüber, dass wir die Möglichkeit für eine Verpflichtung erhalten haben. Und, ganz ehrlich, mit Perkz, Selfmade und Labrov im Team wirst du selbst zu einer priorisierten Anlaufstelle für Topspieler. Wir führten viel Gespräche mit Profis, auch um herauszufinden, ob diese von ihrer Persönlichkeit her zu uns passen. Generell wurde es mit der Verpflichtung von Perkz ziemlich einfach, weil jeder daran interessiert ist, mit ihm zu spielen. Für uns ist das die Formel des Erfolgs. Was Perkz in seiner bisherigen Karriere erreichte, ist mehr als ungewöhnlich. Und mit ihm zielen wir darauf ab, Trophäen zu gewinnen.

Das Roster von Team Vitality besteht in der kommenden Season aus den Spielern Perkz, Alphari, Carzzy, Labrov und Selfmade. Mit Alphari und Perkz kehren zwei ehemalige LEC-Spieler aus Nordamerika zurück, während Carzzy nach zwei gewonnenen Split-Meisterschaften den amtierenden EU-Champion MAD Lions verlässt.

SPORT1: Wie du gerade meintest, plant ihr, dass beste eSports-Team in Europa, möglicherweise sogar der ganzen Welt zu werden. Das letzte Mal, als Team Vitality, erfolgreich in League of Legends gewesen ist, war im Jahr 2018, als es euch gelang mit Gen.G den amtierenden Weltmeister aus dem Turnier zu kicken. Meinst du, dass diese Erfahrung etwas ist, was ihr euch als Beispiel für die kommenden Wochen und Monate vorhalten werdet?

Neo: Auf jeden Fall! 2018 war aber auch ein kleines Wunder für uns. Wir haben niemals damit gerechnet, in diesem Spilt so gut abzuschneiden, gerade, wenn man bedenkt, dass die Spieler aus nationalen Ligen stammten. Trotzdem haben wir, ohne es zu realisieren, extrem schnell den Peak dieses Teams erreicht. Aber klar, bei der Weltmeisterschaft anzutreten und dann auch noch mit Gen.G den amtierenden Weltmeister zu besiegen, ist immer ein tolles Erlebnis und eine der schönsten Erinnerungen in meinem Leben. Und natürlich ist die Weltmeisterschaft in League of Legends etwas Besonderes. Wenn du einmal Teil davon gewesen bist, möchtest du immer wieder zurückkehren, auf dieser Bühne spielen und gegen asiatische Teams antreten. Faktisch wirst du zu einem Adrenalienjunkie und willst den Titel gewinnen. Zwar war es uns nicht möglich, aber dass es geht, haben uns Fnatic 2018 und G2 Esports 2019 gezeigt. Genau das ist es auch, was sich alle westlichen Teams auf die Fahne schreiben sollten. Wir sollten immer versuchen die größte Trophäe und das wichtigste Turnier zu gewinnen und in League of Legends sind das nun einmal die Worlds. Ich will einfach wieder zurückkehren – um jeden Preis!

SPORT1: An dich nun die Frage, was können wir, was können die Fans von Vitality im kommenden Jahr erwarten?

Neo: Natürlich den Sieg der Spring Split Championship und dem MSI. Aber nein, im Ernst, wir wollen das uns bestmögliche Ergebnis abliefern – gerade wenn du über ein solches Roster verfügst. Wir wissen aber auch, dass es ein großer Prozess ist. Wir sind für die Spieler da, unterstützen diese wenn sie verlieren und wenn sie gewinnen. Entsprechend gehen wir sehr ambitioniert an die Sache und wollen am Ende ganz oben stehen.