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Werder Bremen: Pokal-Aus, keine Stürmer, Aursnes-Deal geplatzt - Hat sich Werder verzockt?

Hat sich Werder verzockt?

Bremens ordentlicher Ligastart hatte Aufbruchstimmung erzeugt, doch dann kam das Pokal-Aus. Die Personallage ist aktuell besorgniserregend.
Werder Bremen verabschiedet sich überraschend schon in der 1. Runde des DFB-Pokals. Der Bundesliga-Absteiger enttäuscht bei Drittligist Osnabrück.
Bremens ordentlicher Ligastart hatte Aufbruchstimmung erzeugt, doch dann kam das Pokal-Aus. Die Personallage ist aktuell besorgniserregend.

Bei Werder Bremen droht die vorsichtige Zuversicht nach dem ordentlichen Saisonstart in der 2. Bundesliga schon wieder zu verfliegen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Nicht nur das enttäuschende Pokal-Aus für den Bundesliga-Absteiger in der ersten Runde beim Drittligisten VfL Osnabrück trübt die Stimmung bei den Fans und im Umfeld. Auch die Kaderplanung, vor allem mit Blick auf die Offensive, sorgt für Verunsicherung.

Vor etwa drei Wochen hatte Sportchef Frank Baumann den großen personellen Umbruch angekündigt, doch lange blieb es ruhig. Bis sich endlich in der Pokalwoche die Abgänge von Yuya Osako (Vissel Kobe), Johannes Eggestein (Royal Antwerpen) und Josh Sargent (Norwich City) anbahnten und schließlich finalisiert wurden. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Werder hat “keinen zweiten Stürmer auf der Bank”

“Wir können jetzt handeln, ja”, bestätigte Baumann der Deichstube. Werder sei “durch die Verkäufe von Josh, Yuya Osako und Johannes Eggestein natürlich einen Schritt weitergekommen, aber trotzdem werden wir nur einen kleinen Teil der Ablöse wieder investieren können”, führte der 45-Jährige aus.

Immerhin sind die wirtschaftlich angeschlagenen Bremer dem notwendigen Ziel, einen Transferüberschuss von 20 Millionen Euro zu erwirtschaften, entscheidend näher gekommen.

Doch die Realität zeigt: Im Angriff hat sich spätestens durch die jüngsten Verkäufe eine große Lücke aufgetan, die schleunigst geschlossen werden sollte. Milot Rashica hatte die Grün-Weißen ja im Sommer ebenfalls gen Norwich verlassen.

“Ich hatte heute keinen zweiten Stürmer auf der Bank, den ich hätte einwechseln können. Das ist Fakt”, bemängelte Trainer Markus Anfang nach der 0:2-Pleite in Osnabrück. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Eigentlich hatte sich Bremen genau deshalb mit Sargents neuem Verein Norwich City darauf geeinigt, dass der US-Amerikaner im Pokal noch ein letztes Mal für den Zweitligisten aufläuft. Doch Sargent selbst durchkreuzte diesen Plan, da er sich nicht mehr in der Lage sah, zu spielen – sehr zum Unmut der Verantwortlichen in Bremen.

Weitere Einnahmen aus dem DFB-Pokal sind dahin

Und obwohl Werder im Pokal keinen Stürmer von der Bank bringen konnte und Niclas Füllkrug das Tor einfach nicht treffen wollte, hatten die Norddeutschen genug Chancen, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Doch nach mehrfachen Pfosten- und Lattentreffern ist Bremen ganz früh raus aus dem Wettbewerb, weitere mögliche Einnahmen damit futsch. “Die Enttäuschung über das Ergebnis ist sehr groß. Wir sind raus und können es nicht mehr gutmachen”, erklärte Baumann.

Der Geschäftsführer Sport peilt nun die dringend benötigen Neuverpflichtungen an. Der Klub wolle “im Offensivbereich personell nachlegen und in dieser Woche mindestens einen Neuzugang für den Sturm präsentieren.”

Transfer von Wunschspieler geplatzt - Kastrati-Deal verzögert sich

An anderer Stelle, im Mittelfeld, hat sich ein Wunschspieler nach wochenlangem Hin und Her zu allem Überfluss gegen das Angebot von Werder entschieden. Fredrik Aursnes wechselt zum niederländischen Spitzenklub Feyenoord Rotterdam, wie sein bisheriger Verein Molde FK am Sonntag verkündete.

Eine Nachricht, die in Bremen etwas überrascht aufgenommen worden sein dürfte. Immerhin sahen sich die Bremer in den Verhandlungen auf einem guten Weg.

Und während ein potenzielle Transfer geplatzt ist, zögert sich auch ein anderer Deal weiter hinaus: Offensivspieler Lirim Kastrati von Dinamo Zagreb wird offenbar immer teurer. Wie die Bild berichtet, lehnten die Kroaten bereits drei Angebote aus Bremen ab.

Während Werder den 22-Jährigen nur ausleihen wollte, pocht Zagreb auf einen Verkauf für zwei Millionen Euro. Offen bleibt, ob Werder diesen Deal wird eingehen können und wollen.

Die Gefahr, am Ende mit einem offensiv arg ausgedünnten Kader in die Saison gehen zu müssen, ist angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten durchaus gegeben.